E.coli-Bakterien Delmenhorster Trinkwasser weist Fäkalkeime auf

Am Donnerstag waren Belastungen im Wasserwerk Annenheide festgestellt worden. Foto: Andreas NistlerAm Donnerstag waren Belastungen im Wasserwerk Annenheide festgestellt worden. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Ein Verdacht hat sich am Samstag bestätigt: Im Trinkwassernetz der SWD sind Fäkalkeime gefunden worden. Sie gelangten über einen Brunnen in Stuhr ins Delmenhorster Netz.

Im Delmenhorster Trinkwassernetz sind E.coli-Bakterien nachgewiesen worden. Wie die Stadtwerke Delmenhorst am Samstag auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem Gesundheitsamt mitteilten, bestätigte sich der Verdacht auf die Fäkalkeime am Samstag um 12 Uhr. Ursache ist laut SWD-Chef Hans-Ulrich Salmen der Brunnen 1 im Gebiet Stuhr. Dort seien Fäkalkeime durch Regenwasser und durch die landwirtschaftliche Nutzung in diesem Gebiet in den Brunnen, der mittlerweile abgestellt wurde, gelangt.

Am Mittwoch waren Belastungen im Wasserwerk Annenheide festgestellt worden. Mit der Hilfe geringer Mengen Chlor wird derzeit versucht, die E.Coli-Bakterien zu bekämpfen. Das Abkochgebot wird als Vorsichtsmaßnahme bis Ende kommender Woche aufrecht erhalten. Beim Duschen und Baden bestehe keine Gesundheitsgefahr.

„Die oberste Priorität gilt der Hygiene des Trinkwassers“, betonte Salmen. Petra Gerlach, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr, erklärte, dass alle Maßnahmen so früh wie möglich in Angriff genommen wurden. Laut dem stellvertretenden Amtsarzt Hubert Wißkirchen handelt es sich bei E.coli-Bakterien um einen Fäkalkeim, der keinen Grenzwert hat. Heißt: Er darf gar nicht im Trinkwasser vorkommen. An verschiedenen Messstellen wurden bis zu sechs Keime pro 100 Milliliter nachgewiesen.

Das Trinkwasser sei das am besten untersuchte Lebensmittel, so Wißmann, die Ansprüche seien besonders hoch. Da noch nicht festzustellen sei, ob das Chlor zur Abtötung schon überall wirkt, werde das Abkochgebot weiterhin aufrecht erhalten. Neue Proben zeigten bereits positive Werte, man sei auf einem guten Weg.

Der Verdacht, dass Fäkalkeime nicht nur ins Wasserwerk, sondern auch ins Trinkwassernetz geraten sein könnten, bestand seit Freitag Mittag. „Wir haben uns umgehend mit dem Gesundheitsamt getroffen“, betonte Dieter Meyer, Prokurist bei den SWD. Die Entscheidung zu Gegenmaßnahmen sei sofort gefallen. Sensible Einrichtungen wie Krankenhäuser und Altenheime seien von den SWD gesondert per Telefon informiert worden. Ein solcher Vorfall sei misslich, aber nicht gänzlich verhinderbar, hieß es weiter.

Oberbürgermeister Axel Jahnz erklärte, er sei froh, dass die Aufgabe in den Griff gekommen sei. Die Chlorzugabe sei ein Szenario für den Notfall. Auch weiterhin werde alles dafür getan, das Trinkwassernetz sauber zu halten.


Am Sonntag, 25. Januar, stehen die SWD von 9 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer (04221) 12 76 88 88 für Fragen zur Verfügung

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