Delmenhorst ist Vorlesestadt Ausgezeichnet für riesiges Engagement beim Lesen

Von Jasmin Johannsen

Freuten sich über den gelungenen Vorlesetag in Delmenhorst (v.l.): Johanna Hasse (Stiftung Lesen), Christiane Heinemann (Kulturkreis Delmenhorst), Sabine Jünemann (Buchhandlung Jünemann), Anika Schmidt (Stadtbücherei), Lena Pröve (Die Zeit) und Oberbürgermeister Axel Jahnz. Foto: Jasmin JohannsenFreuten sich über den gelungenen Vorlesetag in Delmenhorst (v.l.): Johanna Hasse (Stiftung Lesen), Christiane Heinemann (Kulturkreis Delmenhorst), Sabine Jünemann (Buchhandlung Jünemann), Anika Schmidt (Stadtbücherei), Lena Pröve (Die Zeit) und Oberbürgermeister Axel Jahnz. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Die Delmestadt hat sich den Titel „Außergewöhnliche Vorlesestadt 2018“ geholt. Ein ganz besonderes Lob kam von der Stiftung Lesen.

„Außergewöhnliche Vorlesestadt 2018“ – so darf sich Delmenhorst als erste Stadt in Niedersachsen seit gestern offiziell nennen. Mehr als 250 Veranstaltungen wurden den Bürgern unter dem Motto „Geschichte grenzenlos“ rund um und am Vorlesetag im vergangenen Jahr geboten. Für diese „Vielzahl an Aktionen“ und das „große Engagement aller Beteiligten“ ist die Stadt jetzt ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) und Stadtbücherei-Leiterin Anika Schmidt nahmen den Titel und die Plakette vor knapp 70 geladenen Gästen in der Stadtbücherei entgegen.

Vorlesen kann Leben verändern

„Ein gelungener Vorlese-Moment kann ein ganzes Leben prägen“, betonte Schmidt. So war es zumindest bei der Stadtbücherei-Leiterin selbst: „Schon im fünften Lebensjahr wusste ich, dass ich etwas mit Büchern machen will.“ Enthusiastisch leite sie seit 2016 die hiesige Stadtbücherei und überrasche ihr Team nicht selten mit neuen Ideen. Eine davon war die Teilnahme am Vorlesestadt-Wettbewerb, den die Initiatoren des Vorlesetages – Die Zeit, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn – jährlich veranstalten. Eineinhalb Jahre sei das Stadtbücherei-Team in Kooperation mit der Buchhandlung Jünemann und dem Kulturkreis Delmenhorst von da an mit der Planung des Vorlesetages beschäftigt gewesen, erklärte Schmidt.

Vielfältige Orte und Aktionen

Ob in der Friedhofskapelle, dem Unterwäsche-Laden, auf der Nordwolle oder im Wasserwerk: Neben traditionellen Vorleseorten wie Kitas, Schulen und Bibliotheken, wurde an den ungewöhnlichsten Räumlichkeiten vorgelesen. Über 250 Aktionen fanden so vor und am 16. November in Delmenhorst statt. Immer passend zu den Räumlichkeiten – in den Umkleidekabinen des Stadions ging es um „Torschützen und Fußballhelden“ – wurden Geschichten für Groß und Klein vorgetragen. Neben hoch- und plattdeutsch gab es Gedichte und Märchen auch auf arabisch, russisch, englisch und indonesisch zu hören. Ganztägige Aktionen wie die „Storywalks“ in der Innenstadt oder das „Speed Date mit einem Buch“ machten den Vorlesetag dazu für alle Delmenhorster zugänglich.

Delmenhorst hat Grenzen gesprengt

Dieses umfassende Konzept konnte die Jury schlussendlich überzeugen. Dabei hätten mit 680000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern so viele Menschen wie nie zuvor beim Vorlesetag mitgemacht, erklärte Lena Pröve von Die Zeit. Über 40 Bewerbungen seien in den drei Kategorien „Außergewöhnliche Vorlesestadt“, „Nachhaltige Vorlesestadt“ und „Aktive Vorlesestadt“ eingegangen. „Räumliche und sprachliche Grenzen wurden hier in Delmenhorst gesprengt“, sagte Johanna Hesse von der Stiftung Lesen. Die wichtige Botschaft, dass man immer und überall vorlesen könne, sei dabei angekommen. Neben Delmenhorst haben auch Stuttgart und Bröbberow im Landkreis Rostock gewonnen.

Netzwerk durch Aktionen entstanden

Über die Auszeichnung freute sich auch Maren Michels, die die Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbücherei betreut und maßgeblich an der Planung des Vorlesetages beteiligt war. „Es ist einfach toll, dass durch die Aktionen ein richtiges Netzwerk in der Stadt entstanden ist“, resümierte sie. Projektideen, auch im kleineren Rahmen, wären so viel leichter umsetzbar.

Bücherei soll jetzt internationaler werden

Durch den Vorlesetag sei aber auch nochmals deutlich geworden, dass fremdsprachige Bücher und das Vorlesen aus diesen sehr gefragt sind. „Wir bauen gerade intensiv unsere internationale Kinderbücherei aus“, bemerkte Michels, „mögliche Kooperationen mit dem Integrationslotsenteam oder anderen Initiativen sind dann natürlich vorstellbar.“

Star Wars wird nächstes Motto in Delmenhorst

Das Thema des diesjährigen Vorlesetags steht schon fest: Am 15. November dreht sich in Delmenhorst zum „Star Wars Reads Day“ alles um Jedi-Ritter und deren Feinde.


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