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Überblick - Kostenfreier Artikel Coronavirus in Delmenhorst und Umgebung: Die wichtigen Infos auf einen Blick

Das Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian OhdeDas Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian Ohde

Delmenhorst / Landkreis Oldenburg. Das Coronavirus hat große Auswirkungen auf das Leben in Delmenhorst, Landkreis Oldenburg und der Region. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu Infizierten, Schutzmaßnahmen, Ausfällen und Absagen.

Verdachtsfälle und Infizierte: Das Coronavirus ist bei mehreren in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg wohnhaften Personen nachgewiesen worden. Ein 89-Jähriger Delmenhorster mit Vorerkrankungen ist am Freitagmorgen in Wildeshausen an den Folgen der Infektion verstorben. In Wildeshausen starb am Montag außerdem ein weiterer 89-jähriger Bewohner in einem Pflegeheim. Im Landkreis Diepholz sind am Freitag, 27. März eine 80-Jährige aus Syke sowie am Montag, 30. März, ein 89-Jähriger in einem Sulinger Seniorenheim und ein 79-Jähriger Sulinger in der Klinik Diepholz gestorben. Am 31. März meldete der Landkreis Diepholz seinen dritten Toten, einen 79-jährigen Mann aus Sulingen. Der Verstorbene war Dialysepatient.

In Delmenhorst gibt es nach Angaben der Stadt aktuell 24 bestätigte Corona-Verdachtsfälle. (Stand 1. April, 14.10 Uhr) Die Stadt zählt inzwischen auch den Fall eines Reise-Rückkehrers aus China mit, der seinen Wohnsitz in Delmenhorst hat, während der Krankheit jedoch nicht in Delmenhorst war. Aktuell gibt es zwei infizierte Personen in stationärer Behandlung. Sechs Personen gelten als genesen. Häusliche Quarantäne nach Kontakt zu positiv getesteten Covid-19-Patienten ist derzeit nach Angaben der Stadt in 51 Fällen in Delmenhorst angeordnet (Stand: 1. April, 14.10 Uhr).

Im Landkreis Oldenburg gibt es nach aktuellem Stand des Landesgesundheitsamts (1. April, 13 Uhr) 115 bestätigte Corona-Infektionen. Im Landkreis Diepholz gibt es laut LGA (Stand: 1. April, 13 Uhr) 155 bestätigte Corona-Fälle. Der Landkreis selbst nennt als Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Oldenburg aktuell 119 bestätigte Fälle einer COVID-19-Erkrankung, hervorgerufen durch das Virus Sars-CoV-2 (Stand 1. April, 17 Uhr). Davon gelten aktuell 32 Personen als wieder genesen. Somit gibt es derzeit 87 an Covid-19 Erkrankte. 308 Personen befinden sich zur Zeit aktiv in häuslicher Isolation /Quarantäne. In diesen 303 Personen sind die 87 an Covid-19 Erkrankten eingerechnet.

Die Zahl der bestätigten Corona-Erkrankungen steigt laut Landkreis Diepholz (Stand 1. April, 18 Uhr) im Kreisgebiet mit zwölf Neuinfektionen auf 166. Die Erkrankungen verteilen sich mit 31 Fällen in der Stadt Sulingen, 29 in der Gemeinde Weyhe, 23 in der Gemeinde Stuhr, 16 in der Stadt Diepholz, 15 in der Stadt Syke, jeweils 14 in der Stadt Bassum und der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde, neun in der Stadt Twistringen, fünf in der Samtgemeinde Barnstorf sowie zehn weiteren Fällen im übrigen Landkreisgebiet. 20 Patienten mit einem Corona-Verdacht oder einer bestätigten Infektion werden zurzeit stationär behandelt. Von diesen 20 Patienten werden sieben intensivmedizinisch versorgt, sechs mit Beatmung. Es befinden sich weiterhin mehr als 300 Personen in Quarantäne. Dazu zählen sowohl die bestätigten Erkrankten als auch die ermittelten Kontaktpersonen mit erhöhtem Infektionsrisiko. 

Maßnahmen: Am Sonntagabend, 22. März, haben Bundesregierung und Bundesländer gemeinsame Maßnahmen getroffen, die zur weiteren Eindämmung des Coronavirus beitragen sollen. Demnach dürfen im öffentlichen Raum nur noch höchstens zwei Personen zusammenstehen, wenn sie nicht aus einer Familie oder einer häuslichen Lebensgemeinschaft kommen.

In Delmenhorst hat am Freitag, 13. März, ein Corona-Diagnostik-Zentrum seinen Betrieb aufgenommen. In der zentralen Einrichtung testet die KVN Patienten mit Corona-Verdacht. Grundsätzlich werden hier nur Menschen angenommen, die von ihrem Hausarzt zuvor angemeldet wurden. Patienten ohne Überweisung können nicht getestet werden. Menschen mit entsprechenden Symptomen sollen sich daher zunächst telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Der Arzt klärt dann am Telefon ab, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt, und leitet die Patienten an das zuständige Testzentrum weiter. Aus diesem Grund wird auch der Standort des Zentrums nicht veröffentlicht. Bislang wurden im Zentrum 439 Abstriche durchgeführt (Stand: 30. März, 14.20 Uhr).

Schulschließungen: Niedersachsen hat seit Montag, 16. März, an für vier Wochen alle Schulen, Kitas und Fachhochschulen . Das hat die Landesregierung beschlossen. Es wird eine Notfallbetreuung eingerichtet. Die ist in Delmenhorst für Beschäftigte aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin, öffentliche Sicherheit (Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz) sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge (unter anderem Stadtwerkegruppe und Delbus). Das hat Stadtsprecher Timo Frers mitgeteilt. Die Notbetreuung wird für Schüler bis maximal zur 8. Klasse angeboten. 

Politischer Betrieb eingestellt: Delmenhorst hatte wegen der Corona-Krise zunächst alle Rats- und Ausschussitzungen abgesagt. Am Donnerstag, 26. März, hat der Stadtrat jedoch unter freiem Himmel auf dem Rathausplatz getagt, um wichtige Entscheidungen zu beschließen. 

Bürgertelefone: Das zunächst nur für ein Wochenende geschaltete Delmenhorster Bürgertelefon bleibt weiterhin erreichbar. Unter (04221) 99-1999 kümmern sich Kräfte des Bürgerbüros um Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit der Pandemie und den deshalb nötigen Einschränkungen. Dieses ergänzende Angebot kann bis auf Weiteres montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 13 Uhr genutzt werden. In vielen Gesprächen konnten Unsicherheiten im Verhalten hinsichtlich der momentanen Bedrohungslage durch das Coronavirus geklärt werden, oder die Anruferinnen und Anrufer wurden mit ihren speziellen Fragen an die für sie zuständigen Stellen weitergeleitet. Die Stadt empfiehlt Bürgern, die in Sorge sind, sich mit Covid-19 infiziert zu haben, den Hausarzt zu kontaktieren. Alternativ stehe das Bürgertelefon des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (Montag bis Donnerstag: 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr / Freitag: 8 bis 12 Uhr) unter der Nummer (0511) 4505555 zur Verfügung. Der Landkreis Oldenburg verweist zusätzlich auf die Nummer 116117, unter der der ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar ist. Das Bürgertelefon im Landkreis Diepholz ist unter der Nummer (05441) 9762020 zu erreichen ( Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr und Freitags 8 bis 12 Uhr. Die Niedersächsische Landesregierung hat zudem eine Hotline unter (0511) 120 6000 eingerichtet. Diese ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr erreichbar. 

Öffentliche Veranstaltungen: Die Ausbreitung des Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in unserer Region. Zahlreiche Veranstaltungen sind abgesagt worden, darunter der Delmenhorster Autofrühling und der Delmenhorster Kramermarkt sowie das Frühlingserwachen in Ganderkesee. Das Theater Kleines Haus hat seinen Betrieb vorübergehend komplett eingestellt. Auch in der Divarena wurden bereits Veranstaltungen abgesagt. Der Sportbetrieb in Delmenhorst, Landkreis Oldenburg und Umgebung ist vollständig zum Erliegen gekommen. 

Öffentlicher Nahverkehr: Bis auf Weiteres verkaufen Busfahrer im VBN-Gebiet keine Tickets mehr im Bus, um die Fahrerinnen und Fahrer vor einer Corona-Infektion zu schützen und den öffentlichen Nahverkehr dadurch sicherzustellen. Passagiere werden gebeten, Tickets per Smartphone-App, an Automaten oder in den Service-Centern zu kaufen. Die vordere Bustür bleibt zudem bis auf weiteres beim Einstieg geschlossen. Fahrgäste werden gebeten, die Fläche hinter dem Fahrerarbeitsplatz möglichst frei zu halten. Die Bürgerbusse in Ganderkesee und Wildeshausen haben ihren Betrieb eingestellt. 

Öffentliche Einrichtungen: Die Stadt Delmenhorst schränkt den Publikumsverkehr ein. So wurden die Wartebereiche – soweit möglich – seit Montag, 16. März, geschlossen. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Stadtverwaltung nur noch in dringenden Fällen zu kontaktieren. Wenn möglich, sollen die Anliegen telefonisch besprochen werden. Sollte persönlicher Kontakt unumgänglich sein, wird versucht, einen Termin zu vereinbaren. Das Jobcenter Delmenhorst hat entschieden, dass Kundengespräche ab Montag, 16. März, telefonisch oder schriftlich erfolgen sollen. Ausnahme sind nicht vom Jobcenter abgesagte Termine. Diese sollen weiterhin stattfinden. In Notfällen dürfen Kunden nur noch den Eingangsbereich des Jobcenters betreten. Die niedersächsischen Finanzämter sind seit Montag, 16. März, für den allgemeinen Publikumsverkehr geschlossen. In der Gemeinde Ganderkesee ist am Montag, 16. März das Rathaus geschlossen worden. Besuche im Rathaus sind nur in dringenden Fällen und nur nach Terminvereinbarung möglich. 

Sportstätten: Die Stadt Delmenhorst hat am Montag, 16. März, alle Sport- und Turnhallen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Sportplätze sind von dieser Regelung bislang nicht betroffen.

Betretungsverbot: Für Rückkehrer aus Risikogebieten haben die Stadt Delmenhorst und der Landkreis Oldenburg eine Allgemeinverfügung erlassen. Menschen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in Risikogebieten aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit der Rückkehr unter anderem Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeheime und Hochschulen nicht betreten. Insgesamt sollten soziale Kontakte auf ein Minimum begrenzt werden. 

Risikogebiete laut Robert Koch Institut

Internationale Risikogebiete
  • Ägypten: ganzes Land
  • Frankreich: ganzes Land
  • Iran: ganzes Land
  • Italien: ganzes Land
  • Österreich: ganzes Land
  • Schweiz: Kantone Tessin, Waadt und Genf
  • Spanien: ganzes Land
  • Südkorea: Daegue und die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington, New York und New Jersey

Besonders betroffene Gebiete in Deutschland

  • Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen)

Quelle: Robert Koch Institut


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