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„Cargo Movers“ geht nach Ganderkesee Platzmangel drängt Seefracht-Spediteur aus Delmenhorst

Verlässt mit seinem Unternehmen Delmenhorst: Der Niederlassungsleiter von „Cargo Movers“, Sören Lueg beklagt den Zustand von verfügbaren Bürogebäuden in der Stadt. Nun zieht es den Seefrachtspediteur nach Ganderkesee. Foto: Bettina Dogs-PrößlerVerlässt mit seinem Unternehmen Delmenhorst: Der Niederlassungsleiter von „Cargo Movers“, Sören Lueg beklagt den Zustand von verfügbaren Bürogebäuden in der Stadt. Nun zieht es den Seefrachtspediteur nach Ganderkesee. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Delmenhorst. Heruntergekommene Immobilien, überteuerte Mieten: Der Seefrachtspediteur „Cargo Movers“ bemängelt einen Notstand für gewerbliche Räume in Delmenhorst.

Wenn die Firma „Cargo Movers“ Ende April den Umzugswagen packt, verlässt das Unternehmen den Standort Delmenhorst mit einem lachendem und einem weinenden Auge. „Wir wären gerne in Delmenhorst geblieben“, sagt Niederlassungsleiter Sören Lueg. „Aber das, was uns hier angeboten wurde, war in den meisten Fällen in einem dermaßen desolaten Zustand, dass wir uns gefragt haben, wer hier noch reingehen würde?“

Schwierige Suche nach größeren Räumen

Heruntergekommene Immobilien, unverhältnismäßig hohe Mieten – unter 15 begutachteten Anlagen waren laut Lueg gerade mal fünf in einem adäquaten Zustand. Fündig geworden ist das Unternehmen schließlich in der Nachbargemeinde Ganderkesee. „Hier haben wir etwas Passendes zu unseren Preisvorstellungen gefunden – in einem Zustand, der den heutigen Standards entspricht“, so Lueg.

2008 hat sich der Spediteur für Seefrachtgüter in Delmenhorst an der Oldenburger Straße angesiedelt. Weil die Räumlichkeiten hier bereits ein paar Jahre später schon nicht mehr ausreichten, siedelte das Unternehmen 2015 an die Düper Straße um.

Branchenaufschwung lässt Firma wachsen

Der Branchenaufschwung führte schließlich dazu, dass die norddeutsche Filiale des in Rüsselsheim ansässigen Seefrachtunternehmens weiter wuchs und sich die Mitarbeiterzahl innerhalb von fünf Jahren von fünf auf zehn verdoppelte. „Und jetzt sollen im Sommer noch zwei weitere dazu kommen, aber für die reichen unsere Räume hier nicht mehr aus.“

Gesucht hatte das Speditionsunternehmen, das weltweit Waren auf dem Seeweg verschifft, vorausschauend nach einer Immobilie, mit der auch künftig weiteres Wachstum möglich ist. „Aktuell haben wir unsere Büros auf einer Fläche von 150 Quadratmetern“, so Lueg. „Gesucht haben wir einen Bürokomplex in der Größe von 350 Quadratmetern und zusätzlich noch eine Lagerhalle. Aber in Delmenhorst haben wir noch nicht mal den Bürokomplex gefunden.“ Dabei beklagt Lueg vor allem restlos überalterte Gewerbeanlagen mit dringendem Sanierungsbedarf, die zu unverhältnismäßig hohen Mieten angeboten würden. „Das meiste von dem, was wir in dieser Zeit gesehen haben, war in einem äußerst schlechten Zustand“, so Lueg.

"Nicht auf die Idee gekommen, die Wirtschaftsförderung zu fragen"

In Ganderkesee hat das Unternehmen schließlich gefunden, was es suchte. „Der Preis ist zwar nur geringfügig günstiger, aber dazu ist das Gebäude auf dem neuesten Stand und muss nicht noch saniert werden“, so der Delmenhorster Niederlassungsleiter.

In Eigeninitiative hatte sich der gelernte Speditionskaufmann gemeinsam mit einem Kollegen auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten gemacht. „Dabei bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, mich an die Wirtschaftsförderung hier in Delmenhorst zu wenden“, gibt Lueg offen zu. „Die war mir im Kopf überhaupt nicht präsent.“ Die hätte möglicherweise helfen können – die Suche nach geeigneten Immobilien gehört mit zu den Aufgaben der kommunalen Wirtschaftsförderung.

Fündig wurde Lueg schließlich auf einem Onlineportal für Kleinanzeigen. Dann ging alles ganz schnell. Mit dem Eigentümer sei man sich umgehend einig geworden, die zweimonatige Suchzeit konnte beendet werden. Der Umzug folgt Ende April. Und im Sommer können dann die neuen Kollegen einziehen.

Wegzüge und Zuzüge 

In der Vergangenheit hatten sich die Unternehmensabgänge aus der Stadt gemehrt:

Kritik gab es auch an der dwfg.

Auf der anderen Seite gibt es auch Zugänge: 

  • Im Dezember 2018 hat der Taxi-Spezialist Femotax seinen Umzug nach Delmenhorst verkündet. Er bringt elf Arbeitsplätze mit. Es war das dritte Unternehmen innerhalb von kurzer Zeit. 
  • Im November hat die Wille GmbH ihren geplanten Umzug ins im Delmenhorster GUT vermeldet (30 Arbeitsplätze). 
  • Im Oktober vermeldete die dwfg den Umzug des Elektrotechnik-Spezialisten Hanseatische Energietechnik (HET) (30 Arbeitsplätze).



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