Parkplatz wird gebührenpflichtig Delmenhorst will Nordwolle-Anwohner vor Parkchaos schützen

Jeden Tag rappelvoll: Hauptparkplatz auf dem Nordwolle-Gelände zwischen VHS und com.media. Foto: Stefanie JürgensenJeden Tag rappelvoll: Hauptparkplatz auf dem Nordwolle-Gelände zwischen VHS und com.media. Foto: Stefanie Jürgensen
JÜRGENSENStefanie

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst will die Anwohner des Nordwolle-Geländes vor Fremdparkern an den Wohnhäusern schützen. Weil der zentrale Parkplatz demnächst Gebühren kostet, suchen womöglich viele Autofahrer in den Seitenstraßen Abstellmöglichkeiten.

Der Autofahrer scheut allgemein kostenpflichtige Parkplätze und sucht sich lieber Abstellmöglichkeiten zum Nulltarif. Weil dies auch für das Nordwolle-Gelände erwartet wird, wenn denn auf dem zentralen Parkplatz Gebührenautomaten aufgestellt werden, will die Stadt die Anwohner in dem Quartier vor Fremdparkern in den Seitenstraßen schützen. Das war einhellige Meinung im Planungsausschuss des Stadtrates am Dienstag.

Stadt im Dilemma

Fachbereichschef Fritz Brünjes bekräftigte: "Wir müssen den Anwohnern helfen!" Und auch SPD-Ratsherr Detlef Ross machte deutlich, dass es kein Chaos im Wohnviertel geben dürfe. Es müssten Anwohnerparkplätze gekennzeichnet werden. Die Stadt wird allerdings nicht derart in die Bresche springen, dass auch künftig auf dem Hauptparkplatz ein Nulltarif gilt. Brünjes: "Wir stecken da in einem Dilemma: Wenn die Stadt die Fläche pachten würde, müsste sie Geld bezahlen, damit weiterhin umsonst geparkt werden kann. Eine solche Lösung passt aber nicht mehr in die Landschaft."

Alternative für Job-Center

Der Eigentümer des betreffenden Geländes an der Lahusenstraßehat nach Rathausangaben angekündigt, Gebühren fürs Parken zu nehmen. Der für ihn kostenaufwändigen Verkehrssicherungspflicht stünden derzeit keine Einnahmen entgegen. Die reservierten Stellplätze für Beschäftigte des Job-Centers würden in Kürze auf eine Fläche an der Straße Turbinenhaus verlegt. Die Nutzung des Parkplatzes an der Lahusenstraße erfolge zu den Öffnungs- beziehungsweise Betriebszeiten der umliegenden Einrichtungen Montag bis Freitag nahezu zu hundert Prozent. Darüber hinaus finden auch Veranstaltungen an Abenden und an Wochenenden statt.

Regelmäßig Beschwerden

Die direkten Anwohner besitzen nach Stadtangaben Überwegungsrechte, da ihre Grundstücke nicht von der Nordwollestraße, sondern nur rückwärtig über die Privatfläche erreichbar sind. Von dort gingen regelmäßig Beschwerden über zugeparkte Einfahrten ein. Der Flächeneigen­tümer hat laut der Mitteilung bislang nichts dagegen unternommen. Nunmehr wolle er in die Bewirtschaftung mit Parkscheinautomaten einsteigen. Das konkrete Preismodell stehe noch nicht fest, solle sich aber an der städtischen Parkge­bühren­satzung orientieren. Auch Zeitkarten seien demnach geplant. Die Über­wach­ung werde er mit Kräften vor Ort privatrechtlich durchführen.

Stadt fehlt Personal

Für die Stadt ergeben sich nach ihren Erwartungen vier Konsequenzen, die nicht unerheblichen Aufwand auslösen: Die Bewirtschaftung der zeitweise intensiv genutzten Parkplatz-Fläche wird zu Verlagerungen des ruhenden Kfz.-Verkehrs in die umliegenden Straßen führen. Davon werden auch Privatstraßen betroffen sein. In den umliegenden öffentlichen Straßen müssen daher Parkbeschränkungen angeordnet und beschildert werden. Für Anwohner müssen Ausnahmen von den Beschränkungen ausgegeben werden. Und es müsste seitens der Stadt regelmäßig in den öffentlichen Straßen kontrolliert werden. Mit den vorhandenen 3,5 Kräften in der Parkraumüberwachung ist eine intensivere Überwachung laut Rathaus jedoch nicht leistbar. Es müsste zusätzliches Überwachungspersonal eingestellt werden.

Anwohner fordern Kontrollen 

Die Stadt geht davon aus, dass die Anwohner die regelmäßige Überwachung sehr nachdrücklich einfordern werden - so wie es beispielsweise im Bereich Deichhorst/ Klini­kum der Fall ist. Selbst unter den jetzigen Bedingungen gebe es immer mal wieder Beschwer­den von Nordwolle-Anliegern über Dauerparker, die Einrichtun­gen auf dem Gelände besuchen. 


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