Eifersucht als Motiv vermutet 25-Jähriger muss für Prügelattacke ins Gefängnis

Von Helmuth Riewe

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Delmenhorst. Vor dem Delmenhorster Schöffengericht ist ein 25-jähriger Mann aus Ganderkesee wegen gemeinschaftlichen Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

Da der Verteidiger des Angeklagten für seinen Mandanten einen Freispruch gefordert hatte, ist mit einem Gang in die Berufung zu rechnen.

Nach ausführlicher Beweisaufnahme hielten es die Richter für erwiesen, dass der Angeklagte in der Nacht zum 23. Juni 2013 mit mehreren unbekannt gebliebenen Begleitern in einer Delmenhorster Wohnung aufgetaucht war. Dort habe er ein Opfer zusammengeschlagen und aus der Wohnung unter anderem zehn Euro Bargeld, Schlüssel und ein Handy mitgehen lassen. Im Hintergrund, so die Vermutung des Gerichts, habe als Motiv Eifersucht gestanden. Jedenfalls sei das Opfer zum Zeitpunkt der Tat mit der Ex-Freundin des 25-Jährigen zusammen gewesen.

Der Angeklagte hatte überraschend eingeräumt, in der Tatnacht vor dem Haus gewesen zu sein, in der das Verbrechen stattgefunden hatte. Hintergrund des Auftritts eines „Stoßtrupps” seien Differenzen um zirka 35 Gramm Marihuana gewesen. Eine Tatbeteiligung bestritt er jedoch ebenso vehement wie eine Eifersuchtstat.

Stattdessen hatte er eine ganze Reihe von Entlastungszeugen benannt, die durchweg mehr oder minder überzeugend bestätigten, dass der Angeklagte in der Tatnacht mit ihnen in Ganderkesee an einer Party teilgenommen hatte. Diese Schlussfolgerung war jedoch durch die Aussage des Angeklagten bereits widerlegt. Wie der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung verkündete, müssen diese Zeugen nun mit Ermittlungsverfahren wegen uneidlicher Falschaussage rechnen. Auch auf den Angeklagten könne eine neue Anklage wegen Anstiftung zur Falschaussage zukommen.


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