Commerzbank Delmenhorst Bank: Viele lassen Geld auf Konto und verlieren erhebliche Summen

Filial-Direktor Michael Eilers (rechts) ist mit dem vergangenen Geschäftsjahr vollauf zufrieden. Während er sich um insgesamt 11.400 Privatkunden kümmert, ist Gerwin Holscher für 1300 Unternehmerkunden zuständig. Foto: Birgit StamerjohannsFilial-Direktor Michael Eilers (rechts) ist mit dem vergangenen Geschäftsjahr vollauf zufrieden. Während er sich um insgesamt 11.400 Privatkunden kümmert, ist Gerwin Holscher für 1300 Unternehmerkunden zuständig. Foto: Birgit Stamerjohanns

Delmenhorst Eines ist Michael Eilers ganz wichtig: „Wir haben deutschlandweit 1000 Filialen, in denen wir unsere Kunden intensiv beraten, und so wird es auch bleiben.“ Die Commerzbank, versichert der Filialdirektor, werde keine Standorte schließen, auch wenn bereits rund 40 Prozent der Bankgeschäfte online abgewickelt werden.

In Delmenhorst kümmern sich 20 Mitarbeiter um die Kundenberatung. Im vergangenen Jahr sind 200 neue Privatkunden hinzugekommen. Gut 11.000 Personen regeln ihre Geldgeschäfte über die Filiale an der Langen Straße. „Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt und fragen immer, was seine Wünsche und Pläne sind“, so Michael Eilers. Das Ratenkreditvolumen ist in der Delmenhorster Filiale im vergangenen Jahr um 19,9 Prozent auf 4,7 Millionen gestiegen. Die Kunden leihen sich Geld, um beispielsweise ihr Haus zu modernisieren oder neue Möbel anzuschaffen, aber auch für Urlaubsreisen oder eine neue Küche.

Kredite für Wohneigentum steigen kräftig

In Wohneigentum wird ebenfalls gern investiert, hier verzeichnet die Delmenhorster Filiale eine Steigerung von 15 Prozent. Damit beträgt das Immobilienfinanzierungsvolumen 70,8 Millionen Euro. Die immer noch niedrigen Zinsen tragen ihren Teil dazu bei, und Eilers geht davon aus, dass die Zinsen auch in den kommenden Jahren nicht spürbar anziehen werden. Was für Häuslebauer und -käufer ein Vorteil ist, entpuppt sich bei der Geldanlage als Nachteil: „Viele Menschen verschenken Geld, weil sie es auf Giro- oder Tagesgeldkonten legen und damit de facto ein Minus machen“ so der Filialdirektor. Durch die Inflation von rund 1,5 Prozent würde das Kapital an Wert verlieren, weil diese Anlageformen eben keine Zinsen abwerfen: „Da blutet mir das Herz!“

Appell für die Geldanlage

Oft sei es möglich, andere Geldanlagen zu finden. Auch solche, die wenig Risiko bergen und trotzdem Zinsen bescheren, wie etwa Aktienfonds, mit denen sich das Geld auf verschiedene Aktien verteilen lässt. „Wer streut, rutscht nicht“, so Michael Eilers. Das sehen übrigens auch viele Delmenhorster so: Der Anteil an gemangten Fonds liegt in der Delmenhorster Filiale bei 61 Prozent. Trotzdem beklagt Eilers, dass viele Menschen bei Geldgeschäften wenig Ahnung haben. „Die finanzielle Bildung muss besser werden“, so der 40-Jährige. Schließlich gehe es oft auch darum, im Alter finanziell abgesichert zu sein.

Schwieriges Börsenjahr 2019

Generell blickt der Filialdirektor mit gemischten Gefühlen auf das kommende Börsenjahr. Nach Rückgängen von rund 18 Prozent beim DAX im Jahr 2018 rechnet Michael Eilers nicht mit ruhigen Zeiten auf dem Parkett. Auch aus politischen Gründen: „Keiner kann sagen, wie sich der US-Handelskonflikt mit China oder der Brexit auswirken werden.“


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