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Parken auf Delmenhorster Nordwolle Parken auf Nordwolle wird zur „Katastrophe“

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Etwa 70 Parkplätze sind vor kurzem auf der Nordwolle weggefallen. Autofahrer drängen in anliegende Straßen und auf den Parkplatz an der Lahusenstraße - zum Unmut der Anlieger.

Delmenhorst.Es ist ein abstruses Bild: Die Fläche am Fabrikhof kurz hinter dem Tor zur Nordwolle wurde vor kurzem noch als Parkplatz genutzt. Jetzt steht sie leer. Auf dem mittlerweile gesperrten Gelände ist ein Schild aufgestellt, das Unbefugten das Befahren und Parken untersagt. An der Straße „Am Turbinenhaus“ hingegen stehen parkende Autos wie an einer Perlenkette aufgereiht.

Auf einem Sturz im Winterfolgt die Sperrung

„Es wird schon sehr eng. Die Straße ist wochentags vollgeparkt und für die Anwohner ist es auch kein Zustand, wenn die Autofahrer auf den Gehwegen oder halb in ihren Einfahrten parken“, sagt Birgitt Hartwich, Geschäftsführerin des Technologie- und Wirtschaftszentrums. Sie hat den besten Blick auf die Szene. Ihr Büro im ehemaligen Nordwolle-Fabrikbau liegt direkt über der gesperrten Fläche. Diese gehört der Deutschen Immobilien Holding (DIH). Eine Frau, berichtet ihr Vorsitzender Werner Ude, die im Winter bei Glätte auf der Fläche gestürzt war, hatte gegen die DIH geklagt. Das Amtsgericht sah es als Pflicht an, die Fläche im Winter zu räumen. Die DIH zäunte daraufhin den Platz ab. Parken ist seitdem dort nicht mehr möglich.

Unzureichende Zahl an Parkplätzen, blockierte Zufahrten

Wer also nicht mehr Am Turbinenhaus parken kann, sucht sich ein anderes Plätzchen – insbesondere auf dem großen Parkplatz an der Lahusenstraße. „Es ist eine absolute Katastrophe“, findet Marion Eilers von der anliegenden Arbeiterwohlfahrt (AWO) deutliche Worte. Morgens ab 9.30 Uhr sei es besonders schlimm. Einige Anwohner hätten bereits Schilder angebracht, auf denen sie Autofahrer darum bitten, ihre Zufahrten nicht zu blockieren. „Eigentlich zahlen wir für den unseren Teil der Parkplätze“, sagt eine Sprecherin des Instituts für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK). „Aber in den letzten Wochen konnten wir nicht einmal mehr gewährleisten, dass unsere Teilnehmer dort einen Parkplatz finden.“

„Die Situation ist eskaliert.“

Die Nordwolle ist gespickt mit Einrichtungen, die enormen Publikumsverkehr haben, wie etwa die Berufsfachschule Altenpflege, die VHS, das Jobcenter, das IWK oder die Akademie für Weiterbildung. Autofahrer weichen zum Parken in anliegende Straßen aus. Und das wiederum nervt die Anlieger. Joachim Cammin beispielsweise ist Anwohner der Nordwollestraße. Als „ganz schlimm“ beschreibt er die Parksituation. Nicht selten seien die Garagenzufahrten zugeparkt oder es werde direkt daneben gehalten, was die Bewohner zwinge, wegen der historisch bedingten engen Bauweise beim Ein- oder Ausparken mehrmals zu rangieren. „In den letzten drei Jahren ist die Situation eskaliert“, so Cammin, der bereits – erfolglos – beim Fachbereich Straßenbau und der Parkraumüberwachung vorstellig geworden sei.

Lösung: Einbahnstraße oder Parkplätze vermieten

Cammins Wunschlösung: Die Nordwollestraße auf 30 Kilometer die Stunde begrenzen und zur Einbahnstraße machen. „Dann könnte man hier auf dem Bordstein parken.“ Eine weitere Lösung hätte Birgitt Hartwich parat: 34 eigene Parkplätze verwaltet das Technologiezentrum und vermietet sie an seine Mieter. „Und die reichen bei Weitem nicht aus“, so Hartwich. Sie führe mittlerweile eine Warteliste, was das Parken in nächster Nähe zum Gebäude angeht. „Die Nachfrage ist da“, spricht sie sich dafür aus, die Parkfläche wirtschaftlich zu nutzen.


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