60 Jahre Ehe Ehepaar Hanken aus Hude feiert Diamanthochzeit

Hans-Gerd und Erika Hanken aus Hude feiern am 13.Juni 2019 Diamanthochzeit. Foto: Niklas GolitschekHans-Gerd und Erika Hanken aus Hude feiern am 13.Juni 2019 Diamanthochzeit. Foto: Niklas Golitschek

Hude. 60 Jahre Ehe – Erika und Hans-Gerd Hanken blicken auf viele gemeinsame Jahre, schöne und schwierige Momente zurück. Sie wissen, was eine gute und glückliche Partnerschaft braucht.

Nach 60 Jahren Ehe ist Erika und Hans-Gerd Hanken noch immer diese besondere Energie anzumerken. Wie sich die beiden 82-Jährigen ansehen, anlächeln und sogar die Sätze des anderen vervollständigen; und das mit einer Selbstverständlichkeit, als würden sie aus einem Mund sprechen. Es ist diese Dynamik und Harmonie, die sofort nach außen strahlt: Hier haben sich zwei fürs Leben gefunden. Am heutigen Donnerstag feiern sie ihre Diamanthochzeit. 

„Wenn man das so sieht, haben wir alles richtig gemacht für uns“, sagt Erika Hanken rückblickend. Die Erinnerung an einen entscheidenden Moment trägt Hans-Gerd Hanken jeden Tag mit sich: den Verlobungsring. "25.12.1958" ist dort auf der Innenseite eingraviert. Rund anderthalb Jahr zuvor hatten sie sich beim Polterabend eines befreundeten Paares kennengelernt – und sind seitdem einander nicht von der Seite gewichen. In einem Tanzsaal in Langenberg feierten die beiden am 13. Juni 1959 mit rund 130 Gästen ihren großen Tag und bekamen wenig später das erste Kind.

Auf dem Elternhof

Danach ging es für die Hankens zunächst in Hans-Gerds Heimat nach Rastede, wo das Ehepaar noch zwei weitere Kinder bekam. Dort arbeiteten die beiden auf dem elterlichen Hof mit. Als gelernter Gärtner und als Einzelhandelskauffrau gab es für beide dort reichlich zu tun. „Zahlen waren immer mein Ding“, sagt Erika Hanken über ihre Profession. 1968 ging es allerdings zurück nach Hude: Erika Hankens Eltern wurden älter und benötigten nun Hilfe. Als Einzelkind blieb da nur sie aus dem familiären Kreis. Da das Haus über eine Einliegerwohnung verfügte, war das Zusammenleben dreier Generationen problemlos möglich. „Wir haben die Eltern bis zum letzten Tag gepflegt“, sagt Hans-Gerd Hanken, der zunächst für zwei Jahre für die Stadt Delmenhorst und dann 30 Jahre für die Gemeinde Hude gearbeitet hat.

Wirtschaftlich waren es für das Ehepaar Hanken in der Nachkriegszeit keine einfachen Jahre. „Wir mussten jeden Pfennig dreimal umdrehen“, sagt Hans-Gerd und Frau Erika ergänzt: „Der Verdienst war niedrig. Wir mussten sparsam leben.“ Zumal sie als Pflegende und Erziehende keiner hauptberuflichen Tätigkeit mehr nachgehen konnte. Die Lösung: Auf der zum Haus gehörenden Nebenwiese pflanzte Hans-Gerd Hanken nebengewerblich Pflanzen und Bäume, die Erika Hanken dann verkaufte. Es gab sogar Überlegungen, sich gemeinsam auf den Betrieb zu konzentrieren. „Aus Sicherheitsgründen haben wir es dann umgekehrt gemacht“, sagt Hans-Gerd Hanken. Denn Frau Erika erkrankte Ende der 1980er Jahre an Osteoporose. Alte Fotos bezeugen noch, wie voll die Straße beim damaligen Verkauf der Restpflanzen und Geräte war.

Wir können uns noch selbst und gegenseitig helfen.Hans-Gerd Hanken


Als die Kinder auszogen und das Haus für zwei Personen zu groß wurde, zogen die Hankens 1998 um nach Hude. 2017 ging es nur wenige Hundert Meter weiter in den Seniorenwohnpark Am Sonnentau. Dort wohnt das Ehepaar noch selbstbestimmt und ist derzeit nicht auf Hilfe angewiesen. Ausflüge und Einkäufe unternehmen die beiden mit ihren E-Mobilen. „Wir können uns noch selbst und gegenseitig helfen“, drückt es Hans-Gerd Hanken aus, der selbst eine chronische Herzkrankheit hat.

Wie eine Ehe 60 Jahre lang hält? Das können die beiden selbst nicht genau beantworten. „Das war ganz schön aufregend. Wir haben alles zusammen gemeistert“, drückt es Erika Hanken aus. Und einen Rat aus der Hochzeitsrede ihres Pastors hätten sie immer versucht zu beherzigen: nie zerstritten ins Bett zu gehen.


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