Im Medienpädagogischen Zentrum Delmenhorst Kinder und Eltern erstellen ihr eigenes "Jump-'n'-Run"Spiel

Noah (Mitte) und Linus (rechts) Dörgeloh gestalten mit Großvater Wolfgang Schierloh die Kreuzspinne, die sie später als Gegner ins Spiel übertragen. Foto: Niklas GolitschekNoah (Mitte) und Linus (rechts) Dörgeloh gestalten mit Großvater Wolfgang Schierloh die Kreuzspinne, die sie später als Gegner ins Spiel übertragen. Foto: Niklas Golitschek

Delmenhorst. Fast wie bei Super-Mario: Gemeinsam mit ihren Eltern haben Kinder am Samstag mit analogen und digitalen Hilfsmitteln ihr eigenes Videospiel kreiert.

Die Spielregeln selbst bestimmen – das konnten die Teilnehmer bei der ersten Ferienaktion „Papa und Du: Programmiert euer eigenes Jump ’n’ Run-Spiel“ im Medienpädagogischen Zentrum der Stadtbücherei Delmenhorst am Samstag.

Dabei setzte Diplom-Medienpädagogin Tatjana Blaar bei den Kindern ganz auf deren Kreativität und Neugier. Ohne große Einführung oder Vorkenntnisse sollten Groß und Klein einfach mal mit den "Bloxels" ausprobieren. Erst später gab die Fachfrau Hilfestellungen. Die "Bloxels" vermischen dabei analoge und digitale Arbeitsschritte, um eigene Videospiele zu gestalten. Auf einem Spielbrett mit 13 mal 13 Feldern lassen sich farbige Steine platzieren. Auf diese Art gestalteten die neun Gruppen Charaktere, Spielwelten und -hintergründe oder Gegenstände. Einmal mit dem Tablet-Computer abfotografiert, ließ sich das gerade gestaltete Element als 13-Bit-Optik in den Entwicklungsprozess einbinden.

Fast wie Super Mario

Eifrig bei der Sache waren auch Noah und Linus Dörgeloh mit Großvater Wolfgang Schierloh. Für ihr eigenes Videospiel experimentierten sie mit Gras, Erde, Lava, Wasser, mit Sammelmünzen und Schatztruhen. Dazu gestalteten sie ihren eigenen Charakter und ließen diesen gegen Gegner wie Kreuzspinnen und Drachen antreten. Fast so wie bei Super-Mario. „Es macht Spaß, mal etwas selbst zu machen“, freute sich der zwölfjährige Noah über die zahlreichen Möglichkeiten, nachdem er das Prinzip etwas besser verstanden hatte.

Dann legte er Spielfeld um Spielfeld an, um sein Jump-’n’-Run-Spiele umfangreicher zu gestalten. Bruder Linus konnte es kaum erwarten, das Spiel dann auf der Leinwand zu testen. „Ich bin ein guter Zocker, das habe ich von meinem Bruder gelernt“, meinte er. Allerdings musste eben dieser Bruder mehrfach die Spielwelt noch einmal anpassen, der er die Aufgaben selbst für sich zu schwierig gestaltet hatte.

Tüfteln und entdecken

Genau das war auch das Ziel, das Medienpädagogin Blaar vor Augen hatte. „Die Teilnehmer haben ganz viel ausprobiert“, stellte sie fest. "Tüfteln, entdecken, weitersagen" lautete das Motto dieser Veranstaltung, der in Zukunft noch weitere ähnliche folgen sollen. „Alle haben sich durchgefräst. Das Konzept hat sich den meisten gut erschlossen“, bilanzierte sie.

Großvater Wolfang Schierloh zeigte sich verblüfft über die schnellen Fortschritte aller Teilnehmer: „Wenn man hier herkommt, ohne etwas zu können, und sieht, was Buntes entsteht, ist das enorm.“ Dabei sei das Prinzip zunächst gar nicht so einfach zu durchblicken gewesen. „Aber die Kinder lernen das schneller als die Erwachsenen“, sagte er.

Auch Mütter willkommen

Ein positives Fazit dieser erstmaligen Programmieraktion im Medienpädagogischen Zentrum der Stadtbücherei zog auch Bücherei-Leiterin Anika Schmidt. Ihr fiel auf, über welch langen Zeitraum alle Kinder konzentriert bei der Sache gewesen wären. Auch auf die Kritik vorab angesichts des Vater-Bezugs ging sie ein. „Mütter sind natürlich auch willkommen“, betonte Schmidt; und manche Mutter nahm auch schon an der Aktion teil. Doch in der Regel seien es die Mütter, die zuhause das Vorlesen übernähmen oder mit dem Nachwuchs in die Bücherei kämen. „Über das Thema und die Überschrift wollten wir auch die Väter in die Bücherei kriegen“, führte Schmidt weiter aus. Bestätigt sei ihr Eindruck dadurch worden, dass viele Mütter die Väter mit dem Kind angemeldet hätten – das gewähre ebenfalls Einblicke in die Familienstrukturen.

Der nächste digitale Programmpunkt steht ebenfalls schon fest. Bei einem E-Sport-Turnier am 17. Oktober können Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren in verschiedenen Renn- und Sport-Videospielen gegeneinander antreten.


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