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16.04.2019, 18:39 Uhr KOMMENTAR

Delmenhorster City verliert weiter an Boden

Von Michae Korn


Sportartikelfachmarkt Decathlon will im Gewerbegebiiet Brinkum-Nord eine Filiale errichten. Bundesweit existieren bereits 50 Standorte, wie hier in Neustadt. Foto: Decathlon DeutschlandSportartikelfachmarkt Decathlon will im Gewerbegebiiet Brinkum-Nord eine Filiale errichten. Bundesweit existieren bereits 50 Standorte, wie hier in Neustadt. Foto: Decathlon Deutschland

Der Sport-Aldi „Decathlon“, der nächstes Jahr einen großen Fachmarkt in Stuhr-Brinkum eröffnen will, lehrt der Delmenhorster Innenstadt das Fürchten. Gemeindeübergreifende Absprachen sind gescheitert. Ein Kommentar von dk-Redaktionsleiter Michael Korn.

Den großflächigen Einzelhandel zieht es da hin, wo der Kunde bequem und umsonst mit dem Auto vorfahren kann. Wenn dann auch noch andere namhafte Warenanbieter da sind und die Mischung mit Gastronomie stimmt, gibt es kaum ein Halten mehr. Die Gemeinde Stuhr ist in der glücklichen Lage, über derartige Filetgrundstücke an der A1 in Brinkum rund um Ikea zu verfügen. Und sie kann entspannt große Märkte ansiedeln – schließlich verfügt sie über keinen geschäftsgeprägten Ortskern, den sie mit einer solch progressiven Märktepolitik schädigen könnte.

Leidtragende sind andere

Die Leidtragenden sind andere. Bremen zum Beispiel, vor allem aber Delmenhorst. Unsere ohnehin schwächelnde Innenstadt droht weiter an Boden zu verlieren – Decathlon ist da nur ein weiterer Baustein. Das eigentliche Problem: Aus Delmenhorst gut erreichbare Einkaufszentren wie der Ochtumpark in Brinkum oder Duckwitz in Bremen-Neustadt wachsen weiter – was in Delmenhorst ein Füllen der Leerstände umso schwerer macht. Regionale Absprachen beispielsweise über den Kommunalverbund sind gescheitert. Alles andere wäre auch Planwirtschaft – wer will das?


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