Frauen brauchen Geduld Mammographie-Abteilung in Delmenhorst mit Personalnot

Bei der Mammographie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren der weiblichen Brust. Symbolfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpaBei der Mammographie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren der weiblichen Brust. Symbolfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa

Delmenhorst. Nach einer vorübergehender Schließung ist jetzt mit Verzögerungen in der Mammographie-Abteilung in Delmenhorst zu rechnen. Eine Stelle soll neu besetzt werden.

Fest vergebene Termine mussten kurzfristig abgesagt werden, neue wurden gleich gar nicht mehr vergeben: Frauen, die zuletzt zur Mammographie an die Westerstraße wollten, waren in Sorge: Soll die Mammografie-Abteilung, die zum Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) gehört, etwa geschlossen werden? Muss man künftig weitere Wege in Kauf nehmen und nach Oldenburg und Bremen fahren, um die Brustkrebs-Früherkennung vornehmen zu lassen? Aline Becker, Assistentin der Geschäftsführung am JHD, bestätigt auf Nachfrage die Probleme im Bereich Mammographie, betont aber zugleich, dass die Abteilung auf jeden Fall erhalten bleiben soll.

Zuletzt habe die Abteilung vorübergehend aufgrund von Erkrankungen des Fachpersonals komplett geschlossen werden müssen. Mittlerweile sei eine Fachkraft wieder im Dienst, der Betrieb laufe wieder an. Allerdings müsse jetzt noch eine Stelle nachbesetzt werden, weil eine Fachkraft künftig nicht mehr zur Verfügung stehe.

Stelle ist ausgeschrieben

„Die Mammografie ist ein spezieller Bereich. Es ist nicht leicht, dafür qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran“, sagt Becker. Erste Bewerbungsgespräche habe es bereits gegeben, zum Wochenende soll noch einmal eine Anzeige geschaltet werden. Gesucht werde ein medizinischer Fachangestellter, im Optimalfall mit Röntgenschein und Erfahrungen im Bereich der Mammographie. Es sei aber auch denkbar, die entsprechende Qualifizierungen über das JHD noch draufzusatteln.

Bis die Stelle wieder besetzt werden kann, müssten Frauen jetzt noch mit längeren Wartezeiten rechnen, sagt Becker. „Es wird nach der vorübergehenden Schließung der Abteilung zum Verzug kommen.“ Probleme mit Krankheitsfällen und fehlendem Ersatz habe es zuletzt im Bereich der Mammographie „immer wieder einmal“ gegeben. Künftig wolle man dies nach Möglichkeit vermeiden und auf Ausfälle anders reagieren können.

Bereits nach Brand geschlossen

Geschlossen war die Abteilung bereits längerfristig nach dem verheerenden Brand des Krankenhauses in der Stadtmitte im September 2016. Erst zu Beginn des Jahres 2017 konnte der Betrieb, dann allerdings im Erdgeschoss des vormaligen Verwaltungsgebäudes, wieder aufgenommen werden.

Frauen, die aufgrund des Verzugs in der stationären Mammographie jetzt auf das Mamma-Mobil ausweichen wollen, das regelmäßig auf den Graftwiesen die Brustkrebs-Früherkennung übernimmt, müssen sich ebenfalls gedulden. Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben dort laut Mammographie-Screening-Zentrum in Oldenburg alle zwei Jahre gesetzlichen Anspruch auf ein Brustkrebs-Screening. Doch das Mamma-Mobil kehrt erst im Frühjahr 2020 nach Delmenhorst zurück, wie eine Anfrage des dk ergab. Dann ist das Mobil wieder für sieben bis acht Monate vor Ort.


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