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14.08.2019, 17:31 Uhr KOMMENTAR

Kritik an Fürsprecherin: Übers Ziel hinaus

Ein Kommentar von Frederik Grabbe


Scharfe Kritik gegenüber der früheren Patientenbeauftragten am JHD in Delmenhorst äußert die IG Klinikmorde. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaScharfe Kritik gegenüber der früheren Patientenbeauftragten am JHD in Delmenhorst äußert die IG Klinikmorde. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Delmenhorst. Die IG Klinikmorde äußert scharfe Vorwürfe gegenüber der früheren Patientenfürsprecherin am JHD, Antje Beilemann. "Beschämend" soll sie ihre Aufgabe ausgeführt haben. Eine deutliche Kritik – und eine unangebrachte. Ein Kommentar.

Wenn Christian Marbach zur Kritik ausholt, dann geschieht das in der Regel auf wortmächtige Art und Weise. Oft mag der Sprecher der IG Klinikmorde damit auch recht haben. Wenn er aber sagt, Antje Beilemann habe ihr Amt als Patientenfürsprecherin am JHD „beschämend“ ausgefüllt, dann schießt Marbach übers Ziel hinaus.

Natürlich haben nicht nur Angehörige der Opfer Högels im Hinblick auf die Vorgeschichte dieses Amtes ein Anrecht darauf, dass es entsprechend seiner Vorgaben ausgeübt wird. Im vorliegenden Fall scheint unter dem Eindruck der Krankenhaus-Rettung das Thema bei einigen Akteuren nicht die nötige Priorität genossen zu haben. Das ist unglücklich, aber in diesem Einzelfall auch verständlich. Hätte ein bedeutsames Interesse an Gesprächen mit der Fürsprecherin bestanden, wäre es irgendwie sichtbar geworden.

Sich aber an einer Person aufzuhängen, ist grundfalsch. Zudem darf man einem Mann wie Marbach zumuten, in der Lage zu sein, den Kontakt zu einer in der lokalen Politik nicht unbekannten Person zu finden und sie darauf hinzuweisen, dass der Telefonanschluss nicht funktioniert. Das wäre hier der faire Weg gewesen.


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