Eröffnungsfest der Awo Delmenhorst Betreuung für Zugezogene jetzt zentral unter einem Dach

Von Jasmin Johannsen

Zeigte ihr Können vor den zahlreichen Besuchern: Die Tanzgruppe „Zusammen Hand in Hand“, die wöchentlich an der Fröbelstraße trainiert. Foto: Jasmin JohannsenZeigte ihr Können vor den zahlreichen Besuchern: Die Tanzgruppe „Zusammen Hand in Hand“, die wöchentlich an der Fröbelstraße trainiert. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Reges Treiben an der Fröbelstraße: Mit Tanz, Spielen und Vorträgen feierte am 6. Juli die Beratung und Betreuung der AWO in Zusammenarbeit mit VHS, Sozialdienst muslimischer Frauen und Olip.

Locker mit Zugezogenen, Geflüchteten und alteingesessenen Delmenhorstern ins Gespräch kommen und sich über das Leben in Deutschland austauschen – einen Anlass dafür bot am Samstagnachmittag, 6. Juli, das Eröffnungsfest von Beratung und Betreuung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Fröbelstraße. Zahlreich waren die Besucherinnen und Besucher gekommen, um sich über das umfangreiche Angebot von Aok, der Volkshochschule (VHS) Delmenhorst, dem Oldenburger Interventionsprojekt (Olip) und dem Sozialdienst muslimischer Frauen (SmF) vor Ort zu informieren und die neuen Räumlichkeiten einzuweihen.  

Auch Zugewanderte aus der EU willkommen

„Wir sehen den Integrationsbedarf nicht nur bei den Geflüchteten, sondern auch bei Zugewanderten aus den EU-Ländern“, sagte Gabi Baumgart, Koordinatorin für Integrationsarbeit bei der Awo und Leiterin der neuen Anlaufstelle an der Fröbelstraße. Sie freue sich, dass nun unter einem Dach eine „konzentrierte Beratung“ für Migranten angeboten werden kann.

Zuvor waren die Hilfsangebote für Zugewanderte und Geflüchtete an verschiedenen Orten in der Stadt verteilt. Die kurzen Wege im Haus würden dabei nicht nur den Hilfesuchenden zugutekommen, sondern auch der Awo, der VHS, dem Olip und dem SmF. „Der Austausch zwischen uns ist jetzt noch besser“, erklärte Baumgart aus Erfahrung, denn bereits seit dem 1. März arbeiten die vier Organisationen an der Fröbelstraße zusammen.

Team nimmt Anregungen an

Mit der feierlichen Eröffnung wollte das Team sich auch bei den Mitwirkenden bedanken, meinte Baumgart: „Die Geflüchteten und die Teilnehmer des Projekts ‚Berufseinstieg kompakt‘ haben dabei geholfen, die Räume zu renovieren.“ Nicht nur an der Gestaltung des Hauses, sondern auch an der Zusammenstellung der Angebote seien die Migranten beteiligt gewesen. „Das Team versucht immer auf die Anregungen und Ideen einzugehen“, erzählte Baumgart.

Kochen in Zukunft speziell für Männer

Und so wird jetzt neben der Unterstützung bei Behördengängen, Arztbesuchen oder der Erstellung von Anträgen und Bewerbungsunterlagen, ein interkulturelles Kochen angeboten. „Und das auf Wunsch der Geflüchteten in Zukunft sogar speziell für Männer“, so Baumgart. Dazu gibt es natürlich Raum für Begegnungen, Sprachkurse, Infoabende für Eltern, Vorträge über Mülltrennung und einen Stammtisch zum Thema „Leben in Deutschland“. Alles Angebote, die „extrem gerne“ in Anspruch genommen werden. „Unsere Mitarbeiter sind gut ausgelastet“, berichtete Baumgart.

Rahmenprogramm von Vorträgen bis Hennamalerei

Wöchentlich trifft sich zudem die von der SmF initiierte Tanzgruppe „Zusammen Hand in Hand“, die bei der Eröffnungsfeier eindrucksvoll ihr Können bewies und neben Spielen, Kinderschminken, Hennabemalungen und Fachvorträgen zu Themen wie „Frauensache – muslimische Frauen übernehmen Verantwortung in der Wohlfahrtspflege“ oder „Stopp Gewalt – Wann fängt Gewalt an?“ das Rahmenprogramm bildete.

Mit Blick auf die zahlreichen Besucherinnen und Besucher freute sich die Vorsitzende des Delmenhorster Awo-Kreisverbands, Andrea Meyer-Garbe, vor allem darüber, dass Migranten unterschiedlichster Herkunft in der Fröbelstraße zusammenkommen können. „Hier findet echte interkulturelle Arbeit statt“, sagte Meyer-Garbe sichtlich stolz.


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