Fünf Angeklagte vor Gericht Familie wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verurteilt

Von Helmuth Riewe

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Delmenhorst. Wegen eines angeblichen räuberischen Diebstahls fanden sich fünf Personen vor Gericht als Angeklagte wieder. Zwei von ihnen hatten mit der Tat nichts zu tun – die übrigen kamen mit milden Strafen davon.

Gleich gegen fünf Personen hatte die Staatsanwaltschaft nach einem Ladendiebstahl vom 11. Februar in einem Delmenhorster Einkaufszentrum Anklage erhoben. Da darunter auch zwei Personen unter 21 Jahren waren, hatte sich nun das Jugendschöffengericht mit dem Fall zu befassen. Vor allem den erwachsenen Angeklagten drohte eine Haftstrafe, da die Strafverfolger das Geschehen zunächst als räuberischen Diebstahl und damit als Verbrechen eingestuft hatten. Im Urteil war davon nicht mehr die Rede.

Die fünf Personen hatten am Tattag den Einkaufsmarkt betreten und waren bereits kurz danach von einem Ladendetektiv kritisch beäugt worden. Zwei der Besucher hatten sich noch im Geschäft von der übrigen Gruppe getrennt, diese beiden wurden nun vom Vorwurf des gemeinschaftlichen Diebstahls frei gesprochen. Ihnen war trotz einiger Auffälligkeiten die Beteiligung an einer strafbaren Handlung nicht nachzuweisen.

Die übrigen drei Angeklagten, Vater, Mutter und Tochter, verstrickten sich hingegen im Kassenbereich des Geschäfts in Auseinandersetzungen, bei denen schließlich bei Mutter und Tochter einige Flaschen Alkoholika, Lippenstift sowie weitere Gegenstände gefunden wurden. Der Vater fiel darüber hinaus dadurch unangenehm auf, dass er ein Handgemenge initiierte, um seinen Begleitern die Flucht ermöglichen zu können. Das jedoch misslang; andererseits war vor Gericht nun nicht nachzuweisen, dass Mutter und Tochter das Diebesgut auch mit Gewaltanwendung hatten verteidigen wollen. Eine Verurteilung wegen räuberischen Diebstahls kam für die Richter daher nicht in betracht. Da die Mutter unter ihrer Oberbekleidung allerdings eine „Diebesschürze“ mit versteckten Taschen getragen hatte, gingen die Richter von gewerbsmäßigen Diebstahl aus.

Für ihre Tatbeteiligung wurden Mutter und Vater jeweils zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, die jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die 16-jährige Tochter hat 40 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten.


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