Russische Delegation in Delmenhorst 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Borisoglebsk gefeiert

Delmenhorsts Bürgermeisterin Antje Beilemann (links) erhält von Amtskollegin Elena Agaeva und Dolmetscherin Assia Sadoroschnaja ein Gemälde aus Borisoglebsk. Foto: Niklas GolitschekDelmenhorsts Bürgermeisterin Antje Beilemann (links) erhält von Amtskollegin Elena Agaeva und Dolmetscherin Assia Sadoroschnaja ein Gemälde aus Borisoglebsk. Foto: Niklas Golitschek

Delmenhorst. 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Delmenhorst und Borisoglebsk – das ist ein Grund zum Feiern. Für diesen Anlass ist derzeit extra eine Delegation aus Russland zu Besuch, um die Freundschaft zu untermauern.

„Eine Städtepartnerschaft ist irgendwie wie eine Ehe“, scherzte Delmenhorsts Bürgermeisterin Antje Beilemann. Angesichts der Ortswahl schien ihr dieser Vergleich passend, als sie am Dienstagabend die russische Delegation aus der Partnerstadt Borisoglebsk im Gartenhaus auf der Burginsel offiziell begrüßte.

Ein Bund fürs Leben

Das Gebäude, in dem sonst gerne Hochzeiten gefeiert werden, war allerdings nur zweite Wahl – der große Sitzungssaal im Rathaus wird derzeit renoviert. So fand Beilemann noch zahlreiche weitere Vergleiche zwischen Ehe und Städtepartnerschaft: die ersten Kontaktversuche ab 1991 wie ein unverbindliches Kennenlernen vor einer Beziehung, die Bestrebungen, diese Städtepartnerschaft ins Leben zu rufen, wie bei einer Verlobung; und schließlich die offizielle Städtepartnerschaft im Jahr 1994. Diese Zusammenarbeit jährt sich nun zum 25. Mal, man könnte sagen: Silberhochzeit. Es sei „ein Bund fürs Leben“ geschlossen worden – „in guten wie in schlechten Tagen“, bekräftigte die Bürgermeisterin.

Freundschaft unabhängig von der "großen Politik"

Zwar waren die deutsch-russischen Beziehungen in jüngerer Vergangenheit insbesondere durch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland sowie die Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine erkaltet. Doch an ihrer Partnerschaft hielten Borisoglebsk und Delmenhorst vor allem durch den 1993 gegründeten Deutsch-Russischen Sozial- und Kulturkreis (DRSK) fest. „Ich habe manchmal den Eindruck, die große Politik ist nicht daran interessiert, Hindernisse abzubauen“, kritisierte Beilemann, bevor sie ihrer Amtskollegin eine Silbermünze mit dem Abbild des Delmenhorster Rathauses überreichte.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Auf die Gemeinsamkeiten und eine immer engere Zusammenarbeit der beiden Städte berief sich deshalb auch Borisoglebsks Bürgermeisterin Elena Agaeva, die ihre Rede auf Deutsch vorbereitet hatte: „Das beweist, dass sich Partnerschaften dynamisch entwickeln.“ Sie hoffe, dass beide Länder auch in der Politik noch Freunde werden. Agaeva wiederum brachte aus ihrer Heimat ein Bild mit, das die Kathedrale sowie ein Denkmal zeigt, das die Delmenhorster Delegation beim zurückliegenden Besuch in Borisoglebsk eingeweiht hatte.


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