dk führt Tradition fort Neujahrsempfang beim Delmenhorster Kreisblatt


Delmenhorst. Zum 27. Neujahrsempfang haben sich am Dienstag rund 90 Gäste im dk-Verlagshaus an der Langen Straße eingefunden. Im Traditionszimmer diskutierten die Anwesenden über die Zukunftsaussichten für das neue Jahr.

Den Abgesang auf die eigene Branche anstimmen, das haben Zeitungen laut Jens Wegmann schon immer gut gekonnt. Der Geschäftsführer von dk-Medien machte dies beim Neujahrsempfang mit einem Artikel aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ deutlich, in dem der Autor das Ende des bisher bekannten Journalismus verkündet – erschienen im Jahr 1969.

Ein Ende der Tageszeitungen muss auch 46 Jahre später niemand befürchten. „Denn Zeitungen sind glaubwürdig, weil sie dem Presserecht unterliegen“, erklärte Wegmann in seiner Rede beim dk-Neujahrsempfang im Traditionszimmer des Verlagshauses. Vor Vertretern von Wirtschaft, Politik, Religion, Kultur und Verwaltung hatte er vorher die aktuellen Herausforderungen der Branche skizziert. „Die Auflagenzahlen sinken seit Jahren“, das könne man nicht leugnen. „Auch Werbeerlöse machen inzwischen weniger als die Hälfte vom Umsatz aus“, bestätigt Wegmann. Im Jahr 2000 sei es noch so gewesen, dass die Anzeigenerlöse rund zwei Drittel des Umsatzes ausgemacht hätten.

Dafür machte er aber nicht nur das Internet verantwortlich. „Offenbar sind junge Menschen heute völlig anders sozialisiert“, stellte Wegmann fest. Das betreffe nicht nur die Zeitungsverlage, sondern auch andere Branchen, wie den Einzelhandel oder die Musikindustrie, die mit dem Internet ebenfalls vor neuen Herausforderungen stehen. Zudem sprach Wegmann den seit Jahresbeginn geltenden Mindestlohn an. Er bringe im Bezug auf Zeitungsausträger „erheblichen Verwaltungsaufwand und dramatische Rechtsunsicherheit“ mit sich.

Als Konsequenz betonte Wegmann, wie wichtig der Gang in das Internet ist. Die Digitalisierung sieht er als eine „fantastische Chance“, um neue Zielgruppen zu erreichen. „Dabei vergessen wir die gedruckte Zeitung nicht“, versprach Wegmann. Schließlich sieht er die Beteiligung der Neuen Osnabrücker Zeitung am Delmenhorster Kreisblatt als „Stärkung des Kerngeschäfts“.


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