Vorfall der Polizei gemeldet Fasanenjagd ruft Ärger von Hundehaltern in Delmenhorst hervor

Bei einer Fasanenjagd im Delmenhorster Stadtsüden sind auch Hunde und Pferde erheblich aufgeschreckt worden, beklagt eine Hundehalterin. Der Fall ist polizeibekannt. Ob seitens der Jäger ein Fehlverhalten vorlag, wird derzeit von den Behörden geprüft. Symbolfoto: Patrick Pleul/ dpaBei einer Fasanenjagd im Delmenhorster Stadtsüden sind auch Hunde und Pferde erheblich aufgeschreckt worden, beklagt eine Hundehalterin. Der Fall ist polizeibekannt. Ob seitens der Jäger ein Fehlverhalten vorlag, wird derzeit von den Behörden geprüft. Symbolfoto: Patrick Pleul/ dpa
Patrick Pleul / dpa

Delmenhorst. Bei einer Fasanenjagd im Delmenhorster Stadtsüden sind auch Hunde und Pferde erheblich aufgeschreckt worden, beklagt eine Hundehalterin. Der Fall ist polizeibekannt. Ob seitens der Jäger ein Fehlverhalten vorlag, wird derzeit von den Behörden geprüft.

Haben Jäger im Stadtsüden am Samstag bei einer Fasanenjagd die Sicherheit von Hunden und Pferden gefährdet? Das zumindest beklagt die Delmenhorsterin und Hundehalterin Claudia Groß. Der Vorfall ist der Polizei bekannt und wird von der Stadt und dem Landkreis geprüft.

"Hund war starr vor Schock"

Was ist passiert? Nach Schilderung der Delmenhorsterin Groß haben Jäger am Samstag im Bereich der Mili und der Straße Im Delmegrund auf Fasane geschossen. Ihren Angaben zufolge legten die Waidmänner auch an, als sich Spaziergänger und ihre Hunde sowie Weidetiere in der Nähe waren. Laut Groß befanden sich in dem Bereich auf der Höhe der Tennis-Halle Pferde auf der Weide. "Es wurde in nur geringer Distanz zu den Pferden geschossen, sodass die Tiere panisch wurden und kurz vor dem Ausbrechen waren", teilte sie dieser Zeitung mit. Neben der Spaziergängerin samt ihrer Hündin sei ebenfalls geschossen worden. Ihre Hündin sei darauf "völlig verstört und ängstlich" gewesen. Ein anderer Spaziergänger, so schildert es die Delmenhorsterin, habe seinen Hund "starr vor Schock" zu seinem Auto tragen müssen, nachdem ein Fasan nur wenige Meter neben dem Zaun der Hundefreilauffläche im Delmegrund geschossen wurde - und der Hund nur unweit daneben stand. 

"Jäger hat Recht, auf seinem Boden zu jagen"

Kreisjägermeister Helmuth Blauth bestätigt zwar, dass der Delmegrund Jagdgebiet ist, kann sich auf Nachfrage dieser Zeitung nicht zu dem konkreten Vorfall äußern. "Grundsätzlich ist der Herbst Jagdzeit und ein Grundeigentümer oder ein Jagdpächter hat das Recht, auf seinem Boden zu jagen, solange andere Tiere oder Menschen nicht gefährdet werden." Das sei rechtlich eindeutig geregelt. Notfalls habe der Jagdleiter dafür zu sorgen, im Vorfeld über die Jagd zu informieren oder Schilder aufzustellen, damit mögliche Spaziergänger Bescheid wüssten. Und das sei dann auch von den Bürgern zu respektieren, andernfalls liege eine Ordnungswidrigkeit dar, so Blauth. "Eine solche Jagd ist hinzunehmen, auch wenn es laut knallt und der Hund sich erschreckt." 

Jagdleiter muss für Sicherheit sorgen

Der Kreisjägermeister sagt aber auch, dass ein Jagdleiter einschätzen muss, ob für Passanten und deren Hunde eine Gefahr besteht. Das betrifft auch die Ansprache von Spaziergängern, wenn diese sich zu nah am Treiben bewegten. "Befände sich innerhalb von 300 Metern Radius ein Spaziergänger, würde ich die Jagd einstellen", sagt Blauth. 

Ob sich Jäger nun am Samstag fehlerhaft verhalten haben, kann er nicht einschätzen. Der Fall ist allerdings polizeibekannt. Laut Polizeisprecherin Daniela Seeger prüft nun die zuständige Jagdbehörde des Landkreises Oldenburg, ob und inwieweit ein Vergehen vorliegt. Auch der Stadt Delmenhorst liegt eine Beschwerde über die Jagd vor, deren Sachverhalt aktuell geprüft werde, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus.


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