Überkonfessionelle Initiative Friedenskreis als Zeichen der Solidarität in Delmenhorst

Von Thomas Breuer

Zeichen für den Frieden setzen – darum geht es beim Friedenskreis. Foto: Uwe LewandowskiZeichen für den Frieden setzen – darum geht es beim Friedenskreis. Foto: Uwe Lewandowski

Delmenhorst. Die Aktionen sollen auf verfolgte Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten aufmerksam machen. Zudem soll von ihnen ein Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Gemeinden ausgehen.

Delmenhorster Bürgerinnen und Bürger stehen öffentlich für den Frieden, die gegenseitigen Akzeptanz und den Zusammenhalt ein – das ist die Idee hinter drei in den kommenden Wochen geplanten „Friedenskreisen“. Verantwortlich zeichnet ein Vorbereitungskreis, für den Pedro Benjamin Becerra (jüdische Gemeinde) und Pastorin Anne Frerichs (evangelische Gemeinde „Zu den Zwölf Aposteln“) in einer Pressemitteilung den Anstoß für die Aktion erläutern. Darin heißt es: „Angesichts der schrecklichen Ereignisse, durch die seit einem halben Jahr massiver als vorher Menschen im Nahen Osten zu Tode kommen, bedroht und verfolgt werden, wollen wir ein Zeichen setzen.“

„Verfolgte Brüder und Schwestern anhören“

Dreimal soll der Friedenskreis für verfolgte Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten und als Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Gemeinden in Europa im März und April gebildet werden. Dabei wolle man miteinander ins Gespräch kommen, „aber auch gemeinsam hören auf das, was die verfolgten Brüder und Schwestern zu berichten haben“.

Auftakt auf dem Marktplatz

Der erste Friedenskreis ist für Samstag, 21. März, 18 Uhr, auf dem Marktplatz geplant. Dabei geht es um ein Zeichen des Friedens für die Yeziden. Die Angehörigen dieser Religion hatten im Laufe ihrer Geschichte wiederholt unter Genoziden zu leiden. Aktuell war im Herbst 2014 die Existenz des Volkes und seiner Heiligtümer in Shingal/Irak über Monate bedroht. Heute leben dort viele Yezidinnen und Yeziden als Flüchtlinge in Lagern, teilweise stark traumatisiert durch die schrecklichen Dinge, die man ihnen und ihren Familien angetan hat.

Aramäische Gemeinde eingebunden

Der zweite Friedenskreis soll acht Tage später, am Sonntag, 29. März, 17.30 Uhr, bei der aramäischen Gemeinde stattfinden. Hier geht es um Solidarität mit den vielen Christen im Nahen Osten, die in den vergangenen 100 Jahren ebenfalls immer wieder Opfer muslimisch-islamistischer Aggression wurden: koptische, assyrische, syro-chaldäische und syrisch-orthodoxe Christen.

Der dritte Friedenkreis wird im April vor der Jüdischen Gemeinde stattfinden. Aus dem Vorbereitungskreis heißt es: „Die tödlichen Anschläge auf jüdische Einrichtungen in zwei europäischen Hauptstädten Anfang dieses Jahres dürfen wir nicht unkommentiert lassen.“