Verkehr in Delmenhorst Fahrradstraßen sind Busfahrern ein Dorn im Auge

Delbus-Geschäftsführer Carsten Hoffmann wünscht sich, bei der Verkehrsplanung mehr mit einbezogen zu werden. Foto: Niklas GolitschekDelbus-Geschäftsführer Carsten Hoffmann wünscht sich, bei der Verkehrsplanung mehr mit einbezogen zu werden. Foto: Niklas Golitschek

Delmenhorst-Deichhorst. Die Fahrradstraßen in Delmenhorst entpuppen sich als Problem für den Öffentlichen Nahverkehr: Delbus-Geschäftsführer Carsten Hoffmann beklagt, dass durch den Zeitverlust für die Busse teilweise die Anschlusszüge am Bahnhof verpasst werden.

Fahrrad und Öffentlicher Nahverkehr sollten sich eigentlich nicht in Konkurrenz stehen, wenn es um umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto geht. Doch entpuppen sich die Drahtesel zunehmend als Problem für die Busse, wie Delbus-Geschäftsführer Carsten Hoffmann am Donnerstagabend beim Stammtisch des CDU-Stadtbezirksverbands Deichhorst im Namaste India erläuterte.

Dabei störten sich die Fahrer und damit das Unternehmen weniger an den Radlern selbst als über die Verkehrsführung für diese. Um genau zu sein: Die Fahrradstraßen sind Hoffmann und seinem Team ein Dorn im Auge. Die Radfahrer „beanspruchen den ganzen Platz für sich und machen oft nicht frei. So ist es kaum möglich, zu überholen und der Bus tuckert hinterher“, bemängelte Hoffmann. Im knapp bemessenen Fahrplan gingen so wertvolle Minuten verloren, sodass die Fahrgäste am Bahnhof dann ihren Anschlusszug verpassten.

Ampelschaltung in der Kritik

Am Burggrafendamm sei die Situation bereits schwierig, seitdem dieser als Fahrradstraße ausgewiesen ist. Entsprechend alarmiert sei er gewesen, als er nun hörte, dass auch die Nordwollestraße eine solche werden solle. „Bei der Einrichtung solcher Zonen soll man auch an Delbus denken“, wünschte er sich, mehr in die Entscheidungsfindung mit einbezogen zu werden; das gelte genauso für die Tempo-30-Straßen. Schließlich sei der ÖPNV bei der Reduzierung von Emissionen Teil der Lösung und nicht des Problems. „In Delmenhorst ersetzt eine Busfahrt acht Autofahrten“, rechnete Hoffmann vor.  

Als problematisch bezeichnete der Delbus-Geschäftsführer auch die Ampelschaltung an vielen Kreuzungen, allen voran am Marktplatz. „Hier muss nachgebessert werden, sodass die Busse vernünftig durchkommen“, betonte Hoffmann und zweifelte auch am Nutzen der Rechtsabbiege-Spur zum Parkhaus. „Es bringt nichts, wenn wir uns selbst ausbremsen.“ Zumal seit rund einem Jahr ein deutlich erhöhtes Stauaufkommen in der Stadt spürbar sei.

Bessere Taktung

Sollte sich die Situation nicht bessern, gebe es nur zwei schlechte Optionen, um die Fahrzeiten weiterhin einzuhalten: Die Linien zulasten der Gäste einkürzen oder zusätzliche Busse verbunden mit Mehrkosten einzusetzen. Dabei wolle Delbus bereits den Fahrplan mit dem neuen Liniennetz ab 28. März 2020 stabilisieren. Zur Hauptverkehrszeit sollen dann 20 statt bisher 18 Busse im 30-Minuten-Takt unterwegs sein, statt ab 20 Uhr sechs Busse sind es dann von 19 bis 21 Uhr elf. Auch samstags und sonntags wird die Taktung dann erhöht, zumal neue Linien entstehen, wovon auch Deichhorst profitieren soll. „Wir machen noch eine Info-Kampagne und werden einen interaktiven Plan online stellen“, versprach Hoffmann, noch einmal alle Einzelheiten zu erläutern. „Wir sind zuversichtlich, dass das zu spürbaren Verbesserungen führen wird.“


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