Übung für den Ernstfall Feuerwehr wappnet sich für Einsatz im Krankenhaus Stenum

Die Freiwillige Feuerwehr Schiebrok-Schönemoor besichtigt beim Übungsdienst das Stenumer Krankenhaus. Mats Jähne, Thomas Tietjen, Norbert Twisterling und Daniela Wolff sehen sich einen Laufplan an. Foto: Niklas GolitschekDie Freiwillige Feuerwehr Schiebrok-Schönemoor besichtigt beim Übungsdienst das Stenumer Krankenhaus. Mats Jähne, Thomas Tietjen, Norbert Twisterling und Daniela Wolff sehen sich einen Laufplan an. Foto: Niklas Golitschek

Ganderkesee-Stenum. Vorbereitung für den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird: Die Freiwillige Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor hat bei einem Übungsdienst das Stenumer Krankenhaus besichtigt. Dort hatte es vor 30 Jahren einmal gebrannt, Ortsbrandmeister Norbert Twisterling war damals dabei und weiß, worauf es ankommt.

Feuer im Krankenhaus – für Feuerwehren ist das der „Super-GAU“, sagt Norbert Twisterling, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor. Doch um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, besichtigen die Brandbekämpfer beim Übungsdienst immer wieder wichtige Objekte wie Altersheime oder eben das Krankenhaus in Stenum, so auch mit einer 24-köpfigen Besetzung am Dienstagabend.

Brand vor 30 Jahren

Diesen Ernstfall hat es auch schon einmal gegeben. Twisterling war dabei, als im Jahr 1989 der Dachstuhr im Stenumer Krankenhaus gebrannt hat. „Das war ein kapitaler Schaden und schon ernst“, erinnert er sich. Doch auch das Krankenhaus, das derzeit laut Sprecherin Daniela Wolff zwölf Brandschutzbeauftragte hat und eine Übung im Jahr durchführt, sei vorbereitet gewesen und habe schon einen Großteil geräumt gehabt. Die Gefahrenlage schnell und präzise einzuschätzen, beschreibt der Ortsbrandmeister als die große Herausforderung: „Die Brandbekämpfung bleibt gleich.“ Doch zu räumen könne auch mehr Schaden anrichten als nützen. „Wenn es um Leben und Tod geht, müssen wir einen Folgeschaden in Kauf nehmen“, erklärt er. Doch wenn ein Trakt von einem Brand nicht betroffen und auch nicht gefährdet sei, müsse der eben auch nicht unbedingt geräumt werden.

Mit Tableau und Laufkarte

Im Falle des Stenumer Krankenhauses gibt es bei der Information ein Tableau, an dem die Feuerwehr sehen kann, welche Schleife und welcher Melder ausgelöst hat. Anhand der Laufkarte weiß sie dann, wie sie dorthin gelangt. Das alles schon einmal vorab in Ruhe gesehen zu haben, soll helfen, die Lage dann besser einzuschätzen. „Wir müssen im Training bleiben, die Trakte, Brandstellen und Meldesysteme kennen“, sagt Twisterling. Außerdem sahen sie nun, dass die Kontrollleuchte Abschaltung blinkte – was eigentlich nicht der Fall sein soll. Dem konnten sich die Fachleute dann auch gleich annehmen.

Gute Zusammenarbeit

Über die gute Zusammenarbeit freut sich auch Krankenhaus-Sprecherin Daniela Wolff. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn die Feuerwehrautos hier vorfahren“, hofft sie, dass es in Zukunft nur bei solchen Routinebesuchen bleibt. Sie weiß ebenfalls um die Komplexität eines solches Ernstfalls und begrüßt daher den Besuch. Das Krankenhaus sei durchaus verschachtelt, doch: „Man kann die verschiedenen Bereiche gut wiedererkennen, so hat man das schon mal gesehen.“

Auch beim geplanten neuen Bettenhaus nehme der Brandschutz eine wichtige Rolle ein. Derzeit würden die Bauzeichnungen noch einmal überarbeitet. „Wir werden den Bauantrag noch in diesem Jahr stellen“, kündigt Wolff an. Dass die Pläne sind, sei auch von großer Bedeutung für die Feuerwehr, merkt Twisterling an. Denn: „Wenn was passiert, muss jeder Handgriff sitzen. Auch deshalb sei es so wichtig, miteinander regelmäßig zu kommunizieren.


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