Neue Methoden zur Beseitigung Delmenhorst will es dem Staudenknöterich zeigen

Auch in den Gaftanlagen verdrängt der schnell wachsende Staudenknöterich andere Pflanzenarten. Foto: Jan Eric FiedlerAuch in den Gaftanlagen verdrängt der schnell wachsende Staudenknöterich andere Pflanzenarten. Foto: Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Der ursprünglich in der Region nicht heimische Staudenknöterich entwickelt sich auch in Delmenhorst zur Landplage.

In den Graftanlagen ist er vielerorts zu sehen. Ob an der Außengraft in der Nähe des neuen Barfußpfades und des Kinderspielplatzes oder weiter östlich zwischen Außengraft und „Karpfenteich“: Überall macht sich der Staudenknöterich breit. Zwar wird er regelmäßig beseitigt, doch das hindert ihn wegen seines äußerst widerstandsfähigen Wurzelwerks nicht daran, zeitnah wieder zu sprießen. 

Artenvielfalt wird beeinträchtigt

Warum das ein Problem ist, liegt für den städtischen Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz auf der Hand. Auf Nachfrage heißt es dort: „Der Knöterich beeinträchtigt die Artenvielfalt dadurch, dass er Standorte vollständig einnimmt und heimische Arten dort nicht mehr wachsen können.“ Soll heißen: Die schon im 19. Jahrhundert aus Asien nach Europa eingeführte Pflanze ist erweist sich – auch wegen ihrer unterirdisch kriechenden Sprossen – als derart robust, widerstandsfähig und schnellwüchsig, dass sie ohne Weiteres nicht dauerhaft zu entfernen ist.

Auch auf dem Parkpklatz an der Ankerstraße wuchert der Knöterich. Anfang März wurden die Pflanzen hier von der Stadt entfernt. Jetzt brechen sie wieder durch die Schotterschicht. Foto: Jan Eric Fiedler


Chemie kommt oft nicht in Frage

Mit chemischen Mitteln wäre das möglich, doch diesen stehen Naturschutzbelange entgegen. „Eine chemische Behandlung kommt insbesondere an Gewässern nicht in Frage“, lässt der städtische Fachdienst wissen. Die Einschränkung macht das Vorgehen nicht nur in den Graftanlagen schwierig, sondern an nahezu allen Wasserläufen. So auch an der Heidkruger Bäke, die in besonderem Maße betroffen ist.

Jetzt soll es Wärme richten

Neben dem regelmäßigen Ausmähen in den Landschaftsschutzgebieten ist dort jetzt von der Verwaltung auch ein „Testlauf mit thermischer Behandlung“ geplant. Durch zugeführte äußere Wärme sollen die Wurzeln dabei derart geschädigt werden, dass sie absterben.

Erfahrungen in anderen Regionen

In anderen Teilen Deutschland gibt es bereits Vorstöße, die unterirdischen Teile des Knöterichs mit heißem Dampf abzutöten. Dieses Verfahren hat aber den Nebeneffekt, dass es auch Kleinstlebenwesen im Bodenreich den Garaus macht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN