Betriebe melden weniger Stellen Schwächere Konjunktur hat Folgen für Delmenhorster Arbeitsmarkt

Die schwächere Konjunktur hat Folgen für den Arbeitsmarkt  Foto: Carsten Rehder/dpaDie schwächere Konjunktur hat Folgen für den Arbeitsmarkt Foto: Carsten Rehder/dpa

Delmenhorst. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich die schwächere Konjunktur jetzt bemerkbar. Das berichtet Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Delmenhorst. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen noch einmal leicht gesunken, doch melden Betriebe zunehmend weniger Stellen.

Zu den Zahlen: Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Geschäftsstelle Delmenhorst, zu dem neben der Stadt noch die Gemeinde Ganderkesee gehört, ist im Oktober um 53 Personen oder 1,3 Prozent gesunken. Laut Karin Kayser haben waren 4125 Frauen und Männer bei der Agentur und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2018 ist die Zahl der Arbeitslosen um 134 Personen oder 3,4 Prozent höher. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober damit bei 7,4 Prozent, im Vorjahr waren es 7,1 Prozent. 

Auswirkungen der schwächeren Konjunktur

„Im Oktober zeigte sich der Arbeitsmarkt etwas schwächer. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen war im Oktober höher als im Vorjahr“, sagt Kayser und ergänzt: „Die Zahl neu abgeschlossener Arbeitsverhältnisse ist zum Vorjahresmonat Oktober fast identisch, kann aber somit die erhöhte Zahl der Kündigungen nicht ausgleichen.“ Für Kayser ist klar: „Die Zahl der neuen Stellenmeldungen sinkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hier machen sich tatsächlich erste Auswirkungen der schwächeren Konjunktur bemerkbar.“

Blickt man nur auf die Stadt Delmenhorst, so ist die Zahl der Arbeitslosen von September auf Oktober um 50 Personen oder 1,4 Prozent gesunken. 3556 Frauen und Männer waren bei der Agentur und im Jobcenter arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2018 gab es 156 Arbeitslose mehr (plus 4,6 Prozent).

Zahl der jungen Arbeitslosen gesunken

In der Stadt Delmenhorst ist die Zahl der jungen Arbeitslosen nochmals zurückgegangen. 356 Frauen und Männer unter 25 Jahre sind arbeitslos gemeldet. Neun Personen oder 2,5 Prozent weniger als im Vormonat. „Hintergrund ist erneut der Ausbildungs- und Studienbeginn sowie neue Stellen für junge Kräfte, die sich nach dem Ausbildungsende arbeitslos gemeldet hatten“, erläutert Kayser. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken – um 40 Personen, das entspricht 3,0 Prozent. „Zum Vorjahresvergleich ist hier sogar eine Senkung von 85 Personen oder 6,1 Prozent zu verzeichnen“, erläutert die Geschäftsstellenleiterin.

12,2 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk gehören laut Kayser zu der Gruppe der Geflüchteten. Im Oktober waren demnach 434 Geflüchtete (zwölf weniger als im September) in der Stadt beim Jobcenter oder der Agentur arbeitslos gemeldet. Weitere 585 (plus 8) wurden als arbeitssuchend gemeldet. Sie befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren mit geringer Stundenzahl erwerbstätig und suchten zugleich eine Stelle.

Freie Stellen in Produktion und Fertigung

Im Oktober waren in Delmenhorst 729 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber September ist dies ein Plus von 58 oder 9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es allerdings 109 Stellen weniger (-13 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Oktober 185 neue Stellen, das waren 14 oder 8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Seit Jahresbeginn sind damit 1585 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahr von 146, das entspricht 8 Prozent“, erläutert Kayser. „Zudem wurden im Oktober 127 Arbeitsstellen abgemeldet, 13, also 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Von Januar bis Oktober gab es insgesamt 1599 Stellenabgänge.“

Freie Stellen gibt es aktuell vor allem in den Berufsbereichen der Produktion und der Fertigung. An zweiter Stelle folgen die Berufe aus den Bereichen Gesundheit und Soziales, Lehre und Erziehung. Auf Platz drei stehen Berufe aus dem Bereich Verkehr und Logistik.

Zahlen für Niedersachsen und Bremen

"Markt sendet unterschiedliche Signale"
Die Arbeitslosigkeit im Land Niedersachsen ist im Oktober noch einmal zurückgegangen. Es waren 210144 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind 1,3 Prozent weniger als im September und 2,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen sendet momentan unterschiedliche Signale. Die Arbeitslosenquote hat einmal mehr den Tiefpunkt von 4,8 Prozent erreicht und wir haben ein stabiles Wachstum in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, erklärte Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit.
Die Arbeitslosenzahl im Land Bremen lag im Oktober mit 36015 auf dem gleichen Niveau wie im September, aber 6,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 10,0 Prozent. „Gesucht werden vor allem ausgebildete Fachkräfte“, berichtete Bärbel Höltzen-Schoh. „Die Personalnachfrage der Betriebe lässt allerdings nach, daran ist eine Eintrübung der Konjunktur erkennbar. Aktuell sind zwar rund 7200 Stellen im Land Bremen frei, bei den neu gemeldeten Stellen gibt es aber Rückgänge. Betroffen sind beispielsweise die Zeitarbeit und die Logistik.


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