Kolumne Quergedacht: Wer hat die Hotelsaftgläser so klein gemacht?

Macht das Parlament zu seinem Saftladen: Boris Johnson. Foto: Marco JuliusMacht das Parlament zu seinem Saftladen: Boris Johnson. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. In der neuen Folge unserer stets maßlosen Kolumne geht es um die richtige Größe von Gläsern und die Frage, was der Hairstylist des britischen Premiers beruflich macht.

Es gibt Fragen zum aktuellen Weltgeschehen, deren Antworten einem wohl für immer verborgen bleiben. Beispiele gefällig? Wie soll endlich Frieden werden im Nahen Osten? Wer rettet nun die deutsche Sozialdemokratie? Wie stellen sich die Brexit-Befürworter die Zukunft vor? Was macht der Frisör von Boris Johnson denn so beruflich? Und, die Frage aller Fragen, wer zur Hölle hat eigentlich ein für allemal entschieden, dass die Saftgläser am Hotelbüffet derart klein sind, dass sich gewiefte Hotelgäste noch direkt am Spender die ersten vier Gläser hinter die Binde kippen, bevor sie mit dem fünftem an ihren Platz gehen können?  

Gsuffa!

Maßeinheiten für Flüssigkeiten lauten in absteigender Folge Liter, Milliliter und Hotelglas. Und das selbst in Bayern, einem Laptop-und Lederhosen-Land, in dem schon am Morgen Bier aus wuchtigen Gläsern gsuffa wird, in denen man sich durchaus auch die Füße waschen könnte – und zwar beide gleichzeitig. Die Saftgläser der Hotels reichen nicht einmal zum Zähneputzen, sie haben für einen gestandenen Norddeutschen gerade einmal die richtige Größe für einen Kurzen.  

Wer öfter in Hotels zu Gast ist, der schaut deshalb, ob die dargebotenen Teegläser mehr Fassungsvermögen haben und zweckentfremdet sie kurzerhand. Ein kurzes Glück am Morgen. Aber wie sagte schon der zu früh abberufene Schriftsteller Wolfgang Herrndorf mit all seiner Lebensweisheit: „Das Glück macht nie so glücklich wie das Unglück unglücklich macht. Und das liegt nicht daran, dass es länger dauert, das Unglück. Das ist einfach so.“ Recht hat er. Das Unglück Boris Johnson jedenfalls dauert schon viel zu lang.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN