Ausstellung, Atelierbesuch, Konzert Wie der Kulturkreis Delmenhorst ohne seinen Förderer plant

Der Kulturkreis Delmenhorst hat sich neu aufgestellt (v.li.): Christiane Heinemann (2. Vorsitzende), Ute Meyer-Kolditz (Vorsitzende) und das Kulturkreis-Mitglied Heidi Weers wollen das kulturelle Leben in der Stadt bereichern. Zum Vorstand gehören noch Liselotte Lettau (Schriftführerin) und Hans-Jörg Kefeder (Kassenwart). Foto: Marco JuliusDer Kulturkreis Delmenhorst hat sich neu aufgestellt (v.li.): Christiane Heinemann (2. Vorsitzende), Ute Meyer-Kolditz (Vorsitzende) und das Kulturkreis-Mitglied Heidi Weers wollen das kulturelle Leben in der Stadt bereichern. Zum Vorstand gehören noch Liselotte Lettau (Schriftführerin) und Hans-Jörg Kefeder (Kassenwart). Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Der Kulturkreis Delmenhorst musste sich nach dem Tod von Dirk Schulte Strathaus neu aufstellen. Der Verein, der noch eine Bleibe sucht, stellt jetzt seine nächsten Veranstaltungen vor.

Als der langjährige Verleger des Delmenhorster Kreisblatts im November des vergangenen Jahres verstorben ist, da war das auch ein Schlag für die Kulturszene der Stadt. Der Kulturkreis Delmenhorst, jene Gemeinschaft aus Künstlern, Kulturschaffenden und Förderern, die sich für eine lebendige Kunst- und Kultur-Szene in der Stadt und der Region einsetzt, musste sich die Frage stellen, ob und wie es ohne den Vorsitzenden weitergehen soll. „Es ist ganz sicher im Sinne von Dirk, dass wir schnell zu dem Schluss gekommen sind, dass wir die Ärmel hochkrempeln und uns weiter für die Kultur einsetzen“, sagt Christiane Heinemann, zweite Vorsitzende in dem neu gewählten Vorstand. Ute Meyer-Kolditz ist jüngst zur Vorsitzenden des Vereins gewählt worden, der aktuell rund 40 Mitglieder hat.

Festes Domizil gesucht

Doch der Kulturkreis muss nicht nur mit dem Verlust des Vorreiters, Vordenkers und Förderers Schulte Strathaus umgehen. „Wir haben mit dem Haus Berger auch unser festes Domizil verloren“, sagt Ute Meyer-Kolditz. „Wir suchen jetzt nach einer eigenen Bleibe, einem Haus, in dem wir Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen veranstalten können.“ Die Suche gestalte sich schwierig. Eine Übergangslösung aber ist zunächst einmal gefunden. Im Hannelore-Händel-Haus der Awo an der Cramerstraße hat der Kulturkreis Ende März zum Theaterstück „Die Schatzinsel“ eingeladen, einer Aufführung für Kinder und Erwachsene. Am Freitag, 12. Juli, ab 19.30 Uhr gastiert dort auf Einladung das Ensemble Rus mit Balalaika, Cello und Gesang. „Dieses kleine zauberhafte Ensemble ist stark gefragt. Deshalb freuen wir uns besonders, dass dieser Termin von uns organisiert werden konnte“, sagt Heidi Weers, die den Kulturkreis als Mitglied organisatorisch unterstützt. Das Konzert bei freiem Eintritt soll über Spenden Geld für die Kinderkrebsstation im Krankenhaus Minsk einspielen.

Kooperationen mit anderen Vereinen

Theater, Konzert – der Kulturkreis ist breit aufgestellt und vernetzt sich auch mit Gleichgesinnten. „Wir kooperieren für einzelne Veranstaltungen mit dem Freundeskreis Haus Müller in Ganderkesee und dem Verein Frau und Kultur“, sagt Christiane Heinemann.

Ein Ergebnis ist der Besuch der Ausstellung „Zwischen Utopie und Anpassung – das Bauhaus in Oldenburg“, der am Samstag, 27. April, geplant ist. Alle dei Organisationen machen sich in Fahrgemeinschaften auf den Weg ins Landesmuseum Oldenburg, wo um 12 Uhr eine Führung beginnt. Wer dabei sein will, meldet sich bei Angelika Schulte Strathaus unter Telefon (0 42 21) 850 05 00 an.

Am Samstag, 25. Mai, lädt der Kulturkreis dann zu einem Atelierbesuch beim Bildhauer Jürgen Knapp auf der Nordwolle ein. Von 15 bis 17 Uhr gibt Knapp dabei Einblicke in sein historisches Atelier und in sein bildhauerisches Schaffen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich bei Kaffee und Kuchen auszutauschen. Anmeldungen werden bis zum 18. Mai per E-Mail an vorstand@kulturkreisdelmenhorst.de angenommen.

Kunst im Kleingartenverein

In eine ganz andere künstlerische Richtung wiederum geht dann eine in Zusammenarbeit mit dem Kleingartenverein Deichhorst geplante Aktion. „Kunst im Garten“ heißt es am Samstag, 17. August, von 11 bis 17 Uhr. In 14 Pavillons sollen dann insgesamt 28 Aussteller ihre Kunstwerke präsentieren und auch zum Verkauf anbieten. „Öl, Acryl, Pastell, Aquarell, kleine Skulpturen – vieles ist denkbar“, blickt Heinemann voraus. Wer als Aussteller dabei sein möchte, kann sich bis zum 15. Juni verbindlich anmelden. Die Gebühr beträgt fünf Euro. Neben der Bewirtung der Besucher, die der Kleingartenverein übernimmt, ist auch eine große Mitmachaktion geplant. Gäste und Aussteller sollen gemeinsam ein malerisches Gemeinschaftswerk kreieren.

Ebenfalls bereits fest terminiert ist ein weiterer Auftritt des Schauspielers Benedikt Vermeer. Er wird am Samstag, 2. November, ab 19.30 Uhr gemeinsam mit der Violinistin Anna Markova im Hannelore-Händel-Haus einen Abend rund um Erich Kästners Werk „Die 13 Monate“ gestalten. Der Eintritt kostet 15 Euro. Anmeldungen nimmt Heidi Weers unter Telefon (0 42 21) 15 03 85 entgegen.

Jeden Monat eine kulturelle Veranstaltung

Im Kulturkreis Delmenhorst hält an einer Maxime fest: „Die Entwicklung, der Ausbau und die Verankerung einer großen Bandbreite kultureller Schaffenskraft von bildenden und darstellenden Künstlern, von Musikern und Autoren in der Region, ist nur durch die aktive Unterstützung einer starken Interessengemeinschaft möglich.“ Diesem Anspruch fühlt man sich besonders verpflichtet. Und sieht sich auch da ganz auf den Spuren des verstorbenen Dirk Schulte Strathaus. „Unser Wunsch ist es, in jedem Monat einen besonderen kulturellen Höhepunkt für die Stadt Delmenhorst zu schaffen, der nicht nur unseren Mitgliedern, sondern allen Kunstinteressierten Freude macht“, sagt Heidi Weers.


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