Verkehr in Delmenhorst Rat geht Schritt in Richtung Fahrradschnellwege

Unter anderem an der Weberstraße soll das Radwegenetz verbessert werden. Archivfoto: Melanie HohmannUnter anderem an der Weberstraße soll das Radwegenetz verbessert werden. Archivfoto: Melanie Hohmann
Melanie Hohmann

Delmenhorst. Radfahrer können auf künftig bessere Verkehrsmöglichkeiten in Delmenhorst hoffen. Der Rat hat mehrere wichtige Routen in ihren Verkehrsentwicklungsplan aufgenommen.

Kurz und Knapp abgenickt hat der Rat Delmenhorsts am Dienstagabend die Radverkehrsplanung für drei Routen. Vorangegangen waren in der Einwohnerfragestunde bereits Appelle der ehemaligen Ratsfrau Eva Sassen oder des ADFC-Sprecher Burkhard Kühnel-Delventhal. Sie übergaben zudem eine Unterschriftenliste mit einer Forderung nach mehr Geld für den Radverkehr in der Stadt.

Mehrere Routen in Planung

Die Routen, die in den Fachausschüssen bereits rege diskutiert worden waren und nun beschlossene Sache sind, sind für die kommenden Jahre in detaillierter Konzeption und zum Teil in der Umsetzung für die kommenden 15 Jahre angesetzt. Darunter fällt eine Route, die vom Bahnhof Delmenhorst bis zur Landesgrenze führt und in deren Zuge auch die Nordwollestraße zu einem Fahrradschnellweg werden könnte. Eine weitere Route würde die Bahntrasse Lemwerder wiederbeleben und sie schließlich zur Bahntrasse zwischen Delmenhorst und Lemwerder machen. Ein zweiter Komplex soll Ströhen an den Bahnhof anbinden und verläuft entweder über Weberstraße und Am Wehrhahn zur Gerhart-Hauptmann-Straße oder von Weberstraße über die Grünverbindung westlich des Jutegeländes, Richtstraße hin zur Welsestraße. Ein dritter Komplex soll den Stadtteil Bungerhof an den Bahnhof anbinden. Diese Route verläuft von der Friedensstraße über die Lessingstraße hin zur Mühlenstraße und schließt sich dort an das weitere in Planung stehende Radnetz an.

249 Unterschriften für mehr Geld

Eva Sassen, die sich schon als Ratspolitikerin oft für ein stärkeres Radnetz eingesetzt hatte, übergab Oberbürgermeister Axel Jahnz eine Liste von 249 Unterschriften. Die Unterzeichner hatten sich so damit dafür eingesetzt, pro Einwohner Delmenhorsts 20 Euro zu investieren. ADFC-Sprecher Kühnel-Delventhal stellte klar, dass die Stadt die Chance habe, sich als Fahrradstadt zu etablieren. Gerade für Radwege-Projekte gebe es hohe Förderungen. Eine Verbesserung des Radwegenetzes könne sogar zur Verbesserung der finanziellen Lage der Stadt führen, weil die Unterhaltskosten der Autoverkehrswege sinken könnten, wenn mehr Menschen Fahrrad fahren. Für die Zukunft sehe er ein lückenloses Radwegenetz, überdachte Abstellmöglichkeiten und mehr Fahrradboxen am Bahnhof als machbare Verbesserung.


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