"Aus kirchlicher Sicht" Pastorenkolumne: Zum Advent 2020

Von Jessica Grud

Der Advent läuft in diesem Jahr deutlich anders als in allen Jahren zuvor.Der Advent läuft in diesem Jahr deutlich anders als in allen Jahren zuvor.
Friso Gentsch

Delmenhorst. Wie die Erwartung des Weihnachtsfestes in diesem Jahr läuft, schildert Pastoralassistentin Jessica Grud.

Alle Jahre wieder bereiten wir uns in der Adventszeit auf Weihnachten vor. In den vergangenen Jahren waren diese vier Wochen bis zum 24.12. vollends gefüllt mit Terminen – beruflich und privat: Ein Treffen jagte das Nächste, am Wochenende ging es mit Freunden auf den Weihnachtsmarkt und dazwischen musste noch so manches geklärt, organisiert und eingekauft werden. Bei all dem schien mir die Adventszeit vieles zu sein – stressig, chaotisch, eindrucksvoll, kalt – aber nicht das, was sie sein sollte: besinnlich.

Vieles ist hinfällig

Vieles von dem, was den Advent all die Jahre zuvor bestimmt hat, ist in diesem Jahr hinfällig. Den Grund dafür und die beschlossenen Maßnahmen dagegen kennen wir alle nur zu gut. Keine Gruppentreffen, keine Familiengeburtstage, keine Weihnachtsmärkte finden in diesem Advent statt.

Lang aufgeschobene To-Do-Listen

Das lässt so manchen Raum frei für … was eigentlich? Die in diesem Jahr spontan ausgefallenen Feiern und Urlaube haben schließlich schon viel Raum gegeben für lang aufgeschobene To-Do´s, sodass Keller ausmisten, Möbel umstellen oder das leidige Thema Versicherungen abgehackt sind. Wofür also dann den Freiraum nutzen? Für all das, was uns selbst gut tut: Seien es Spaziergänge an der frischen Luft, das Ritual eines Nachmittagstees einführen, sich ein gutes Buch oder einen Lieblingsfilm gönnen in dem Bewusstsein, dass dafür jetzt die Zeit ist! Vielleicht kann der Advent so wieder als Zeit wahrgenommen werden, in der wir warten und uns vorbereiten. Vielleicht wächst in uns eine Vorfreude auf das Weihnachtsfest! Ja, vielleicht ist das mit besinnlich gemeint, was ich alle Jahre wieder vermisst hatte.

Im Namen der Kath. Kirchengemeinde St. Marien wünsche ich Ihnen – trotz allem – eine fröhliche und besinnliche Adventszeit.


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