Delmenhorster Innenstadt Arbeiten am AOK-Neubau lassen Hürden hinter sich

Liegen nach Verzögerungen wieder im Zeitplan: Die Arbeiten an der Baustelle des neuen AOK-Sitzes in Delmenhorst. Foto: Frederik GrabbeLiegen nach Verzögerungen wieder im Zeitplan: Die Arbeiten an der Baustelle des neuen AOK-Sitzes in Delmenhorst. Foto: Frederik Grabbe 

Delmenhorst. Wer im Osten der Langen Straße in der Delmenhorster Innenstadt unterwegs ist, der sieht derzeit den AOK-Neubau deutlich in die Höhe wachsen. Die größte Baustelle der City hat anfängliche Probleme hinter sich gelassen. Der Eröffnungstermin soll gehalten werden.

Am Anfang stellten sich einige Hürden, doch mittlerweile verläuft wieder alles nach Plan: Nach derzeitigem Stand soll der Neubau der AOK an der Langen Straße/ Ecke Friedrich-Ebert-Allee im August 2020 fertiggestellt werden. Diesen Zwischenstand für das aktuell größte Bauvorhaben in der Innenstadt hat jetzt der Projektleiter der Krankenkasse, Pedro Goretzki, gegenüber dieser Zeitung mitgeteilt. "Wir sind jetzt super im Rennen. Wir konnten ambitionierte Firmen für die Bauarbeiten gewinnen."

Foto: Frederik Grabbe

Asbest, Öltank und andere Funde verzögern Bauarbeiten

Dabei ließ es sich an dem Standort erst etwas hakelig an: Ein Asbest-Fund hatte Ende 2018 den Abriss des früheren IKK-Gebäudes an der Stelle verzögert und damit den gesamten Zeitplan nach hinten geworfen. Dann fanden Arbeiter im April dieses Jahres nach den Abrissarbeiten einen in den Plänen nicht verzeichneten Öltank im Boden, der entsorgt werden musste. Hinzu kamen noch Torflinsen im Erdreich, deren Beseitigung ebenfalls mit Aufwand verbunden war. "Insgesamt  haben wir ein halbes Jahr verloren. Darum sind wir froh, dass es jetzt gut läuft", sagt Goretzki.


Gebäude wächst sichtbar in die Höhe 

Aktuell ist gut zu beobachten, wie das Gebäude in die Höhe wächst: In diesen Tagen entsteht das zweite Stockwerk, auf dem zusätzlich noch ein zurückgesetztes Staffelgeschoss gebaut werden soll. Kranführer lassen Mantelschalen-Elemente durch die Luft gleiten, Maurer setzen Stein auf Stein. Rund 50 AOK-Mitarbeiter sollen Platz in dem Neubau am Ende haben und die Versicherten beraten. Goretzki stellt den erwarteten Publikumsverkehr hervor, der ja jetzt schon am alten Sitz an den Graftwiesen zu bemerken ist.

Foto: Frederik Grabbe


Kostensteigerungen möglich? 

Der Parkplatz zu dem Gelände im rückwärtigen Bereich wird künftig über die Lange Straße sowie über den Parkplatz Orthstraße vor der Spielhalle erreichbar sein, schildert der Projektleiter. Weil aber die Lange Straße im östlichen Teil der Innenstadt eine Einbahnstraße ist, werden sich Auto fahrende Versicherte den Weg zum Beispiel über die Bremer Straße suchen müssen. 

So soll der Neubau nach seiner Fertigstellung aussehen. Grafik: AOK


Die Kosten für den Neubau wurden zu Beginn von der AOK auf 4,4 Millionen Euro geschätzt. Allerdings ist es laut Goretzki gut möglich, dass dieser Betrag am Ende steigen könnte. "Die gesamte Baubranche muss derzeit mit Fachkräftemangel und mit steigenden Kosten umgehen. Wurden früher vielleicht mit zwei bis drei Prozent Plus gerechnet, sind das heute auch mal zehn bis 15 Prozent." Dieser Problemkomplex lässt sich zum Beispiel - unter anderem wegen des hohen bürokratischen Aufwands - auch bei Bauprojekten der Stadt beobachten.

Bau wächst in die Höhe: Kranführer Detlef Meyer lässt Mantelschalenelemente per Knopfdruck durch die Luft gleiten. Foto: Frederik Grabbe


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