Delmenhorster Geschichte Industriemuseum soll für drei Millionen Euro modernisiert werden

Haben große Pläne (von links): Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Siemer (CDU), Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk, Heinrich-Karl Albers (CDU), Fachbereichsleiter Hero Mennebäck und Dorothea Stelljes-Szukalski (CDU). Foto: Sascha Sebastian RühlHaben große Pläne (von links): Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Siemer (CDU), Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk, Heinrich-Karl Albers (CDU), Fachbereichsleiter Hero Mennebäck und Dorothea Stelljes-Szukalski (CDU). Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Dem Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur in Delmenhorst steht ein großer Schritt bevor: Für 3,05 Millionen Euro soll das Museum modernisiert, anfassbar und virtuell nachvollziehbar werden. Jetzt wird um Fördermittel geworben.

3,05 Millionen Euro soll die Modernisierung des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur kosten. Das hat Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk am Donnerstag angekündigt. Der erste Bauabschnitt, der die Turbinenhalle als künftigen Haupteingang und den Produktionsgang umfasst, soll 1889 Quadratmeter Fläche erneuern und mit 1,5 Millionen Euro den größten Teil der geschätzten Summe kosten. 0,5 Millionen Euro sollen in die Umgestaltung des Außengeländes und des Sonderausstellungsbereichs fließen, 0,8 Millionen in die Ausstellung zur Stadtgeschichte. Für 250.000 Euro, so der Plan, wird über fünf Jahre eine halbe Wissenschaftsstelle und ein Volontariat geschaffen. 

Anfassbar und virtuell nachvollziehbar

Am Ende des umfangreichen Projekts soll die Ausstellung für Besucher anfassbar und virtuell nachvollziehbar sein. "Man könnte den Code an dieser Krempel mit dem Smartphone einscannen und im Video sehen, wie die Maschine läuft. An einem Modell daneben könnten die Gäste dann selbst kurbeln und sehen, wie die Wolle am Ende rauskommt", erläutert Jöhnk am ersten Schritt der Wollkämmerei das geplante Konzept. "Wir müssen uns neu aufstellen, seit über 20 Jahren wurde hier kaum etwas verändert", betonte der Museumsleiter. Ein großer Fortschritt soll die Verknüpfung von Stadt- und Industriegeschichte als "eine gemeinsame Erzählung" sein. So beginne die Ausstellung mit der Ackerbürgerstadt Delmenhorst und zeige dann die industrielle Entwicklung. 

Landtagsabgeordnete wollen sich engagieren

Unterstützung versprach am Donnerstag der Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer (CDU), nachdem er sich vor Ort über das Projekt informiert hatte. "Das ist ein schlüssiges Konzept. Es muss etwas investiert werden", betonte er. Für die Delmenhorster sei das Areal ein wichtiger geistiger Anlaufpunkt. "Dieses Museum muss sich weiterentwickeln und hat dazu beste Voraussetzungen." Da die Stadt mit der Nordwolle ein Alleinstellungsmerkmal habe, sollte es möglich sein, auch überregional Mittel dafür einwerben zu können. Dafür arbeite er zusammen mit seinem Kollegen im Landtag, dem Delmenhorster Abgeordneten Deniz Kurku (SPD). Zusammen würden sie in Hannover versuchen, Fördermittel einzuwerben. Im November könnten die Regierungsfraktionen darüber entscheiden. Deniz Kurku: "Das Projekt ist ambitioniert und für Delmenhorst eine große Sache. Das was ich dazu beitragen kann, werde ich beitragen. Jetzt geht es darum, Mitstreiter zu finden." Jetzt müssten Gespräche geführt werden. Das Museum habe einen "Riesenwert für die Stadt - sowohl stadthistorisch als auch für die Darstellung der Migrationsgeschichte, die Bildung und Kultur. Das ist ein Kulturort, der Unterstützung verdient". 

Stiftungen an Förderung interessiert

Auch Stiftungen in der Region seien laut Carsten Jöhnk angesprochen worden. "Sie kennen das Projekt und möchten es gern fördern. Ich habe die Hoffnung, dass wir noch in diesem Jahr starten können." Fachbereichsleiter Hero Mennebäck, in der Verwaltung zuständig für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur hoffte auf überregionale Unterstützung. "Solche Summen sind von der Stadt nicht zu stemmen. Daher müssen wir es auf so viele Füße wie möglich stellen." 



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