Kein Zeichen von Investor Delmenhorster Traum von neuer Veranstaltungshalle geplatzt

Keine Veranstaltungshalle an dieser Stelle: Die Freifläche an der Annenheider Allee 103. Foto: Melanie HohmannKeine Veranstaltungshalle an dieser Stelle: Die Freifläche an der Annenheider Allee 103. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Ein Investor wollte eine Veranstaltungshalle für Delmenhorst bauen. Darum sieht die Stadt dessen Pläne jetzt als gescheitert an.

Die Stadt hat ihre Hoffnungen auf den privaten Bau einer neuen großen Veranstaltungshalle für Delmenhorst begraben. Ein Investor wollte ein solches Mehrzweckgebäude an der Annenheider Allee zwischen dem TÜV und La Piazza errichten. Doch jetzt verkündete das Rathaus: "Das Projekt wird nicht weiterverfolgt."

Bis zu 2400 Besucher

Vor drei Jahren hatte der Bauinteressent für das mehr als 20.000 Quadratmeter große Grundstück an der Annenheider Allee 103 die Änderung des Bebauungsplanes beantragt, um eine Veranstaltungshalle für 1500 Personen (sitzend) bis 2400 Personen (stehend) errichten zu können. Gemäß Betriebsbeschreibung sollten „Veranstaltungen erzieherischer, geselliger, kultureller, künstlerischer, politischer, sportlicher und unterhaltender Art sowie Ausstellungen“ ermöglicht werden. Insbesondere sollte auch großen türkischen Hochzeiten Raum gegeben werden. Ein Bremer Architekt hatte bereits Zeichnungen entworfen, wie die Halle einmal aussehen könnte. Konzerte und Kultur, aber auch Messen und sportliche Aktivitäten sollten das städtische Leben vor allem am Wochenende beflügeln.

Zahlreiche Auflagen

Die Stadt hatte das geplante Vorhaben an diesem Standort grundsätzlich positiv bewertet. Das großflächige, zusammenhängende Gewerbegebiet „Delmenhorster Dreieck“ sei für die Realisierung einer Veranstaltungs- beziehungsweise Mehrzweckhalle geeignet, da die notwendige Erschließung bereits existiert und umliegende Nutzungen nur einen eingeschränkten Schutzanspruch aufweisen. Das Rathaus hat dem Investor allerdings einige Auflagen gemacht:

  • Die Größenordnung der geplanten Veranstaltungshalle sei kritisch zu überprüfen. Dazu gehörten  Nutzungskonzept, Stellplatzzahl und Größe des Baugrundstücks.
  • Die städtebauliche Einbindung des Vorhabens sei zu konkretisieren. Insbesondere gehe es um die Begrünung des Baugrundstücks und der Stellplatzanlage. Derartige Maßnahmen seien "aus naturschutzfachlicher und städtebaulicher Sicht unverzichtbar".
  • Es seien schalltechnische Untersuchungen durchzuführen. Insbesondere müsse geprüft werden, ob die Schallleistungspegel von 63 dB(A) tags und 48 dB(A) nachts überschritten werden. Alle möglichen Schallquellen seien zu erfassen und für das angrenzende Wohnhaus müssten "gesunde Wohnverhältnisse" gewährleistet werden.
  • Es müsse geklärt werden, ob eine Zulässigkeit von Vergnügungsstätten an der Stelle für den ausschließlichen Bau einer Veranstaltungshalle baurechtlich ausreicht.

Stillstand seit 2017

In der Ratspolitik gab es Zustimmung, aber auch Skepsis gegenüber den Plänen für eine Halle: Kritiker bemängelten die voraussichtlich geringe Anzahl von Arbeitsplätzen sowie das Herschenken eines hochwertigen Gewerbegrundstücks. Das Rathaus teilte nunmehr mit, dass es noch bis Mai 2017 mehrere Gespräche zwischen Verwaltung und Investor gab. Seitdem jedoch habe es keine Reaktionen mehr seitens des Bauträgers gegeben. Daher stehe jetzt für die Stadt fest: "Das Projekt wird nicht weiterverfolgt."


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