Ernteausklang Getreide im Kreis Oldenburg nicht teurer als vor 25 Jahren

Die Getreideernte ist praktisch beendet. Symbolfoto: Jens Büttner/dpaDie Getreideernte ist praktisch beendet. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Ganderkesee. Trotz frühem Erntebeginn laufen die Mähdrescher noch - auch im Landkreis Oldenburg. Das sind die Folgen für die Verbraucher.

Landkreise Die erste große Hitzewelle des Jahres Ende Juni hat nach Mitteilung des Landesbauernverbandes einen sehr zeitigen Start in die Getreideernte verursacht. Jetzt steht den Angaben zufolge für die Ernteteams der Landwirte in Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen und Maschinenringen der Endspurt bevor.

Durchschnittliche Erwartungen

„Landesweit wird die Ernte nicht früher abgeschlossen als in anderen Jahren“, fasst Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr laut der Mitteilung zusammen. Insbesondere in den klassischen Späterntegebieten in den südlichen Mittelgebirgslagen des Landes sowie an der Küste hätten die Mähdrescher noch einige Felder abzuernten. Der Ertrag dürfte allenfalls durchschnittliche Erwartungen bestätigen.

Sechs Millionen Tonnen

Diese Einschätzung des Verbandes belegten inzwischen auch Prognosen des Landesamtes für Statistik. Es gehe für Niedersachsen von einer Getreideernte in Höhe von etwa sechs Millionen Tonnen aus. Dieser Wert liege zwar deutlich über dem witterungsbedingt historisch niedrigen Ernteergebnis des Vorjahres mit nur 4,7 Millionen Tonnen Getreide. Aber das Ertragsniveau reiche auch nicht an den Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017 heran, sondern liege etwa um sechs Prozent darunter. Das höhere Ergebnis des aktuellen Jahres resultiere auch aus der wieder größeren Anbaufläche für Winterweizen – er habe 2018 aufgrund schwieriger Aussaatbedingungen häufig durch den ertragsschwächeren Sommerweizen ersetzt werden müssen.

Nur kostendeckend

An den Märkten wirkt sich die geringere Erntemenge nach Angaben des Landvolks zumindest bisher noch nicht aus: Die Landwirte erhielten aktuell allenfalls Preise, die gerade ihre Kosten decken. Das Preisniveau liege inflationsbereinigt nach den Daten des Landesamtes für Statistik auf dem Niveau des Jahres 1993, sei also nicht teurer als vor 26 Jahren. In dem Jahr habe die EU ihre erste große Agrarreform, die sogenannte McSharry-Reform, auf den Weg gebracht und einen grundlegenden Systemwechsel vollzogen. Die Preisstützung wurde aufgegeben, die Erzeugerpreise auch der hiesigen Landwirte orientieren sich nun am Weltmarkt. Weiter heißt es: Da Bauern hierzulande aber mit deutlich höheren Kosten kalkulieren müssten, gebe es die Ausgleichszahlungen in Form der Direktbeihilfen. Sie würden in diesem Jahr erneut die Einkommen der Landwirte absichern müssen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hingegen könnten sich weiter über die EU-weit günstigsten Lebensmittelpreise freuen. Selbst die starken Ertragseinbrüche des Vorjahres hätten nahezu keinen Einfluss auf die Verbraucherpreise gezeigt. 


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