Wirtschaftsempfang in der Markthalle Redner betonen die Aufbruchstimmung in Delmenhorst

Zwei, die an die Zukunft der Stadt Delmenhorst glauben: Hans-Ulrich Salmen, Vorsitzender des Fördervereins der örtlichen Wirtschaft (li.), und Dr. Carsten Jöhnk, Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur, beim Wirtschaftsempfang. Foto: Marco JuliusZwei, die an die Zukunft der Stadt Delmenhorst glauben: Hans-Ulrich Salmen, Vorsitzender des Fördervereins der örtlichen Wirtschaft (li.), und Dr. Carsten Jöhnk, Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur, beim Wirtschaftsempfang. Foto: Marco Julius
Marco Julius

Delmenhorst. Ein Vorsitzender mit Zuversicht, ein Oberbürgermeister mit Videobotschaft, ein Museumsleiter mit einem Ziel vor Augen – der 12. Wirtschaftsempfang des Fördervereins der örtlichen Wirtschaft Delmenhorst hatte am Dienstagabend einiges zu bieten.

Tenor der Veranstaltung mit 130 geladenen Gästen in der Markthalle: Es bewegt sich was in Delmenhorst –  und zwar zum Positiven.

Salmen sieht Delmenhorst auf gutem Weg

Hans-Ulrich Salmen, Vorsitzender des Fördervereins, betonte in seiner Begrüßung die „positive Aufbruchstimmung“, die in der Stadt zu spüren sei. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Salmen mit Blick auf sichtbare Fortschritte. Das City-Parkhaus nannte er dabei ebenso wie die fortschreitende Entwicklung des Wolleparks oder die abgeschlossene Innenstadtsanierung. Der Stadtwerke-Chef wies aber auch auf offene Baustellen hin. Eine aktive Baulandentwicklung, mehr und vor allem bezahlbarer Wohnraum, die Ansiedlung von Gewerbe, eine verbesserte Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, das seien Dinge, die man gemeinsam angehen müsse. Die örtliche Wirtschaft wolle ihren Teil dazu beitragen, dass das bis Juni 2021 gelingt. „Dann feiern wir 650 Jahre Stadtrechte in Delmenhorst. Das ist ein Termin, der geeignet ist, ein Meilenstein zu sein. Wenn wir das angehen, können wir stolz sein auf unsere Stadt.“ Salmen betonte, dass es aus Sicht des Fördervereins „inhaltliche Probleme“ mit der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) gegeben habe, etwa bei der Umsetzung des Standortmarketingkonzepts. „Die wesentlichen Punkte sind jetzt gelöst“, sagte Salmen, ohne dabei direkt auf den Wechsel an der Spitze der dwfg einzugehen.

Bürgermeister Hermann Thölstedt, der in Vertretung von Oberbürgermeister Axel Jahnz sprach, betonte, dass die örtliche Wirtschaft Motor der Stadt sei: „Sie spielt eine zentrale Rolle.“ Auch Thölstedt verwies auf eine positive Entwicklung, etwa auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Ansiedlung von Unternehmen im Gewerbe- und Technologiepark Delmenhorst – und lobte dafür ausdrücklich die Arbeit der dwfg.

Jahnz grüßt per Video

Jahnz, zwar ortsabwesend, war dann aber irgendwie doch dabei beim Wirtschaftsempfang. Er hatte eine Videobotschaft vorbereitet, die dann eingespielt wurde. Auch der Rathaus-Chef verwies auf Erreichtes wie die Eröffnung des City-Parkhauses. Mit der gleichen Zuversicht, die schon Salmen und Thölstedt ausstrahlten, wies er auf die noch anstehenden Aufgaben hin. Die Frage nach der Zukunft der ehemaligen Hertie-Immobilie nannte er dabei ebenso wie die Frage, was aus dem ehemaligen St.-Josef-Stift werden soll. „Es ist eine städtebauliche Herausforderung, aus diesem Filetstück etwas zu machen. Da haben wir ein Auge drauf.“ Gleiches gelte für das Pultern-Gelände. Im vorderen Bereich wünscht sich Jahnz die Ansiedlung eines Gastronomiebetriebes, um „dieses Tor zur Stadt“ wieder aufzuwerten.

Industriemuseum auf dem Weg in die Zukunft

Den Blick in die Zukunft gerichtet hatte auch der Haupt- und Festredner Dr. Carsten Jöhnk, Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur auf der Nordwolle, der über die Pläne und Perspektiven für das kommunal geführte Haus sprach. Jöhnk, der die Pläne auch der Politik in Fachausschüssen bereits vorgestellt hat, machte noch einmal deutlich, dass er das Museum in die heutige Zeit überführen will. Die Nordwolle, ein „Industriedenkmal von europäischer Bedeutung“, "zentraler Bestandteil der Geschichte der Stadt" und "Imageträger Delmenhorsts", soll ein zeitgemäßes Museum bekommen. „Sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln, ausstellen“, das seien die Aufgaben des Museums, das bislang noch aus zwei Häusern besteht, dem Stadt- und dem Fabrikmuseum. Die beiden Häuser sollen durch einen gläsernen Zwischenbau künftig verbunden sein und zu einem Haus zusammenwachsen.

Interaktiver und emotionaler

 „Das Museum ist die bedeutendste museale Einrichtung zur Industrialisierung im Nordwesten, das ist vielen gar nicht bewusst“, sagte Jöhnk. Die beiden Häuser, in den neunziger Jahren eröffnet, könnten sich aber mit der heute gängigen Vermittlung von Wissen nicht mehr messen. Interaktiver werden soll deshalb das Museum, inklusiver sowieso, emotionaler. „Wir wollen Menschen emotional berühren und Erlebnisse schaffen, die lange im Gedächtnis bleiben.“ Das Universum in Bremen und das Auswandererhaus in Bremerhaven nannte Jöhnk als beispielhaft, wie heute Zugang zu Wissen vermittelt werden kann. Ins Boot holen will der Museumsleiter dabei auch die Delmenhorster selbst, etwa in einer Art Stadtlabor, in der Delmenhorster ihre Erfahrungen teilen und für die Zukunft festhalten könnten.


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