Vermüllung durch Kunststoff Was Supermärkte in Delmenhorst gegen Plastikmüll tun

Müll aus Plastik ist ein riesiges, globales Problem. Einige Konzerne wie Edeka, Partner der Delmenhorster Verbrauchermarktkette Inkoop, haben eine Strategie gegen Plastik ausgerufen - ohne es aber komplett zu verbannen. Foto: Marcel Kusch/dpaMüll aus Plastik ist ein riesiges, globales Problem. Einige Konzerne wie Edeka, Partner der Delmenhorster Verbrauchermarktkette Inkoop, haben eine Strategie gegen Plastik ausgerufen - ohne es aber komplett zu verbannen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Delmenhorst. Auch Verbrauchermärkte wollen sich einbringen wenn es um die Frage geht, wie Plastikmüll vermindert werden kann. Einige Konzerne haben eigens Strategien entwickelt. Doch es ist ein langer Weg.

Jute, Papier, Karton, die robuste Kunststoff-Tasche – oder doch die Einwegtüte aus Plastik? Der Gedanke, den Kunststoffmüll zu mindern, ist auch in vielen Lebensmittelmärkten oder Discountern angekommen. Mittlerweile sind viele Alternativen für umwelttechnisch fragwürdiges Plastik auf dem Markt. Aber wer mit Marktbetreibern in Delmenhorst spricht, der stellt fest: Es ist ein Weg der kleinen Schritte.

" Entscheidung fällt der Kunde"

„Es ist ein langer Weg, bis sich die Gewohnheiten bei den Kunden ändern.“ Das hat der Geschäftsführer der hiesigen Inkoop-Verbrauchermärkte Bernd Oetken festgestellt. Er sagt: „Alternativen zur Plastiktüte können wir nur anbieten. Die Entscheidung, diese auch zu nutzen, die fällt der Kunde am Ende selbst.“ Was aber nicht heißt, dass Inkoop nicht versucht, Anreize für den Plastikverzicht zu setzen. Neben Papiertüten und Mehrwegnetzen will die Kette zum Beispiel nach Ostern kleine Beutel in der Obst- und Gemüse-Ecke einführen, die laut Oetken aus 90 Prozent aus Zuckerrohr bestehen. Durch diese wiederverwertbaren Beutel soll der Gebrauch von Plastiktüten eingeschränkt werden.

Konzernstrategien gegen Plastik

Plastikmüll zu vermeiden: Dieses Oberziel haben einige Verbrauchermarktketten für sich erkannt und werben mit ihren jeweils aufgestellten Strategien für sich. Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Kette Kaufland, im Delmenhorst mit zwei Märkten vertreten, hat zum Beispiel jüngst – wie der Discounter Aldi – die Plastikfolie um die Salatgurke verbannt. Und wiederverwertbare Taschen für Obst und Gemüse gibt es auch hier. Konkret will die Gruppe bis 2025 den Kunststoffgebrauch um mindestens 20 Prozent mindern und sämtliche Verpackungen der Eigenmarken recyclingfähig machen, heißt es auf Nachfrage.

In diese Richtung zielt auch die Strategie von Edeka, Partner von Inkoop. Edeka wirbt zum Beispiel mit einer Zusammenarbeit mit der Umweltstiftung WWF und will damit gerade die Eigenmarkenprodukte und -verpackungen umweltverträglicher gestalten.

Edeka wie Kaufland geben auf ihren Internetseiten Tipps, wie Kunden im Alltag den Plastikgebrauch mindern können. Vieles davon bezieht sich auf die Eigenmarken – und die sind mitunter teurer als ebenfalls angebotene günstigere Produktlinien.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein Anfang ist gemacht. Aber der Weg ist noch lang.


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