Präventionskette soll noch früher ansetzen Delmenhorster Familienatlas bündelt Angebote

In Delmenhorst gibt es viele Angebote für Familien. Ein Online-Atlas soll die Angebote nun bündeln und schon vor der Geburt ansetzen. Symbolfoto: dpaIn Delmenhorst gibt es viele Angebote für Familien. Ein Online-Atlas soll die Angebote nun bündeln und schon vor der Geburt ansetzen. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Kinder von der Geburt bis zum Berufseinstieg fördernd begleiten und dafür die vielen Angebote koordinieren, die es in der Stadt vom Neugeborenen-Besuchsdienst bis zur Sozialarbeit an Schulen gibt: Das ist Ziel der Präventionskette, die in Delmenhorst seit 2013 geknüpft wird.

„Strategischer ausgerichtet und transparenter“ sei die Präventionslandschaft dadurch geworden, berichtete Rudolf Mattern, Fachbereichsleiter Soziales, am Dienstagabend dem Jugendhilfeausschuss.

Während die seit den 1990er Jahren gewachsenen Präventionsbausteine wie Familienhebammen und Familienstützender Dienst allein in Matterns Fachbereich angesiedelt waren, bezieht die Präventionskette übergreifend die für Gesundheit und Bildung zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung mit ein. Das helfe, damit die einzelnen Angebote „nicht nebeneinander oder im schlimmsten Fall gegeneinader arbeiten“, ergänzte Mattern. Für mehr Übersicht soll ein Familienatlas sorgen, der alle Angebote online bündelt und bald öffentlich vorgestellt werden soll.

Lücken werden gefüllt

Der Online-Familienatlas und ein Überblick über alle Präventionsangebote in Papierform füllen Lücken, die zuvor bei der Überprüfung der Präventionslandschaft festgestellt wurden. Konkrete Bereiche, wo es haperte und Verbesserungen erfolgten, sind nach dem Bericht der Verwaltung die Gründung der Hebammenzentrale und die Weiterentwicklung der Kooperation von Kitas und Grundschulen.

Familienzentren in allen Stadtteilen geplant

Für die Zukunft ist laut Mattern geplant, Familienzentren in allen Stadtteilen einzurichten und den Familienstützenden Dienst auf Eltern mit älteren Kindern auszuweiten. „Bisher gibt es eine Altersbegrenzung“, erläuterte Mattern. Zudem soll der Baby-Besuchsdienst schon vor der Geburt starten. „Damit lässt sich ein Beratungsbedarf schon im Vorfeld erkennen“, hofft der Fachbereichsleiter. Und es sind Elternbriefe für Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr vorgesehen. „Wirklich noch Bedarf“ für Hilfen gibt es laut Mattern bei schwangeren Migrantinnen und jungen Müttern im Wollepark, eine Bestandsaufnahme folgt.

Die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin begleitet den Präventionsketten-Prozess, über sie sind 40.000 Euro Fördergelder nach Delmenhorst geflossen. Ein weiterer Antrag sei gestellt, ergänzte Mattern, die Koordinierungsstelle suche „laufend weitere Fördermöglichkeiten“.


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