In Gedenken an verstorbene Frau Delmenhorster erweitert mit Spende Obstbaumwiese in der Graft

Hasan Polat gießt einen der vier Apfelbäume, die auf seine Kosten in der Graft gepflanzt wurden. Die Bäume sollen an seine verstorbene Frau erinnern. Foto: Marco JuliusHasan Polat gießt einen der vier Apfelbäume, die auf seine Kosten in der Graft gepflanzt wurden. Die Bäume sollen an seine verstorbene Frau erinnern. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Dank der Spende des Delmenhorsters Hasan Polat konnte die Stadt jetzt vier neue Obstbäume in den Graftanlagen pflanzen. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Er liebt die Natur, er liebt die Graft – und er liebt seine Frau. Im Herbst 2017 ist sie leider verstorben, Hasan Polats geliebte Meryem. Der Krebs. Hasan Polat denkt natürlich noch immer jeden Tag an sie. Und auch an die Schwester seiner Frau, die in der Türkei lebt und nach Delmenhorst kam, als seine Frau Hilfe brauchen konnte. Einen besonderen Gruß will er nun schicken. An seine verstorbene Frau. An die Schwester, die in der Not da war. Und er möchte der Natur, die ihm eine Heimat ist, etwas zurückgeben.

Deshalb ist Hasan Polat mit dem Wunsch an die Verwaltung herangetreten, in der Graft Bäume auf seine Kosten zu pflanzen. „Diesem Wunsch“, sagt Katrin Stöver, Fachdienstleiterin Stadtgrün und Naturschutz, „haben wir gerne entsprochen und jetzt vier Bäume auf der Obstbaumwiese gepflanzt.“ Alte Apfelsorten sind es geworden. Gravensteiner und Topaz – Sorten, die in die Region passen.

Als junger Mann nach Delmenhorst gekommen

Hasan Polat freut sich über den besonderen Ort. 1966 ist er als junger Mann nach Delmenhorst gekommen, lebt hier sein Leben, hat hier seine Familie gegründet. „Ich liebe Delmenhorst“, sagt er. Und er sagt es nicht nur, er bringt es auch zu Papier. Drei Bücher voller Gedichte hat er auf Türkisch verfasst. Einige Gedichte haben Delmenhorst zum Thema, so gibt es etwa eine lyrische Hommage an den Hasportsee.

Tägliche Spaziergänge

Die vier Apfelbäume ergänzen jetzt die Obstbaumwiese in der Graft mit dem zum Teil schon sehr alten Bestand. „Eine Pomologin, also eine Expertin der Apfelkunde, hat die alten Bäume bestimmt und festgestellt, dass die Bäume sehr bewusst ausgewählt wurden. Sie bestäuben sich gegenseitig“, verrät Carina Brüning vom Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz. Die neuen Apfelbäume passten jetzt gut dazu. Hasan Polat wird auf seinen täglichen Spaziergängen durch die Graft jetzt noch vier Gründe mehr haben, an seine geliebte Frau zu denken.


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