Zugunsten Einkommensschwacher Kommt die Quote für günstiges Wohnen in Delmenhorst?

Landesweit – auch in Delmenhorst – sollen mehr Sozialwohnungen geschaffen werden. Archivfoto: Marco JuliusLandesweit – auch in Delmenhorst – sollen mehr Sozialwohnungen geschaffen werden. Archivfoto: Marco Julius
Marco Julius

Delmenhorst. Schreibt die Stadt künftig neues Bauland aus, könnte Einkommensschwache oder Senioren per Quote bedacht werden. Das Für und Wider wiegt die Stadt gerade ab. Die Politik könnte dann im Sommer entscheiden.

Die Stadt Delmenhorst erwägt derzeit eine Quotenregelung bei der Ausschreibung von Bauland einzuführen. Dabei soll es darum gehen, Gruppen wie Einkommensschwache oder Senioren mit Wohnraum versorgen zu können. Wie der Erste Stadtrat Markus Pragal am Dienstag im Finanzausschuss beschrieb, sei die Stadt derzeit intern dabei, sich zu diesem Thema intern abzustimmen. Stadtbaurätin Bianca Urban präzisierte auf Nachfrage, dass die Verwaltung Vor- und Nachteile einer solchen Quote für öffentlich gefördertes Wohnen abwäge. "Wir sind nicht per se gegen eine Quote."

Land will bei Förderungen draufpacken

Bei dem Für und Wider spielt laut Urban auch die Förderkulisse für Sozialwohnungen eine Rolle. Und diese könnte attraktiver sein. Das hatte gegenüber dem dk im vergangenen August auch der Geschäftsführer der hiesigen Wohnungsbaugesellschaft GSG Stefan Ludwig deutlich gemacht. Die GSG hält mit 620 Sozialwohnungen den größten Bestand in der Stadt (2017: 747). Das Land Niedersachsen arbeitet mit dem Bündnis für bezahlbares Wohnen aktuell an einer Verbesserung der Förderungen. Wie das genau vonstatten gehen soll, will das Land laut Urban in Kürze vorstellen. 

40.000 Sozialwohnungen im Land bis 2030

(Weiterlesen: Delmenhorst verfehlt Ziele beim Wohnungsbau)

Erste Empfehlungen des Bündnisses gehen zum Beispiel in die Richtung, gerade in Kommunen mit angespannten Wohnungsmärkten die Baukostenförderung zu erhöhen oder Tilgungsnachlässe für Mietraum für Haushalte mit niedrigen Einkommen zu gewähren. Das Ziel der Landesregierung ist ambitioniert: Bis 2030 sollen landesweit bis zu 40.000 neue Sozialwohnungen entstehen.

Entscheidung in Delmenhorst im Sommer?

In Bremen gibt es die Quote übrigens schon: Bei Bauprojekten auf öffentlichen Flächen sollen auf 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehen. 

Im Juni, so Pragal am Dienstag, könnte die Delmenhorster Politik über eine solche Quote an der Delme in einer gemeinsamen Sitzung des Finanz-, Sozial- und Planungsausschusses entscheiden.


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