Landgericht eröffnet Prozess Delmenhorster für Überfallserie verantwortlich?

Vor dem Landgericht Oldenburg hat wegen einer  Überfallserie ein Prozess gegen einen 42-jährigen Delmenhorster begonnen. Foto: Volker Hartmann/dpaVor dem Landgericht Oldenburg hat wegen einer Überfallserie ein Prozess gegen einen 42-jährigen Delmenhorster begonnen. Foto: Volker Hartmann/dpa
Volker Hartmann

Delmenhorst / Oldenburg. Ein 42-jähriger Delmenhorster soll für eine Überfallserie verantwortlich sein. Er muss sich vor dem Landgericht Oldenburg verantworten.

Den oft vor Schreck erstarrten Kassiererinnen hielt der Täter lediglich eine Spielzeugpistole vors Gesicht – aber wer erkennt in so einer Situation schon den Unterschied zu einer echten Waffe? In sieben Fällen soll ein Delmenhorster die Frauen an Supermarktkassen in Oldenburg, Bremen und Stuhr so eingeschüchtert haben, dass er mehrmals ungestört in die geöffnete Kasse greifen und insgesamt knapp 6500 Euro einheimsen konnte. Vor dem Landgericht Oldenburg hat wegen der von August bis Oktober stattgefundenen Überfallserie nun ein Prozess gegen einen 42-jährigen Delmenhorster begonnen.  

Laut Anklage soll der Täter immer morgens oder kurz vor Ladenschluss die Taten begangen haben. Er suchte sich eine Kasse ohne Kundenschlange, legte beispielsweise einen Lippenpflegestift, ein Kochartikel oder eine Flasche Wasser aufs Band, zahlte, zückte nach dem Öffnen der Kasse die Pistole und griff vor den Augen der verängstigten Kassiererinnen die Geldscheine aus der Kasse. Mindestens 300 Euro, einmal auch über 2300 Euro soll er bei den Taten auf diese Art erbeutet haben.

Kassiererinnen schrien um Hilfe

Aber nicht immer erlebte der Mann keine Gegenwehr. In Bremen-Mittelshuchting etwa hätte – so die Anklage – fast der Marktleiter eingegriffen; gerade noch konnte der Täter fliehen. In einem anderen Bremer Supermarkt schlug die Kassiererin die Kassenlade zu – woraufhin der Täter die Flucht ergriff und einige Scheine so in der Kasse ließ. Und mindestens zweimal schrien Kassiererinnen um Hilfe.

Schlimm ging ein Fall in Stuhr aus: Dort erlitt die betroffene Kassiererin in Folge des Überfalls einen Asthmaanfall, musste schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus geliefert werden.

Angeklagter zurzeit in Haft

Der Angeklagte lebt zurzeit in Haft in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. Die Taten, heißt es in der Anklageschrift, habe er auch unter dem Einfluss von Drogen begangen. Sein Verteidiger deutete an, dass der 42-Jährige zumindest einige Taten gestehen wird. Möglich ist, dass auch ein oder zwei Taten eingestellt werden, wenn sich die Beweislage als dünn erweisen sollte, deutete wiederum der Vorsitzende Richter Horst Kieler an.

Für den Prozess hat die 1. Strafkammer des Landgerichts bis zum 21. Mai vier Verhandlungstage angesetzt. Schon am Donnerstag, 2. Mai, wird der Prozess fortgesetzt.


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