Kolumne Quergedacht: Wer schlau ist, baut Brücken

Mit Brückentage lässt sich der Urlaub optimieren. Foto: imago/SteinachMit Brückentage lässt sich der Urlaub optimieren. Foto: imago/Steinach
imago stock&people

Delmenhorst. In der neuen Folge unserer stets urlaubsreifen Kolumne geht es um Brückentage, kurzes Glück und einen Zahnarztbesuch.

Über sieben Brücken muss man gehen, so heißt es, will man irgendwie ans Licht. Und wer manchmal ohne Rast und Ruh ist, der denkt ohne Umschweife an Urlaub. Und in der dunklen Jahreszeit, in der wir uns nun, ein Blick aus dem Fenster genügt, befinden, da wird der Urlaub des kommenden Jahres bereits besonders wichtig. Denn der alte Urlaub ist nur noch Erinnerung, der neue schon Verheißung. Und so bricht nun die Zeit der Meister an, der Meister des Brückenbauens. Stichwort Brückentage. Wer jetzt umsichtig plant, so säuselt der Frühstücksfernseh-Moderator, der kann seinen Jahresurlaub ordentlich verlängern. 

Das Glas ist halb leer

Es gibt Experten, deren Arbeitsjahr besteht nur noch aus Wochenenden, Brückentagen und blauen Montagen. Wer nicht so geschickt ist, geht leer aus. Unsereiner sitzt eher rudernd in der Galeere, als dass er über Brücken geht. Das Glas ist halb leer: Der Tag der Deutschen Einheit, der Reformationstag: 2020 jeweils ein Samstag. Da jubiliert nur der Arbeitgeber.

Aber vielleicht ist Urlaub auch überschätzt. „Er sah wirklich keinen Grund, warum irgendjemand in den Dschungel, nach Thailand oder ins Death Valley reisen musste, wenn man zu Hause zur selben Zeit nicht von Skorpionen gebissen oder von Tsunamis und Hitzschlägen dahingerafft werden konnte“, schreibt Ingrid Kaltenegger in ihrem Roman „Das Glück ist ein Vogerl“. Wobei das mit dem Glück ja auch so eine Sache ist. Für den einen ist Urlaub das pure Glück. Für andere, Stichwort Brücke, ist es schon das größte Glück, wenn der Zahnarzt sagt: „So, das war es für heute. Wir sehen uns dann erst in einem halben Jahr wieder.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN