Feierliches Gelöbnis in Delmenhorst Treueschwur hat bei der Bundeswehr auch in Twitter-Zeiten Bestand

152 Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten haben beim feierlichen Gelöbnis in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne die Hand zum Schwur gehoben. Foto: Melanie Hohmann152 Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten haben beim feierlichen Gelöbnis in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne die Hand zum Schwur gehoben. Foto: Melanie Hohmann
Melanie Hohmann

Delmenhorst. 152 Soldatinnen und Soldaten des in Delmenhorst beheimateten Logistikbataillons 161 und der Marineoperationsschule Bremerhaven haben gestern in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne feierlich gelobt, ihrem Land zu dienen.

Vor einer mit Vertretern aus Bundeswehr und öffentlichem Leben, aber auch mit Angehörigen der Soldaten gut gefüllten Tribüne erinnerte Oberstleutnant Torsten Andreas Ickert die Rekruten an das Besondere ihres Treueversprechens. „Sie versprechen nicht etwa, die Bundeswehr oder die Regierung tapfer zu verteidigen. Auch nicht das Volk selbst, sondern das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes“, konkretisierte Ickert. Er riet den 104 freiwillig Wehrdienstleistenden und 48 Zeitsoldaten, ihrem moralischen Kompass zu folgen und „sich auch als Angehöriger dieser Streitkräfte konstruktiv einzumischen“.

Doch der Kommandeur des Logistikbataillons 161, der auch im Namen des stellvertretenden Kommandeurs aus Bremerhaven Jürgen Looft sprach, blieb nicht der einzige Festredner. Vertreter der Rekruten, darunter Schützin Lea Emminger, traten ans Mikrofon und gaben Einblicke in ihre ersten Wochen in Uniform. „Hut ab! Ich hätte mich das 1992 bei meinem Gelöbnis nicht getraut“, lobte Ickert. Die Gelöbnisrede übernahm – symbolisch für die parlamentarische Kontrolle und Demokratiebindung der Bundeswehr – der SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku.

Bevor die Soldatinnen und Soldaten die Hand zum Schwur hoben und das Heeresmusikkorps Hannover die Nationalhymne anstimmte, ordnete Oberstleutnant Ickert das Gelöbnis noch historisch ein. „Sie leisten dieses Gelöbnis beinahe 64 Jahre nach der ersten Vereidigung in der Bundeswehr am 12. November 1955“, sagte der Kommandeur – dieser gelte heute als Gründungstag der Bundeswehr. Die Werte von damals haben aus Ickerts Sicht noch Bestand, auch in Zeiten, in denen „eine Twitternachricht die andere jagt“ und jeder „Unbequemes schnell mit dem Finger vom Screen wischen kann“.


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