Ermittlungserfolg nach Raubüberfällen Delmenhorster Polizei bringt sechs junge Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Nach mehreren Raubüberfällen in Delmenhorst und Ganderkesee konnte die Polizei sechs Tatverdächtige festnehmen. Symbolfoto: dpaNach mehreren Raubüberfällen in Delmenhorst und Ganderkesee konnte die Polizei sechs Tatverdächtige festnehmen. Symbolfoto: dpa
Sven Hoppe

Delmenhorst. Seit Beginn des Jahres war es in Delmenhorst und Ganderkesee zu einer Häufung von teilweise brutalen Raubüberfällen gekommen. Intensive Ermittlungen der Polizei haben nun Erfolg gezeigt. Sechs Tatverdächtige konnten festgenommen werden und sitzen in Untersuchungshaft.

In einer Mitteilung informierte die Polizei am Freitagmittag über den Ermittlungserfolg. "Aufgrund der Parallelen bei der Tatbegehung der Täter, sind wir von einem Tatzusammenhang ausgegangen, weswegen wir umgehend eine Sonderkommission eingerichtet haben. Zahlreiche Ermittler haben ununterbrochen und unermüdlich an der Aufklärung der Taten gearbeitet. Ich freu mich sehr, dass diese harte und engagierte Arbeit nun erste Erfolge gebracht hat", berichtet Andre Wächter, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Zunehmende Brutalität war nicht tolerabel

"Die zunehmende Brutalität, mit der die Täter vorgingen, war für uns in keiner Weise tolerabel. Die Ermittlerinnen und Ermittler der Sonderkommission und die Kolleginnen und Kollegen des Einsatz- und Streifendienstes haben mit vorbildlicher Unterstützung der Zentralen Polizeidirektion und umliegender Polizeiinspektionen rund um die Uhr herausragende Arbeit geleistet und konnten durch ihren erfolgreichen Einsatz letztendlich sechs Täter festnehmen, die sich glücklicherweise in Untersuchungshaft befinden", fügt Carsten Hoffmeyer, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion, hinzu.

Diverse Taten im Februar und März

Den Tatverdächtigen können laut Mitteilung der Polizei bisher mehrere Taten zugerechnet werden. Es handelt sich um Raubüberfälle auf Hausbewohner in Ganderkesee vom 15. Januar und 14. Februar sowie Raubüberfälle auf Kioske in Delmenhorst vom 12. Februar, 13. März und 16. März. Weitere Überfälle gab es am 2. März auf einen Delmenhorster Kiosk und am 6. März auf zwei Hausbewohner an der Kantstraße. Die Polizei erklärt, dass eine ausführlich Berichterstattung über die Serie von Raubüberfällen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich gewesen sei.

Nach dem Überfall an der Kantstraße konnten sogar Tatverdächtige festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg sah aufgrund mangelnder Haftgründe jedoch keinen Anlass zur Beantragung eines Haftbefehls, sodass die Männer wieder aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen werden mussten.

Ermittlungen verhinderten ausführliche Berichte

"Zu diesem Zeitpunkt reichten die uns vorliegenden Anhaltspunkte noch nicht aus, um die Voraussetzungen der Untersuchungshaft zu erfüllen. Aus diesem Grund intensivierten wir unsere Maßnahmen in der Ermittlungsarbeit, führten eine umfangreiche Spurenauswertung durch und arbeiteten unter Hochdruck daran, einen Untersuchungshaftbefehl zu erwirken, um die Tatverdächtigen inhaftieren zu können" sagt Andre Wächter.

Das Amtsgericht Delmenhorst nahm anschließend auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg eine Prüfung der Haftgründe vor und ordnete die Untersuchungshaft gegen eine der beiden zuvor festgenommenen Personen an. Gegen den anderen jungen Mann erließ das Amtsgericht Delmenhorst aber dennoch einen Untersuchungshaftbefehl, da er im dringenden Verdacht steht, für andere Straftaten verantwortlich zu sein. Damit konnten Beamte der Polizei die beiden jungen Männer festnehmen und in eine Haftanstalt bringen.

Vier Verdächtige nach Kiosküberfall geschnappt

Nach dem Kiosküberfall in Delmenhorst am 16. März konnte die Polizei gleich vier Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 18 Jahren festnehmen. Nach den Festnahmen hat das Amtsgericht Oldenburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg auch in diesem Fall für die vier Tatverdächtigen die Untersuchungshaft angeordnet, sodass die Jugendlichen sich aktuell in Gefängnissen befinden.

Sonderkommission ermittelt weiter

"Die Sonderkommission arbeitet nun weiter mit Hochdruck daran, die Tatserie vollständig aufzuklären. Es gilt nun, die vorhandenen Erkenntnisse aufzuarbeiten, weitere Spuren und Zeugenaussagen zu bewerten und den Tatverdacht zu erhärten und weiter mögliche Tatbeteiligte zu ermitteln. Auch prüfen wir, ob den Tatverdächtigen weitere Taten zugeordnet werden können", teilt Andre Wächter mit.

Alter der Täter bereitet Polizei Sorgen

"Mit Sorge betrachten wir die Altersstruktur der Tätergruppe, da es sich um Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren handelt. Daher arbeiten unsere Ermittlerinnen und Ermittler eng mit dem Jugendamt und anderen Partnern zusammen, um neben den strafprozessualen Maßnahmen und einer gerichtlichen Verurteilung auch eine Begleitung der Jugendlichen Tatverdächtigen durch die verantwortlichen Institutionen zu gewährleisten." so Wächter weiter.

"Uns ist immerzu bewusst, welche Ängste und welches Leid die Betroffenen durch die brutale Vorgehensweise der Täter durchgemacht haben und womöglich noch durchmachen. Wir fühlen mit den Betroffenen und werden alles in unserer Macht stehende tun, um polizeilicherseits die Grundlage für eine harte Bestrafung der Täter zu schaffen" betont Hoffmeyer.

Polizei will weiter vermehrt Präsenz zeigen

"Wir werden auch weiterhin vermehrte Präsenz auf den Straßen und in Wohngebieten zeigen, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger auch langfristig gewährleisten zu können und um in Gefahrensituationen unverzüglich einschreiten zu können. Oberste Priorität hat für uns der Schutz und die Sicherheit der im Bereich unserer Polizeiinspektion lebenden Menschen. Durch die deutlich verstärkte Polizeipräsenz auf den Straßen und in Wohngebieten, gewährleisten wir die Sicherheit in unserer Polizeiinspektion", sagt der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion.


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