Reservistenverband gedenkt Kriegsopfern Delmenhorster Kriegsgräber werden Zeichen des Friedens

Wolfgang Jondral von der Reservistenkameradschaft, Oberbürgermeister Axel Jahnz und Bürgermeister Enno Konukiewitz betonten die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeiten. Foto: Florian FabozziWolfgang Jondral von der Reservistenkameradschaft, Oberbürgermeister Axel Jahnz und Bürgermeister Enno Konukiewitz betonten die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeiten. Foto: Florian Fabozzi

Delmenhorst. Zum 18. Mal hat sich die Reservistenkameradschaft Delmenhorst am Samstag am Friedhof Bungerhof zur Gräberpflege in Gedenken an Weltkriegsopfer versammelt. Auch Oberbürgermeister Jahnz war vor Ort und erinnerte an die Bedeutung von Demokratie.

Seit 2002 treffen sich Delmenhorster Reservistenkameradschaft der Deutschen Bundeswehr jährlich zur Pflege von Gräbern der Kriegsopfer in Delmenhorsts. Der diesjährige Pflegedienst am Bungerhofer Friedhof stand jedoch unter besonderen Vorzeichen: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge feiert sein hundertjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass begab sich auch Oberbürgermeister Axel Jahnz vor Ort. In einer kurzen Rede bedankte er sich „im Namen der ganzen Stadt“ für die ehrenamtliche Friedensarbeit der Reservisten. Dabei erinnerte Jahnz an den Stellenwert von Demokratie: „Es ist ein dünnes Gebilde, das gepflegt und gelebt werden muss“, erzählt er vor den 18 Reservisten, die sich am Samstag am Friedhof eingefunden hatten. Demokratie sei nicht selbstverständlich, ergänzte er mahnend. 

Zeichen des Friedens

Jahnz wurde begleitet von Neubürgermeister und Pastor Enno Konukiewitz, für den die Gräberpflege ein Ausdruck von „fürsorglichem menschlichem Umgang“ ist. So gehören auch die Toten zu „Gottes Familie“ und man dürfe niemals vergessen, was gewesen ist. Evelyn Kremer-Taudien vom Bezirksverband Weser-Ems des Volksbundes betonte indes, die jährliche Gräberpflege sei ein „Zeichen des Friedens“, das von allen Angehörigen der Toten wertgeschätzt würde.

Ehrung für Wolfgang Jondral

Im Anschluss wurde dem Stabsfeldwebel a. D Wolfgang Jondral für seine Verdienste die goldene Ehrennadel des Volksbundes der Deutschen Kriegsfürsorge verliehen. Jondral, der 36 Jahre als Soldat gedient hatte, wird am Ende des Jahres die Leitung Kriegsgräberpflegeeinsätze der Reservistenkameradschaft an dem ehemaligen Friedhofsverwalter Markus Weiß weitergeben. Zurückziehen will sich der 80-Jährige jedoch nicht. „Die Kriegsgräberpflege ist ein Dienst am Volk, dem wir mit vollem Herzen nachkommen“, erklärte er. Er habe das Glück gehabt, Teil einer Generation zu sein, die in Friedenszeiten lebt und „nie jemanden erschießen musste“.

Erinnerung an alle Opfer

Erinnert werde sowohl an deutsche als auch an ausländische Kriegsopfer. So werden unter anderem die Gräber von 120 ukrainische Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg neu bepflanzt. Gepflegt wurden auch die Gräber der Opfer des Luftangriffs vom 8. Oktober 1943, dem größten seiner Art in Delmenhorst, dem vorwiegend Kinder zum Opfer fielen. „Ein Teil der goldenen Nadel gehört euch“, sagt Jondral an seine Kameraden gerichtet, die für ihn eine „Familie“ sei. Auch dem Oberbürgermeister erwies Jondral seine Dankbarkeit und übergab ihm die gelbe Schleife. Diese sei ein Zeichen des Zusammenhalts der Menschen für den Frieden und der Solidarität mit Bundeswehrsoldaten.


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