Hilfe bei starken Regelblutungen Chefarzt hält Vortrag am Josef-Hospital Delmenhorst

Hält den Vortrag: Chefarzt Dr. Aref Latif. Foto: M. JuliusHält den Vortrag: Chefarzt Dr. Aref Latif. Foto: M. Julius
Marco Julius

Delmenhorst. „Zu lange und zu schmerzhafte Regelblutung – Was kann man tun?“ - So lautet der Titel eines Vortrags am JHD.

Der Titel des Vortrags macht bereits sehr deutlich, worum es am Donnerstag, 26. September, in der Patienenvortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ gehen soll. „Zu lange und zu schmerzhafte Regelblutung – Was kann man tun?“, ist der Abend überschrieben, an dem Dr. Aref Latif, Chefarzt der Frauenklinik im Josef-Hospital Delmenhorst (JHD), Aufklärungsarbeit leisten will. 

„Von fünf Frauen im gebärfähigen Alter leidet mindestens eine an zu starken Regelblutungen und den Folgen“, sagt der Fachmann. Eine sehr starke Regelblutung mit einem Blutverlust über 80 Milliliter am Tag werde fachsprachlich Hypermenorrhoe genannt. „Nun hat niemand einen Messbecher dabei. Die Faustregel lautet: Frauen, die am Tag fünf Tampons oder fünf Binden brauchen und die ach nachts mehrfach aufstehen müssen, haben eine Erkrankung“, erläutert Latif.  

Belastung für Frauen

Die zu starken Blutungen seien sehr belastend für Frauen. Starke Schmerzen, Antriebslosigkeit, Abgeschlagenheit, ein schlechtes Allgemeinbefinden, Schwindel – die Symptome sind klar umrissen. „Bei lang anhaltenden, starken Blutungen kommt es durch den Blutverlust häufig zu einer Blutarmut“, sagt Latif.

Die Ursachen einer zu starken Regelblutung können vielfältig sein. „Meist liegen funktionelle Störungen vor. Bei zusätzlichen Symptomen wie Zwischenblutungen, Unterbauchschmerzen können organische Ursachen vorliegen, wie etwa Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, gutartigen Wucherungen der Gebärmuttermuskelschicht, Polypen oder bösartigen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut oder hormonelle Störungen“, erläutert der Mediziner.

Jeder Fall individuell

Jeder Fall sei dabei individuell zu betrachten. „Das Schmerzempfinden ist bei jeder Frau anders. Die Bäuerin auf dem Land vielleicht eine andere Toleranz als die Managerin“, sagt Latif. Oft kämen Frauen, die schon seit Jahren an starken Schmerzen oder Blutungen leiden, erst spät zum Arzt, auch wenn es sich nicht mehr um ein Tabuthema handele. „Sie kennen es oft von Beginn an nicht anders“, sagt der Chefarzt. In seinem Vortrag will er die Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. „Zwischen Nichtstun und der letzten Eskalationsstufe, der Entfernung der Gebärmutter, die neben körperlichen auch emotionale Folgen haben kann, stehen bei der Behandlung der Hypermenorrhoe zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl, um die Blutung und die Beschwerden zu regulieren“, sagt Latif. Nach Abklärung der Ursachen stünden bei der Behandlung Hormonpräparate kämen vor allem bei jüngeren Frauen zum Einsatz. „Medikamente können die Blutung abschwächen und die Beschwerden lindern“, betont Latif. Er will auch auf diverse operative Eingriffe hinweisen, die nicht so weitreichend sind wie die Entfernung der Gebärmutter.  

Zur Sache

„Gesund in Delmenhorst“
Die kostenlose Vortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ richtet sich an interessierte Bürger aus Delmenhorst und Umgebung. Der Vortrag findet am Donnerstag, 26. September, von 18 bis 19 Uhr im Besucher Café (el Diá) am JHD statt. Als kleine Stärkung können sich die Besucher über kostenlose Brezeln und Getränke freuen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht erforderlich.


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