Crowdfunding-Aktion Jugendhilfe-Stiftung weiht Fußballkäfig in Delmenhorst ein

Mit dem neuen Fußballkäfig können die Jugendlichen spielen, ohne die Nachbarn zu stören. Foto: Niklas GolitschekMit dem neuen Fußballkäfig können die Jugendlichen spielen, ohne die Nachbarn zu stören. Foto: Niklas Golitschek
Niklas Golitschek

Delmenhorst. Projekt erfolgreich finanziert: Mit Unterstützung von 45 Spendern und der Volksbank Delmenhorst Schierbrok hat die Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung ihr Gelände verschönert und mit einem Fußballkäfig neue Möglichkeiten für die Bewohner geschaffen.

1720 Euro hat die Delmenhorster-Jugendhilfe-Stiftung benötigt – 1985 Euro sind es Dank der Spendenbereitschaft der Bürger geworden. Damit war der Weg frei, um das Gelände am Winterweg mit Sitzgarnituren, Hollywoodschaukel und als Highlight einem Fußballkäfig auszustatten, die nun mit einer Feierlichkeit eingeweiht wurden.

Ermöglicht wurden diese Anschaffungen durch eine Crowdfunding-Aktion „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Delmenhorst Schierbrok, die das Vorhaben mit 765 Euro unterstützte. Dabei handelt es sich um eine Gruppenfinanzierung durch Spenden für ein bestimmtes Vorhaben.

Die Idee für das Projekt „Ab nach draußen!“ hatte Jugendhilfe-Betreuer Yilmaz Basar, der nun von der Erfüllung eines „kleinen Traumes“ sprach. Einen solchen Fußballkäfig, Panna-Arena genannt, lernte er in seiner Zeit beim Kinder- und Jugendhaus kennen. Eine mobile Version davon kam beim dortigen Sommerfest zum Einsatz. „Da war ein großer Andrang. Ich dachte mir, das könnte hier auch gut passen“, erzählte er. In dem Käfig am Winterweg können nun bis zu sechs Spieler mit- und gegeneinander spielen.

45 Spender machen's möglich

Bei der Finanzierungsfrage kam dann die Crowdfunding-Aktion der Volksbank ins Spiel. Gemeinsam drehten die Jugendlichen ein Video und stellten ihr Projekt vor. Zunächst mussten sie ausreichend Fans auf der Projektseite sammeln. Als das geschafft war, startete der öffentliche Spendenaufruf über die Plattform der Volksbank. Jede Spende bis 100 Euro wurde durch diese verdoppelt, am Ende kamen so sogar fast 250 Euro mehr als erhofft zusammen. „Das war die schlimmste Zeit meines Lebens“, sagte Siedenburg und lachte. Denn anfangs sei es nur schleppend vorangegangen – die Spendengelder werden nur ausgezahlt, wenn das Projektziel erreicht wird. Aufrufe und Werbung, auch durch die Volksbank selbst, führten dann dank 45 Unterstützer zum Gelingen. Zudem spendeten Friseur Falmaz aus Ganderkesee und das Restaurant Ali Baba aus Delmenhorst für das Projekt. Das zusätzliche wurde auch schon in weitere Ausrüstung wie Fußbälle investiert, sagte Siedenburg.

Im zurückliegenden warmen Sommer habe sich gezeigt, dass das Gelände des Jugendhilfe-Hauses mit seinen rund zehn Bewohnern nicht optimal ausgestattet war, es bot nur wenig Aufenthaltsqualität. Das angrenzende Bahngelände darf laut Jugendhilfe-Geschäftsführerin Merle Siedenburg nicht betreten werden und die Straße mit parkenden und durchfahrenden Autos sei eben auch kein Ort zum Spielen. Blieben also noch die Grünstreifen auf dem Grundstück – und Basars Idee. „Wir haben gedacht: Auf dem Gelände muss etwas passieren“, fasste Siedenburg zusammen.

Wir suchen auch noch weitere Projekte, es ist genug Geld im Topf.Iris Dahlke

Auch bei der Volksbank zeigte man sich vom Konzept des Crowdfundings solcher Projekte überzeugt. „Es ist ein genossenschaftliches Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe“, sagte Katja von Elbwart vom Marketing der Bank. So müsse der Verein nichts beantragen, sondern selbst aktiv werden und Unterstützer mobilisieren – von der Bank mit ihrem Spendenvolumen von etwa 50.000 Euro pro Jahre gebe es dann zusätzliche Unterstützung: „So wird es mehr in die Breite getragen und die Mitglieder identifizieren sich mehr mit dem Projekt.“ Viele potenzielle Spender wüssten auch nicht, was sie gutes tun könnten, ergänzte Vertriebsassistentin Iris Dahlke. Über die Plattform könnten sie gucken, was es an Projekten gibt: „Auch die Identifizierung bei Spendern ist so größer.“ Zumal weder die Projekte noch die Spender Kunden der Bank sein müssten. Auf diese Weise profitierten nun unter anderem der Schützenverein Schönemoor, das Städtische Orchester sowie die Delme Shanty Singers. „Wir suchen auch noch weitere Projekte, es ist genug Geld im Topf“, sagte Dahlke.

Ideengeber Yilmaz Basar und die Jugendlichen zeigten sich begeistert von ihren neuen Möglichkeiten. „Das ist schon jetzt eine ganz tolle Geschichte“, sagte er. Manche Jugendliche seien verschlossener, das Sportliche verbinde dabei. Für den nächsten Sommer ist die Jugendhilfe-Stiftung nun gewappnet.


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