"Nacht der Jugend" in Delmenhorst Begriff der Menschenwürde rückt in den Fokus

Oragnisatoren, Unterstützer, Sponsoren: Sern Elveda, Katice Kocak, Jan Speer, Holger Herms, Marlies Lüdeke, Jürgen Schulenberg, Anette Melerski und Johannes Mitternacht freuen sich auf die „Nacht der Jugend“. Foto: Marco Juliuscak, Jan Speer, Holger Herms, Marlies Lüdeke, Jürgen Schulenberg, Annett Melerski und Johannes Mitternacht freuen sich auf die „Nacht der Jugend“. Foto: Marco JuliusOragnisatoren, Unterstützer, Sponsoren: Sern Elveda, Katice Kocak, Jan Speer, Holger Herms, Marlies Lüdeke, Jürgen Schulenberg, Anette Melerski und Johannes Mitternacht freuen sich auf die „Nacht der Jugend“. Foto: Marco Juliuscak, Jan Speer, Holger Herms, Marlies Lüdeke, Jürgen Schulenberg, Annett Melerski und Johannes Mitternacht freuen sich auf die „Nacht der Jugend“. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. In der Volkshochschule Delmenhorst und der Turbinenhalle gibt es am Freitag, 8. November 2019, von 17 bis 22 Uhr ein abwechslungsreiches Programm aus Diskussion, Musik, Theater, Poetry Slam, Tanz, Film-Präsentationen, Mitmach-Aktionen und Ausstellungen.

Vielleicht ist es noch verfrüht, von einer Tradition zu sprechen. Doch ohne Zweifel hat die „Nacht der Jugend“ im Veranstaltungskalender der Stadt längst einen festen Platz eingenommen – und das mit Fug und Recht. Mit der „Nacht der Jugend“ erinnern die Stadt Delmenhorst, das „Breite Bündnis gegen Rechts“ und andere Einrichtungen am Freitag, 8. November, bereits zum vierten Mal an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und werben für demokratisches Bewusstsein, Toleranz, Mitmenschlichkeit und Antirassismus.

Programm von und für junge Leute

„42 Gruppen und Institutionen sind mit dabei“, sagt Jürgen Schulenberg, der mit Marlies Lüdeke und Johannes Mitternacht die Spitze des Orga-Teams bildet. „Wir sind da sehr spontan und arbeiten bis zuletzt am Programm, das sich vor allem an junge Leute richtet“, betont er. In der Volkshochschule und der Turbinenhalle gibt es von 17 bis 22 Uhr ein abwechslungsreiches Programm aus Diskussion, Musik, Theater, Poetry Slam, Tanz, Film-Präsentationen, Mitmach-Aktionen und Ausstellungen. Dazu präsentieren Jugendliche ihre Projektergebnisse. In diesem Jahr dreht sich alles um Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

„Wir wollen ein Bewusstsein schaffen für die Demokratie und für unsere Gesellschaft. Es ist immer wieder toll, die jungen engagierten Menschen zu sehen“, sagt Mitternacht. In der heutigen Zeit sei es besonders wichtig, daran zu erinnern, dass der Satz von der Würde im Grundgesetz mehr ist als ein paar Worte auf Papier.

Für ein buntes Miteinander

Gegen Ausgrenzung jeglicher Art, für ein buntes Miteinander, so ist das Programm des Abends angelegt. Los geht es um 17 Uhr, wenn eine Samba-Gruppe aus Weyhe loslegt. Bürgermeister Hermann Thölstedt wird danach die offizielle Eröffnung vornehmen, ehe das Programm so richtig durchstartet. Mit dabei ist unter anderem der Sozialdienst Muslimischer Frauen, der ein traditionelles Kunsthandwerk zum Mitmachen präsentiert: die Ebru-Kunst, bei der bunte Bilder entstehen. „Je mehr Farben, desto schöner das Bild. Das gilt auch für die Vielfalt der Nationen in unserer Stadt“, sagt Katice Kocak.

Die Stadt Delmenhorst unterstützt die Veranstaltung mit 10.000 Euro. Darüber hinaus erhalten die Projekte der Jugendlichen in den Jugendhäusern zusätzliche finanzielle Unterstützung über den Jugendfonds des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Besondere Aktion

terres-des-hommes-Gruppe ruft zu Protest auf
Die terre-des-hommes-Gruppe Delmenhorst-Ganderkesee beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder mit einem Aktionsstand an der Nacht der Jugend in Delmenhorst. Besucherinnen und Besucher können dort rote Abdrücke ihrer Hände hinterlassen, um gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu protestieren. Die roten Handabdrücke werden am Donnerstag, 21. November, an die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag und Oberbürgermeister Axel Jahnz übergeben, um daran zu erinnern, dass auch die Politik sich gegen die Rekrutierung von Kindern als Soldaten einsetzen muss. „Im Zentrum der Nacht der Jugend steht in diesem Jahr die Menschenwürde. Eine der schlimmsten Verletzungen der Menschenwürde ist es, Minderjährige in bewaffneten Konflikten einzusetzen“, sagt Daniel Hewer von der ehrenamtlichen terre-des-hommes-Gruppe. juls

Aber auch die örtliche Wirtschaft zeigt mit Geldzuwendungen Flagge für Toleranz und gegen Ausgrenzung. Die Stadtwerkegruppe (SWD), die EWE, die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok sowie die Delbus sind dabei und unterstützen die ehrenamtlich auf die Beine gestellte Veranstaltung. „Wir sind dafür sehr dankbar“, betont Schulenberg. Holger Herms von der EWE-Geschäftsregion Cuxhaven/Delmenhorst erläutert stellvertretend die Motivation seines Unternehmens: „Ich kann mir – etwa mit Blick auf die letzten Wahlen – keine bessere Veranstaltung vorstellen. Wir stehen zur Botschaft der ,Nacht der Jugend’“.


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