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Überblick – Kostenfreier Artikel Coronavirus in Delmenhorst und Umgebung: Die wichtigen Infos auf einen Blick

Das Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian OhdeDas Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian Ohde
Christian Ohde via www.imago-images.de

Delmenhorst / Landkreis Oldenburg. Das Coronavirus hat große Auswirkungen auf das Leben in Delmenhorst, Landkreis Oldenburg und der Region. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu Infizierten, Schutzmaßnahmen, Ausfällen und Absagen.

In Delmenhorst gibt es nach Angaben der Stadt aktuell 114 bestätigte Corona-Fälle (Stand 1. Juli, 14 Uhr). 31 Personen gelten momentan als infiziert, 80 Personen gelten als genesen. Aktuell gibt es sechs Patienten in stationärer Behandlung. Häusliche Quarantäne nach Kontakt zu positiv getesteten Covid-19-Patienten ist derzeit nach Angaben der Stadt in 352 Fällen in Delmenhorst angeordnet.

Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Landkreis Oldenburg beträgt laut Kreisverwaltung aktuell 301 (Stand: 30. Juni, 16 Uhr). Von dieser Gesamtzahl gelten aktuell 235 Personen als wieder genesen. Elf Personen sind verstorben. Somit gibt es derzeit 55 bestätigte Fälle von Covid-19-Erkrankten. Die Personen leben in der Stadt Wildeshausen (36), der Gemeinde Großenkneten (16) und der Samtgemeinde Harpstedt (3). 934 Personen befinden sich zur Zeit aktiv in häuslicher Isolation. Die 235 genesenen Personen verteilen sich auf Dötlingen (6), Ganderkesee (38), Großenkneten (18), Harpstedt (4), Hatten (16), Hude (24), Wardenburg (31) und Wildeshausen (98).

Der Landkreis Diepholz hat zuletzt 408 bestätigte Infektionen vermeldet (Stand: 1. Juli, 15 Uhr). Aktuell sind 13 Personen akut erkrankt. Es werden sechs Patienten mit einem Corona-Verdacht oder einer bestätigten Infektion stationär behandelt. 26 Personen, darunter ein Mann aus Stuhr und eine Frau aus dem nördlichen Landkreis, sind in Zusammenhang mit dem Virus verstorben. In der Gemeinde Stuhr wurden bislang insgesamt 55 Corona-Fälle bestätigt. 

Todesfälle: In Delmenhorst sind (Stand: 24. Juni, 13 Uhr) drei Todesfälle verzeichnet. Ein 89-jähriger Delmenhorster starb am 27. März im Johanneum in Wildeshausen. Am 7. April starb eine etwa 70 Jahre alte Frau im JHD in Delmenhorst. Zuletzt starb am 29. Mai ein Delmenhorster in einem Krankenhaus außerhalb der Stadt. Er wurde zuvor längere Zeit auf der Intensivstation betreut. Alle drei Verstorbenen hatten Vorerkrankungen. Im Landkreis Oldenburg stieg die Zahl der Todesfälle zuletzt am Sonntag, 3. Mai, auf insgesamt elf. Im Landkreis Diepholz stieg die Zahl der Verstorbenen zuletzt am 26. Mai auf insgesamt 26.

In Delmenhorst hat am Freitag, 13. März, ein Corona-Diagnostik-Zentrum seinen Betrieb aufgenommen. In der zentralen Einrichtung testet die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) Patienten mit Corona-Verdacht. Grundsätzlich werden nur Menschen angenommen, die von ihrem Hausarzt zuvor angemeldet wurden. Patienten ohne Überweisung können nicht getestet werden. Menschen mit entsprechenden Symptomen sollen sich daher zunächst telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Der Arzt klärt dann am Telefon ab, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt, und leitet die Patienten an das zuständige Testzentrum weiter. Aus diesem Grund wird auch der Standort des Zentrums nicht veröffentlicht. Bis zum 4. Juni wurden im Zentrum 1509 Abstriche durchgeführt. Seitdem veröffentlicht die Stadtverwaltung die aktuellen Zahlen nicht mehr.

Die Maßnahmen

Am Sonntagabend, 22. März, haben Bundesregierung und Bundesländer gemeinsame Maßnahmen getroffen, die zur weiteren Eindämmung des Coronavirus beitragen sollen. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni zu verlängern. In Niedersachsen dürfen sich seit dem 22. Juni wieder Gruppen mit bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Zudem gilt weiterhin die Zwei-Haushalte-Regel, das heißt, dass auch Treffen von mehr als zehn Personen zulässig sind, sofern diese nicht mehr als zwei Haushalten angehören. 

Es wird weiterhin empfohlen, die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen, heißt es im Bund-Länder-Beschluss. Auch bei Treffen zu Hause sollten Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Wenn möglich sollten private Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden, da hier ein erheblich geringeres Infektionsrisiko besteht.

Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen ist weiterhin einzuhalten. Zudem gibt es in bestimmten öffentlichen Bereichen eine Maskenpflicht. Für Niedersachsen gilt: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist beim Einkaufen (auch auf Wochenmärkten) und im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Niedersachsen hat seit Montag, 27. April, eine Maskenpflicht eingeführt. Die Stadt Delmenhorst teilte dazu am 22. April mit, dass das Tragen sogenannter Alltagsmasken nicht nur in Krankenhäusern, Heimen, Geschäften sowie in Bussen und Taxis Vorschrift ist. Zudem kann an kulturellen Veranstaltungen nur mit Mund-Nasen-Schutz teilgenommen werden. Auch auf den Wochenmärkten, in Schulen (außerhalb des Unterrichts), im Schulbus und bei der Abholung von Kindern aus Schulen oder Kindertagesstätten ist das Tragen von Alltagsmasken Pflicht. Als Alltagsmaske soll jeder Schutz vor Mund und Nase genutzt werden dürfen, der aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch zum Beispiel Husten oder Niesen zu verringern. Auch selbst geschneiderte Masken, Schals und Tücher sind erlaubt. Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind von der Pflicht befreit.

Einzelhandel und Gastronomie: Alle Einzelhandelsgeschäfte unabhängig von ihrer Größe dürfen wieder öffnen. Nach dem Wegfall der 50-Prozent-Regel können Restaurants, Gaststätten, Imbisse, Cafés, Biergärten und Kantinen wieder alle Plätze vergeben. An einem Tisch dürfen ab 22. Juni Personen zweier Haushalte oder bis zu zehn Personen mehrerer Haushalte sitzen. Außerdem muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu jedem anderen Gast, soweit dieser nicht zu einem der beiden Hausstände oder zu der Gruppe gehört, eingehalten werden. Die Gäste müssen ihre Kontaktdaten angeben, damit gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgt werden können. Eine Reservierung wird empfohlen. Clubs, Diskotheken und auch Shisha-Bars dürfen weiterhin nicht öffnen. 

Kosmetik und Körperpflege: Friseurläden durften bereits am 4. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen, müssen aber ein Schutzkonzept vorlegen. So muss unter anderem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden sowie Namen und Kontaktdaten angegeben werden. Auch  Maniküre-, Pediküre- und Kosmetikstudios sowie Massagepraxen und Tattoo-Studios dürfen unter Einschränkungen öffnen.

Freizeit: Seit Montag, 8. Juni, dürfen in Niedersachsen Bars und Kneipen unter Auflagen wieder öffnen. Der Sauna-Betrieb ist seit dem 22. Juni eingeschränkt wieder möglich. Zudem dürfen seit diesem Datum Theater, Musikbühnen und Kinos ihr Programm eingeschränkt fortführen. Die Zuschauer müssen den Mindestabstand wahren und einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch Treffen und Sitzungen von Vereinen sind ab 22. Juni unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder möglich. Seit dem 25. Mai dürfen Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen wieder öffnen.  Frei-, Spaß- und Hallenbädern, Klettergärten, Indoor-Spielplätzen, Minigolfanlagen und ähnlichen Freizeiteinrichtungen im Freien dürfen seit dem 22. Juni unter Auflagen öffnen.

Schulen: Niedersachsen hatte seit Montag, 16. März, alle Schulen, Kitas und Fachhochschulen geschlossen. Es wurde eine Notfallbetreuung eingerichtet. Schulen sind laut Beschluss vom 15. April schrittweise ab dem 4. Mai wieder geöffnet worden. In Niedersachsen haben die Abschlussklassen bereits am 27. April wieder mit dem Unterricht losgelegt. In Schulen sind seit 22. Juli Abschlussveranstaltungen und Zeugnisübergaben wieder zulässig. Das Gleiche gilt für den Sportunterricht unter strengen Auflagen. Die Schulen sollen spätestens nach den Sommerferien wieder in den Regelbetrieb übergehen.

