Erster Friedenskreis in Delmenhorst Gemeinsam an die Verfolgten erinnert

Solidarischer Friedenskreis bei den Aramäern: Vertreter der jüdischen Gemeinde waren dabei und Christen anderer Gemeinden. Auch CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz (Zweite von rechts) reihte sich ein. Foto: Andreas NistlerSolidarischer Friedenskreis bei den Aramäern: Vertreter der jüdischen Gemeinde waren dabei und Christen anderer Gemeinden. Auch CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz (Zweite von rechts) reihte sich ein. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Die Polizei wachte im Umfeld der aramäischen Kirche, doch Störungen gab es keine: Rund 100 Menschen beteiligten sich am ersten Friedenskreis.

Manchmal ist es auch unter Freunden gar nicht einfach, das Verbindende heraus zu arbeiten. So gestern am späten Nachmittag in der syrisch-orthodoxen Kirche St. Johannes an der Elsflether Straße, wo anlässlich der Aktion Friedenskreis von der aramäischen Gemeinde angeboten wurde, das „Vaterunser“ nicht nur auf Aramäisch, sondern auch in deutscher Sprache vorzutragen. Doch weil es dieses Gebet so nicht auch im Judentum gibt, kam es dazu nicht.

Kreis in der Kirche statt um die Kirche

Der Friedenskreis, dessen Initiatoren die evangelische Pastorin Anne Frerichs und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Pedro Becerra, sind, erlebte bei den Aramäern eine Premiere. Eigentlich sollte um die gesamte Kirche ein symbolischer schützender Kreis aus Menschen gebildet werden, um Solidarität mit den in Syrien und im Nordirak verfolgten Christen auszudrücken. Doch der Regen verhinderte dies, und die rund hundert anwesenden Personen wären wohl auch zu wenige gewesen. So formierte sich der Kreis in der Kirche, wo Pfarrer Simon Eker auf die Verfolgung von Christen durch IS-Terroristen einging.

Nächster Friedenskreis bei jüdischer Gemeinde

Um die ursprünglich geplanten drei Friedenskreise hatte es im Vorfeld Unfrieden gegeben, weil sich Muslime ausgeschlossen fühlten. Vorgesehen war eigentlich, bei der Erstauflage die Verfolgung der Jesiden zu thematisieren, was wegen eines Todesfalls in deren Gemeinde abgesagt werden musste. Am Samstag, 18. April, soll der nächste Friedenskreis bei der jüdischen Gemeinde auf aktuelle Bedrohungen für Angehörige des Judentums in Europa hinweisen. Mit den muslimischen Gemeinden, so Pastorin Frerichs, habe es keine weiteren Gespräche, den Friedenskreis betreffend, gegeben.


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