Umweltschutz in Delmenhorst Klimaschutz: Nabu will von Ratspolitik Taten sehen

Die Stadt braucht nach Ermessen der Verwaltung mehr Bauland - wie zum Beispiel am Heidkamp in Bungerhof. Der Nabu hingegen warnt davor, zu viele Flächen zu verbauen. Archivfoto: Frederik GrabbeDie Stadt braucht nach Ermessen der Verwaltung mehr Bauland - wie zum Beispiel am Heidkamp in Bungerhof. Der Nabu hingegen warnt davor, zu viele Flächen zu verbauen. Archivfoto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die schweren Unwetter vergangene Woche haben den Blick auf den Klimaschutz in der Stadt geschärft. Weite Teile der Politik sehen Handlungsbedarf. Der Nabu will sie beim Wort nehmen - und sieht die Politiker auch beim Thema Bauland in der Verantwortung.

Unter dem Eindruck der heftigen Regenfälle in der vergangenen Woche fühlt sich die Delmenhorster Ratspolitik darin bestätigt, den Klimaschutz in der Stadt voranzutreiben. Eine Entwicklung, die der Naturschutzbund (Nabu) in Delmenhorst mit Wohlwollen beobachtet. Um effektiven Klimaschutz zu erreichen, "halten wir es für wesentlich, dass in Delmenhorst das Klimamanagement wieder mit Personal besetzt wird", teilt Yvonne Ingenbleek für den Nabu mit. Dabei weist sie auch auf bereits existierende Pläne hierzu hin. "Das seit 2014 vorliegende Integrierte Klimaschutzkonzept muss mit Leben erfüllt, schneller umgesetzt und transparenter werden."

Nabu sieht in Siedlungsentwicklung großes Potenzial für mehr Klimaschutz

Zudem sieht der Nabu die nachhaltigen Siedlungsentwicklung als sehr wichtigen Baustein für mehr Klimaschutz an. "Die Neuversiegelung von Flächen und der Engergieverbauch der Bauwirtschaft gehen in letzter Konsequenz zulasten des Klimaschutzes. Dies muss bei der Abwägung im Aufstellungsverfahren von Bebauungsplänen eine größere Rolle spielen", fordert Ingebleek.

Der Nabu fordert darum, "vor der Neuversiegelung im Außenbereich die nachweislich vorhandenen Potenziale im Innenbereich zu realisieren". Die Naturschützer warnen seit langer Zeit davor, grüne Flächen am Stadtrand zum Bebauen freizugeben. Stattdessen sollen bebaute Bereiche verdichtet werden. Ingenbleek: "Ob es unsere Politikerinnen und Politiker mit dem Klimaschutz wirklich ernst meinen, können sie zeigen, sobald die zurzeit erarbeiteten Bebauungspläne für Neubaugebiete am Stadtrand zur Beschlussfassung vorgelegt werden."


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