"Hood-Training" in sozialen Brennpunkten Sportanlage soll Delmenhorster Jugendlichen neue Perspektive geben

Nach dem Bremer Vorbild soll es demnächst auch in Delmenhorst ein "Hood-Training" für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten geben. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpaNach dem Bremer Vorbild soll es demnächst auch in Delmenhorst ein "Hood-Training" für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten geben. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpa 

Delmenhorst. Eine mobile Trainingsanlage soll in Delmenhorst Jugendliche und junge Erwachsene vorwiegend aus bildungsfernen Schichten von der Straße holen. Ab Juni wird es in den Delmenhorster Quartieren das "Hood-Training" geben.

"Attraktiv, kostenlos und präventiv", so bezeichnet der Kommunale Präventionsrat (KPR) das "Hood-Training", das ab Juni in Delmenhorst angeboten werden soll. Dabei handelt es sich um eine Outdoorvariante des Krafttrainings.

Sportanlage soll bei Gewalt- und Suchtprävention helfen

Die an dem Projekt beteiligten Kooperationspartner versprechen sich von dem öffentlichen Sporttraining, das es zweimal pro Woche in verschiedenen Delmenhorster Quartieren geben soll, weitere Erfolge in der Gewalt- und Suchtprävention: "Die Jugendlichen haben hier die Möglichkeit, sich kräftemäßig auszupowern und miteinander in Kontakt zu treten", erklärt KPR-Geschäftsführerin Ruth Steffens. (Lesen Sie hier: Sportanlage soll Delmenhorster Jugendliche von der Straße holen.)

Fachbereichsleiter Rudolf Mattern und KPR-Geschäftsführerin Ruth Steffens (vorne) freuen sich mit den zahlreichen Kooperationspartnern auf das neue "Hood-Training". Foto: Christopher Bredow

"Hood-Training" findet direkt vor der Haustür statt

Hintergrund des in Bremen von Daniel Magel entwickelten "Hood-Trainings" sei, dass es Jugendgruppen aus schwierigen Verhältnissen im öffentlichen Raum an adäquaten Angeboten fehle: "Das Hood-Training findet direkt vor ihrer Haustür statt", sagt Steffens. Mit der Sportanlage sollen die jungen Menschen über gemeinschaftliche sportliche Erlebnisse gestärkt, sinnvoll beschäftigt und vor Fehlverhalten bewahrt werden. Neben zwei ausgebildeten Hood-Trainern stellt das Diakonische Werk deshalb auch Streetworker, die im Bereich der Pädagogik mit den Jugendlichen arbeiten sollen. (Lesen Sie hier: Naherholung soll Angst im Delmenhorster Wollepark ablösen.)


Firma Tönnjes spendet 4.300 Euro

Finanziert werden konnte die mobile Sportanlage unter anderem durch eine Spende in Höhe von 4300 Euro, die Bernd Tönjes von der Firma J.H. Tönnjes zur Verfügung stellte: "Ihm gilt ein besonderer Dank", erklärt Oberbürgermeister Axel Jahnz, der das Projekt lobt: "Ich finde toll, was das bei jungen Menschen wie in Bremen bewirken kann." Weitere 10.500 Euro zur Finanzierung für das laufende Jahr kommen aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!".

Im Herbst soll es laut Steffens einen ersten Ergebnisbericht zum Erfolg des Projekts geben. "Für 2020 wollen wir das Hood-Training in die Haushaltsberatung einbringen", versichert Fachbereichsleiter Rudolf Mattern.

"Hood-Training" zum ersten Mal beim Polizeitag in Delmenhorst

Zum ersten Mal in Augenschein genommen werden kann die Sportanlage am kommenden Sonntag, 19. Mai, beim Tag der offenen Tür der Delmenhorster Polizei. Am 25. Mai findet dann im Rahmen des Sommerfestes im Wollepark das erste öffentliche Mitmach-Training statt.


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