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Überblick – Kostenfreier Artikel Coronavirus in Delmenhorst und Umgebung: Die aktuellen Regelungen auf einen Blick

Das Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian OhdeDas Coronavirus hat großen Einfluss auf das öffentliche Leben in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg. Symbolfoto: imago images/Christian Ohde
Christian Ohde via www.imago-images.de

Delmenhorst / Landkreis Oldenburg. Das Coronavirus hat große Auswirkungen auf das Leben in Delmenhorst, Landkreis Oldenburg und der Region. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu den aktuellen Regelungen.

Covid-19-Diagnose

In Delmenhorst hat am Freitag, 13. März, ein Corona-Diagnostik-Zentrum seinen Betrieb aufgenommen. In der zentralen Einrichtung hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) Patienten mit Corona-Verdacht getestet. Grundsätzlich wurden nur Menschen angenommen, die von ihrem Hausarzt zuvor angemeldet wurden. Inzwischen ist der Betrieb der Niedersächsischen Testzentren in den Ruhemodus versetzt worden. Die Zentren blieben eingerichtet und könnten bei einer zweiten Infektionswelle schnell reaktiviert werden. Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte telefonisch weiterhin seinen Hausarzt oder den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 kontaktieren. Die Mediziner klären am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und ein Test notwendig ist. Bis zum 4. Juni wurden im Delmenhorster Testzentrum 1509 Abstriche durchgeführt. Seitdem hat die Stadtverwaltung die aktuellen Zahlen nicht mehr veröffentlicht.

Die Maßnahmen

Bundesregierung und Bundesländer haben gemeinsame Maßnahmen getroffen, die zur weiteren Eindämmung des Coronavirus beitragen sollen. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie weiter zu verlängern. In Niedersachsen dürfen sich seit dem 22. Juni wieder Gruppen mit bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Zudem gilt weiterhin die Zwei-Haushalte-Regel, das heißt, dass auch Treffen von mehr als zehn Personen zulässig sind, sofern diese nicht mehr als zwei Haushalten angehören. 

Es wird weiterhin empfohlen, die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen, heißt es im Bund-Länder-Beschluss. Auch bei Treffen zu Hause sollten Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und für ausreichende Belüftung gesorgt werden. Wenn möglich sollten private Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden, da hier ein erheblich geringeres Infektionsrisiko besteht.

Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen ist weiterhin einzuhalten. Zudem gibt es in bestimmten öffentlichen Bereichen eine Maskenpflicht. Für Niedersachsen gilt: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist beim Einkaufen (auch auf Wochenmärkten) und im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Niedersachsen hat seit Montag, 27. April, eine Maskenpflicht eingeführt. Die Stadt Delmenhorst teilte dazu am 22. April mit, dass das Tragen sogenannter Alltagsmasken nicht nur in Krankenhäusern, Heimen, Geschäften sowie in Bussen und Taxis Vorschrift ist. Zudem kann an kulturellen Veranstaltungen nur mit Mund-Nasen-Schutz teilgenommen werden. Auch auf den Wochenmärkten, in Schulen (außerhalb des Unterrichts), im Schulbus und bei der Abholung von Kindern aus Schulen oder Kindertagesstätten ist das Tragen von Alltagsmasken Pflicht. Als Alltagsmaske soll jeder Schutz vor Mund und Nase genutzt werden dürfen, der aufgrund seiner Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln durch zum Beispiel Husten oder Niesen zu verringern. Auch selbst geschneiderte Masken, Schals und Tücher sind erlaubt. Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind von der Pflicht befreit.

Einzelhandel und Gastronomie: Alle Einzelhandelsgeschäfte unabhängig von ihrer Größe dürfen öffnen. Nach dem Wegfall der 50-Prozent-Regel können Restaurants, Gaststätten, Imbisse, Cafés, Biergärten und Kantinen wieder alle Plätze vergeben. An einem Tisch dürfen seit dem 22. Juni Personen zweier Haushalte oder bis zu zehn Personen mehrerer Haushalte sitzen. Außerdem muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu jedem anderen Gast, soweit dieser nicht zu einem der beiden Hausstände oder zu der Gruppe gehört, eingehalten werden. Die Gäste müssen ihre Kontaktdaten angeben, damit gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgt werden können. Eine Reservierung wird empfohlen. Clubs und Diskotheken  dürfen weiterhin nicht öffnen. Die Landesregierung hat Ende Juli auf das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg reagiert und die coronabedingte Schließung von Shisha-Bars aufgehoben. Einrichtungen, in denen Shisha-Pfeifen zum Konsum angeboten werden, dürfen unter Berücksichtigung eines Hygienekonzepts wieder öffnen und ihren Gästen das Rauchen von Shisha-Pfeifen erlauben.

Kosmetik und Körperpflege: Friseurläden durften bereits am 4. Mai ihren Betrieb wieder aufnehmen, müssen aber ein Schutzkonzept vorlegen. So muss unter anderem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden sowie Namen und Kontaktdaten angegeben werden. Auch  Maniküre-, Pediküre- und Kosmetikstudios sowie Massagepraxen und Tattoo-Studios dürfen unter Einschränkungen öffnen.

Freizeit: Seit Montag, 8. Juni, dürfen in Niedersachsen Bars und Kneipen unter Auflagen wieder öffnen. Der Sauna-Betrieb ist seit dem 22. Juni eingeschränkt wieder möglich. Auch Treffen und Sitzungen von Vereinen sind seit 22. Juni unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln wieder erlaubt. Zudem dürfen seit diesem Datum Theater, Musikbühnen und Kinos ihr Programm fortführen. Seit dem 6. Juli sind in Kulturzentren, Theatern und Opernhäuser, aber auch in Kinos wieder bis zu 500 Personen erlaubt. Ein Mundschutz ist nicht notwendig, sobald die Besucher auf ihrem Platz sitzen. Sofern sie sich bewegen, müssen sie jedoch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Seit dem 25. Mai dürfen zudem Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmestellen wieder öffnen. Frei-, Spaß- und Hallenbädern, Klettergärten, Indoor-Spielplätzen, Minigolfanlagen und ähnlichen Freizeiteinrichtungen im Freien dürfen seit dem 22. Juni unter Auflagen öffnen. Bei allen touristischen Angeboten wie Schifffahrten, Kutschfahrten, Stadt- und Naturführungen gilt seit dem 6. Juli die Zehn-Personen-Regel. Seit dem 13. Juli sind zudem Jugendreisen und -veranstaltungen wieder mit bis zu einer Gruppengröße von 50 Teilnehmenden erlaubt.

Schulen: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat angekündigt: „Wir planen das neue Schuljahr 2020/2021 auf der Basis von Normalität. Stand heute kommen wir mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen zu der klaren Einschätzung, dass das Schuljahr 2020/2021 im eingeschränkten Regelbetrieb startet.“ Sollte sich die Infektionslage verschlechtern, wird auf das Szenario B, welches eine Kombination aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause vorsieht, zurückgegriffen. Szenario C tritt im Falle lokaler oder landesweiter Schulschließungen und Quarantäne in Kraft. Anzeichen für flächendeckende Schulschließungen gebe es derzeit aber nicht, so Tonne.

Kinderbetreuung: Seit dem 1. August öffnen die Kitas und Kindergärten in Niedersachsen – und damit auch in der Stadt Delmenhorst – wieder im Regelbetrieb. Auch die Neuaufnahme von Kindern ist wieder möglich.  In den vergangenen vier Wochen habe sich mit einem eingeschränkten Regelbetrieb und großen Gruppen gezeigt, dass die Kitas nicht zu einem Hotspot von Corona-Infektionen geworden seien, begründete Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Lockerung.

Kultur und Veranstaltungen:  Am 15. April haben Bund und Länder beschlossen, dass Großveranstaltungen deutschlandweit bis zum 31. August untersagt sind. Niedersachsen hat entschieden, dass dies bis mindestens Ende Oktober gelten soll. Wieder aufmachen können seit dem 6. Mai Museen, Galerien, Ausstellungen, Gedenkstätten und Tierparks. Die Zahl der Besucher ist aber begrenzt. In geschlossenen Räumen sollen pro Person zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen, außerdem sollen Mund und Nase bedeckt bedeckt werden. In der Stadt Delmenhorst haben das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur auf dem Nordwolle-Gelände und die Städtische Galerie Delmenhorst, seit Montag, 11. Mai, wieder für Besucher geöffnet. Kulturelle Veranstaltungen sind seit 22. Juni auch wieder in geschlossenen Räumen möglich. Chöre und Blasorchester dürfen im Freien wieder proben und auftreten. Ab dem 31. August sollen zudem auch Messen unter Auflagen wieder zulässig sein. 

