Russische Folklore „Ensemble Rus“ begeistert bei Auftritt in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen

Gewährten dem Delmenhorster Publikum einen Blick in die russische Seele (v.li.): Margarita Krämer, Olga Babitsch und Oleg Babitsch. Foto: Jasmin JohannsenGewährten dem Delmenhorster Publikum einen Blick in die russische Seele (v.li.): Margarita Krämer, Olga Babitsch und Oleg Babitsch. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Tänze, Trachten, Musik – alles traditionell russisch: Das konnte das Publikum am Freitag im Hannelore-Händel-Haus erleben. Auf Einladung des Kulturkreises gab das „Ensemble Rus“ ein Konzert.

Musik – das ist wohl die einzige und obendrein melodischste Sprache, die jedes Volk versteht und die Nationen dazu noch miteinander verbindet. Die Völkerverständigung klappte am Freitagabend im Hannelore-Händel-Haus (Awo Stätte der Begegnung) schon einmal ausgezeichnet. Auf Einladung des Kulturkreises Delmenhorst  gastierte das „Ensemble Rus“ in den Räumlichkeiten an der Cramerstraße und gewährte dem Publikum einen tiefen Blick in die russische Seele. In traditionellen Trachten spielte die fünfköpfige Truppe ganz zum Vergnügen der rund 80 Zuschauerinnen und Zuschauern groß auf.

Von melancholisch bis lebenslustig

Mal melancholisch und wehmütig, dann wieder lebenslustig und fröhlich – die Melodien, die Margarita Krämer (Gesang und Moderation), Olga Schipul (Klavier), Oleg Babitsch (Balalaika), Olga Babitsch (Violine) und Tanja Babitsch (Gesang) anstimmten, spiegelten die ganze Bandbreite der russischen und osteuropäischen Volksmusik wider. Um den Zuhörerinnen und Zuhörern eine Vorstellung von dem Inhalt der Lieder zu geben, fasste Margarita Krämer sie vor dem Erklingen zusammen. „Ein Mädchen geht zum Markt und fängt eine Gans, die sie verkauft, um mit dem Geld Musiker und Tänzer zu bezahlen“, lauteten ihre Erklärungen dann. Ein anderes Mal ging es um zwei Liebende, die voneinander getrennt lebten oder um ein Mädchen, dass ihren Verehrer zur Hochzeit überreden wollte. Obwohl die meisten Texte nach Margarita Krämer doch eher trauriger Natur waren, meinte sie lächelnd: „Wir wollen aber positiv bleiben heute Abend.“

Oleg Babitsch als Zuschauerliebling 

Bereits mit einem der ersten Lieder – der „Polonaise NR. 1“ – wusste das Quintett das Publikum vollends zu überzeugen. Das lag zum einen an Oleg Babitsch, der sich nicht nur schnell zum Zuschauerliebling entwickelte, sondern auch sein Können und seine brillante Technik an der Balalaika vorführte. Gefühlvoll spielte er auf dem dreiseitigen Zupfinstrument Lieder wie „Russische Melodien“, „Tumbalalaika“ oder den „Ungarischen Zigeunertanz“.

Begleitet wurde er dabei von der Pianistin Olga Schipul und Olga Babitsch an der Violine, die beide auch mit einigen Solostücken das Publikum beeindrucken konnten. Das Trio, von Margarita Krämer schmunzelnd „die drei Os“ genannt, sorgten nach der Pause ohne Zweifel für einen der Höhepunkte des Abends: Als sie „Doktor Schiwago“ anstimmten, ging ein entzücktes Raunen durch die Zuschauerreihen. Margarita Krämer und die erst zehnjährige Tanja komplementierten das Ensemble mit ihren ausdrucksstarken Stimmen und traditionellen russischen Tänzen.

Gelungene Premiere

„Das ist unsere große Musikveranstaltungs-Premiere. Umso schöner ist es, dass der Andrang so groß ist“, verriet Christiane Heinemann, Mitglied des Kulturkreis-Vorstands. Sie freue sich auch deshalb so sehr, weil bei der Veranstaltung Spenden für den guten Zweck gesammelt wurden. „Das Geld wird verwendet, um die Kinderkrebsstation in Minsk zu unterstützen“, sagte Heinemann. „Natürlich geht auch ein Teil an die Künstler für deren Reisekosten und Unterkunft“, ergänzte Vereinsmitglied Heidi Weers.

Die nächste musikalische Veranstaltung des Kulturkreises findet am Samstag, 2. November, statt. Dann rezitiert Schauspieler Benedikt Vermeer „Die 13 Monate“ von Erich Kästner, während Anna Markova ihn an der Violine begleitet.


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