Fachtag zur Suchtprävention Delmenhorster Berufsschüler stellen Partyregeln auf

Die Schüler der BBS II in Delmenhorst haben beim Suchtpräventionstag Regeln für eine gute Party aufgestellt. Foto: Christopher BredowDie Schüler der BBS II in Delmenhorst haben beim Suchtpräventionstag Regeln für eine gute Party aufgestellt. Foto: Christopher Bredow

Delmenhorst. Beim sechsten "Fachtag Suchtprävention" haben sich Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen II (BBS II) in Delmenhorst mit verschiedenen Workshops rund um das Thema "Sucht" beschäftigt. Herausgekommen sind dabei unter anderem Regeln für eine gelungene Party.

Worauf bei einer langen Partynacht geachtet werden sollte und welche Folgen Drogen im Straßenverkehr haben können – unter anderem darüber wurden die Schülerinnen und Schüler der BBS II in Delmenhorst am Donnerstag aufgeklärt. Beim inzwischen sechsten "Fachtag Suchtprävention" in Zusammenarbeit mit der Anonymen Drogenberatung (drob) haben die etwa 120 Schüler in sieben verschiedenen Workshops einiges gelernt, wie Hawas und Salam bestätigen: "Wir konnten einiges von dem Tag mitnehmen."

Positive und negative Wirkungen von Alkohol thematisiert

Denn in ihrem Workshop zum Thema "Voll gewesen, toll gewesen" ging es ganz konkret um die negativen, aber auch positiven Folgen von Alkoholkonsum. Während "cool sein", "Spaß haben" und "Probleme vergessen" laut den Schülern zu den guten Eigenschaften vom Trinken von Alkohol gehören, überwiegen aber doch die negativen Konsequenzen – und "Kopfschmerzen" sind da noch die harmlosesten, die die Jugendlichen in ihrer Gruppe erarbeitet haben. "Wenn man zu viel Alkohol trinkt, kann man das Bewusstsein verlieren", erklärt Hawas. Und betrunken hinters Steuer sollte man sich auf jeden Fall nicht setzen: "Beim Fahren mit Alkohol können schnell Unfälle passieren." (Lesen Sie hier: Wie ein Delmenhorster den Weg aus der Alkoholsucht schaffte.)

Um diesen negativen Folgen vorzubeugen, wurden in ihrem Workshop auch Regeln für eine gelungene Party und einen sicheren Umgang mit Alkohol aufgestellt. "Man sollte seine Grenzen kennen und vor der Party jemanden bestimmen, der nüchtern bleibt und Fahrer ist", sagt Salam: "Außerdem sollte man immer einen Freund dabei haben, der auf einen aufpasst."

Trockener Alkoholiker berichtet von seinen Erfahrungen

Rund um das Thema "Suchtprävention" drehte sich der Fachtag, den die drob mitorganisiert hat. "Themen wie Alkohol im Straßenverkehr und den Cannabiskonsum sprechen wir in unserer Präventionsarbeit natürlich schon länger an", erklärt Tim Berthold von der drob. "Neu hinzu sind in den letzten Jahren aber unter anderem die Smartphone-Nutzung sowie Online-Wetten gekommen." Denn gerade diese Felder bieten ebenfalls Suchtpotenzial, wie die Schüler in ihren Präsentationen aus den Workshops zeigten. (Lesen Sie hier: Delmenhorster Schüler bringen Stück um Liebe und Religion auf die Bühne) 

Besonders gespannt hörten die Schüler aber einem trockenen Alkoholiker zu, der aus seiner "Suchtkarriere" berichtete: "Man hat schon gemerkt, dass es noch mal eine ganz andere Wirkung auf die Schüler hat, wenn ein Betroffener aus seinen Erfahrungen erzählt", so Berthold. Geholfen habe aber auch, dass sich die Schüler den verschiedenen Workshops nach persönlichen Interessen zuordnen konnten: "So konnten wir die Schüler gut erreichen."

Schüler sollen sensibilisiert werden

"Uns geht es an diesem Tag nicht darum, alles schlecht zu reden und mit dem erhobenen Zeigefinger herumzulaufen", erklärt Berufsschullehrer Markus Weise den Hintergrund des Fachtages: "Wir wollen die Schüler sensibilisieren und über Gefahren aufklären." Und das komme bei den Schülern an, wie ein Quiz am Ende des Fachtages gezeigt habe: "Die Schüler haben über die Antwortmöglichkeiten diskutiert und sich viele Gedanken gemacht", so Weise. Hawas und Salem jedenfalls werden in Zukunft beherzigen, was sie zur Suchtprävention gelernt haben: "Der Tag hat uns auf jeden Fall geholfen." (Lesen Sie hier: Berufsschüler aus Delmenhorst drehen Filme über Gesundheitsprobleme.)


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