Tourismus & Reisen: Hotels, Pensionen, Jugendherbergen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze können ihre Betten seit dem 22. Juni wieder zu 100 Prozent belegen. In Reisebussen dürfen seitdem Gruppen von zehn Personen nebeneinander sitzen. Das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter gilt in diesem Fall nicht. Alle Reisenden sollen sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können, auch wenn sie sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Wer aus einem vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Land einreist, soll sich direkt am Flughafen testen lassen können. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am 24. Juli geeinigt. Das Bundesgesundheitsministerium hat darüber hinaus am 27. Juli eine Test-Pflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten angekündigt, die voraussichtlich in der ersten Augustwoche in Kraft treten soll.

Hochzeiten und Beerdigungen: Eine weitere Lockerung gibt es auch für Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen und andere religiöse Feiern, an denen nun bis zu 50 Personen teilnehmen können – jedoch unter strengen Auflagen. Für standesamtliche Trauungen gelten weitere Einschränkungen: Im Trauzimmer in Delmenhorst dürfen aktuell elf Personen, im Gartenhaus 28 Personen (Gästebereich wegen der Stuhlbündelung auf maximal acht Haushalte beschränkt) und in der Markthalle 50 Personen bei den Hochzeiten anwesend sein – inklusive Brautpaar und Standesbeamtin.

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen: Bewohner von Pflegeheimen, Senioren- oder Behinderteneinrichtungen dürfen Besuch empfangen, soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung pflegen und diese kurzzeitig verlassen, entsprechend dem Hygienekonzept der Einrichtung. Die Regeln variieren jedoch, weshalb sich Besucher zuvor informieren sollten. Im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) darf bisher jeder Patient einen Besucher pro Tag empfangen. Seit dem 13. Juli erlaubt das Land Niedersachsen, dass Heimbewohner und Krankenhauspatienten wieder von mehr als einer Person gleichzeitig Besuch erhalten, wenn es die örtlichen Hygienemaßnahmen zulassen. Dies wird jedoch nicht in allen Einrichtungen sofort umgesetzt. So gilt im JHD etwa noch die Ein-Besucher-Regel. Die Gäste müssen im JHD einen Checkpoint passieren, werden namentlich erfasst und müssen einen Fragebogen ausfüllen.

Rathaus und Verwaltung: Seit Montag, 11. Mai, sind das Rathaus und die städtischen Einrichtungen wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Unter anderem sind das Stadthaus, das Bürgerbüro und die Kfz-Zulassungsstelle im City-Center wieder zu den regulären Öffnungszeiten für die Bürgerinnen und Bürger da. Mit vorheriger Terminabsprache können Anliegen dann wieder vor Ort erledigt werden. Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten. Dazu zählt auch eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Stadtbücherei hat seit Montag, 25. Mai, wieder ihre Türen geöffnet.

Sport: Nach der Öffnung der Sportanlagen im Freien ist  wieder erlaubt, in Hallen und Fitness-Studios Sport zu treiben. Im Fitness-Studio müssen die Kunden die Geräte nach jeder Nutzung desinfizieren und beim Betreten und Verlassen des Studios die Kontaktdaten hinterlassen. Umkleidekabinen, Dusch- und Waschräume können wieder genutzt werden. Schwimm-, Hallen- und Spaßbäder dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Kleine Breitensportveranstaltungen im Freien sind seit dem 22. Juni wieder möglich. Bis zu 50 Personen dürfen dabei zuschauen, wenn sie dabei einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. Darüber hinaus, also ab 50 und bis maximal 500 Besuchern, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Sicherheit der beteiligten Personen gewährleistet werden kann – unter anderem muss es feste Sitzplätze geben. Auch Kontaktsport ist seit dem 6. Juli wieder erlaubt. Sofern die Kontaktdaten dokumentiert werden, ist der Kontaktsport seit dem 1. August in einer Gruppe bis 50 Personen möglich, das heißt auch Spiele gegeneinander – eine feste Kleingruppe ist hierfür nicht mehr notwendig. Möglich sind damit beispielsweise Testspiele beim Fußball in der Saisonvorbereitung.

Obergrenze für Neuinfektionen: Bund und Länder haben in ihrem Beschluss vom 6. Mai eine Obergrenze für Corona-Neuinfektionen vereinbart. Demnach müssen Regionen Lockerungen zurücknehmen, wenn es in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Gemessen an der Einwohnerzahl von Delmenhorst bedeutet das: Sollten binnen einer Woche mehr als 41 Neuinfektionen in der Stadt bestätigt werden, kommt es zu strikteren Beschränkungen.


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