Kinderbetreuung: Auch die Kindertagesbetreuung wird in Niedersachsen nun schrittweise erweitert. Das geht aus dem vom Kultusministerium erarbeiteten „Phasenplan-Kita“ hervor. Seit dem 6. Mai können demnach private Betreuungsmöglichkeiten genutzt werden. Seit dem 11. Mai können dann Tagesmütter und Tagesväter ihre Betreuungsangebote wieder aufnehmen und seit dem 18. Mai wurde die Notbetreuung landesweit deutlich ausgeweitet. Ab dem 22. Juni öffnen Kitas wieder für alle Kinder in einem eingeschränkten Regelbetrieb. Alle Kinder können demnach wieder in die Kita, die Zeiten können jedoch eingeschränkt sein.

Kultur und Veranstaltungen:  Am 15. April haben Bund und Länder beschlossen, dass Großveranstaltungen deutschlandweit bis zum 31. August untersagt sind. Niedersachsen hat entschieden, dass dies bis mindestens Ende Oktober gelten soll. Wieder aufmachen können seit dem 6. Mai Museen, Galerien, Ausstellungen, Gedenkstätten und Tierparks. Die Zahl der Besucher ist aber begrenzt. In geschlossenen Räumen sollen pro Person zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen, außerdem sollen Mund und Nase bedeckt bedeckt werden. In der Stadt Delmenhorst haben das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur auf dem Nordwolle-Gelände und die Städtische Galerie Delmenhorst, seit Montag, 11. Mai, wieder für Besucher geöffnet. Kulturelle Veranstaltungen sind ab 22. Juni auch wieder in geschlossenen Räumen möglich. Chöre und Blasorchester dürfen im Freien wieder proben und auftreten. Ab dem 31. August sollen zudem auch Messen unter Auflagen wieder zulässig sein. 

Tourismus: Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze können ihre Betten ab dem 22. Juni wieder zu 100 Prozent belegen. In Reisebussen dürfen ab diesem Tag zudem Gruppen von zehn Personen nebeneinander sitzen. Das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter gilt in diesem Fall nicht. 

Hochzeiten und Beerdigungen: Eine weitere Lockerung gibt es auch für Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und andere religiöse Feiern, an denen nun bis zu 50 Personen teilnehmen können – jedoch unter strengen Auflagen. Für standesamtliche Trauungen gelten weitere Einschränkungen: Im Trauzimmer in Delmenhorst dürfen aktuell elf Personen, im Gartenhaus 28 Personen (Gästebereich wegen der Stuhlbündelung auf maximal acht Haushalte beschränkt) und in der Markthalle 50 Personen bei den Hochzeiten anwesend sein – inklusive Brautpaar und Standesbeamtin.

Rathaus und Verwaltung: Seit Montag, 11. Mai, sind das Rathaus und die städtischen Einrichtungen wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Unter anderem sind das Stadthaus, das Bürgerbüro und die Kfz-Zulassungsstelle im City-Center wieder zu den regulären Öffnungszeiten für die Bürgerinnen und Bürger da. Mit vorheriger Terminabsprache können Anliegen dann wieder vor Ort erledigt werden. Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten. Dazu zählt ab kommender Woche auch eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Stadtbücherei hat seit Montag, 25. Mai, wieder ihre Türen geöffnet.

Sport: Nach der Öffnung der Sportanlagen im Freien ist  wieder erlaubt, in Hallen und Fitness-Studios Sport zu treiben. Dabei müssen die Sportler die Hygieneregeln und einen Abstand von zwei Metern einhalten. Die Aktivitäten müssen kontaktlos sein. Im Fitness-Studio müssen die Kunden die Geräte nach jeder Nutzung desinfizieren und beim Betreten und Verlassen des Studios die Kontaktdaten hinterlassen. Umkleidekabinen, Dusch- und Waschräume können wieder genutzt werden. Schwimm-, Hallen- und Spaßbäder dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Kleine Breitensportveranstaltungen im Freien sind seit dem 22. Juni wieder möglich. Bis zu 50 Personen dürfen dabei zuschauen, wenn sie dabei einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. Darüber hinaus, also ab 50 und bis maximal 250 Besuchern, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Sicherheit der beteiligten Personen gewährleistet werden kann. 

Obergrenze für Neuinfektionen: Bund und Länder haben in ihrem Beschluss vom 6. Mai eine Obergrenze für Corona-Neuinfektionen vereinbart. Demnach müssen Regionen Lockerungen zurücknehmen, wenn es in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Gemessen an der Einwohnerzahl von Delmenhorst bedeutet das: Sollten binnen einer Woche mehr als 41 Neuinfektionen in der Stadt bestätigt werden, kommt es zu strikteren Beschränkungen.


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